Aston Martin Vanquish V12

So besteht die Bodengruppe im Wesentlichen aus verklebten Aluminiumkomponenten, doch für Getriebetunnel, A-Säulen und Dachrahmen kommt Kohlefasermaterial zum Einsatz. Seitenteile, Kofferraumboden und die Crashstrukturen sind hingegen aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Der Vorteil dieser ausschließlich für die Kleinserie geeigneten Bauweise liege, so verlautet Aston Martin, vorwiegend in der hohen Crashsicherheit und in einer überdurchschnittlich ausgeprägten Karosseriesteifigkeit. So gesehen sei denn auch das üppige Gesamtgewicht des Coupés eine relative Größe: Mit 1835 Kilogramm wiegt der Vanquish nicht weniger als der etwa gleich große, aber konventionell gebaute DB7 Vantage. Außerdem fragt man sich, warum ein solcher Technologieträger weder über ESP noch über Seitenairbags, ja nicht einmal über Tempomat verfügt. Und das bei einem Basispreis von 446.000 Mark (Anzahlung: 30.000 Mark).

Kenner der Marke dürfte diese Feststellung freilich nicht erschüttern. Aston Martin leistete sich schon immer Schwächen, die sich kein Großserienauto erlauben könnte. Dringlicher ist die Frage, ob der neue Aston Martin innen hält, was er außen verspricht.


Schließlich drohte bislang beim Betreten des Innenraums eine herbe Enttäuschung. Auf der feinen Gerbware und dem polierten Wurzelholz tummelten sich hässliche Schalter aus den unteren Schubladen des Ford-Konzerns.


Nach der ersten Bekanntschaft mit dem Vanquish in seiner endgültigen Form steht nun fest: Es darf aufgeatmet werden – ein bisschen wenigstens. Das Gros der Bedienungselemente stammt hier von Jaguar, was zumindest besser ist als Ford.


Zugleich verabschiedete man sich vom traditionellen Holz und ersetzte es durch modernes Aluminium. Freilich entpuppt sich manches, was metallisch schimmert, bei näherem Hinsehen als schnödes Plastik.


Auch sonst bleibt Raum für Verbesserungen. Die Instrumentierung ist für ein Auto dieses Zuschnitts zu spärlich, und die Mittelkonsole erweckt den Eindruck, als hätte der zuständige Designer vorzeitig die Arbeit eingestellt. Immerhin sitzt man vorzüglich und noch dazu auf einem Leder, das diesen Namen verdient. Den gewohnten Schaltknüppel sucht man indessen vergebens, ebenso die Kupplung. Stattdessen sieht sich der Fahrer mit zwei paddelförmigen Hebeln links und rechts hinter dem Lenkrad konfrontiert, denn das neue Modell gibt es ausschließlich mit automatisiertem Sechsganggetriebe und sequenzieller Schaltung.

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Wolfgang König

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