Natürlich haben die Alpina-Techniker die elektronisch gesteuerte und komplex vernetzte Allradregelung nicht einfach von den Münchnern übernommen. Gleiches gilt für die anderen Komponenten von Fahrwerk und Antrieb – nichts, was nicht speziell an das Buchloer Fahrzeugkonzept angepasst worden wäre. Das Allradsystem arbeitet genauso diskret wie die Fahrstabilitätsregelung, deren Schlupfgrenzen weiter hochgesetzt wurden. Während der Fahrt merkt man nichts von der traktionsförderlichen Aufrüstung – allenfalls, dass es etwas dynamischer um die Kurve geht. Dies geschieht aber völlig unspektakulär, ohne stößiges Zuschalten der Vorderachse, mechanische Geräusche oder wildes Blinken im Instrumententräger. Normalerweise gehen rund 40 Prozent der Antriebskraft nach vorn. Erst wenn das Auto hinten instabil wird, erhöht sich dieser Anteil. Äußerlich sieht man dem Fahrzeug die allradspezifischen Änderungen kaum an. Wegen der Antriebswellen musste der Aufbau um 15 Millimeter nach oben gesetzt werden; er liegt damit auf der Höhe eines heckgetriebenen Dreier Coupé. Das Gewicht legt um 110 Kilogramm zu, die Verteilung vorn/hinten beträgt immer noch hervorragende 46:54. Auffällig ist aber, dass ringsum Reifen der gleichen Dimension statt der beim hinterradgetriebenen B3 gewohnten Mischbereifung aufgezogen sind. Grund: Das Allradsystem erfordert Pneus mit gleichen Abrollumfängen. Immerhin können unterschiedlich breite Felgen eingesetzt werden – sie füllen die Radhäuser sauber aus. Dass die präzise, direkte Lenkung einen gewissen Kraftaufwand erfordert, entspricht der Philosophie des Hauses. Beim Rangieren hält er sich allerdings in Grenzen, weil das x-Drive-System in dieser Situation die Achsen entkoppelt und die Allradversion des B3 mit einer geschwindigkeitsabhängigen Servotronic- Lenkung ausgestattet ist.
Autor: Eberhard Kittler


