Für das, was sie erwartet? Es ist der Asphalt-Absolutist, der Gebieter der Geraden. Deutschlands neues Muscle-Car: Der Bullit fährt niemals lange im Lichtkegel anderer. Die Last des Kolonnenverkehrs schüttelt er einfach von sich ab, flutet anschließend die Autobahn mit Vortrieb, schwappt über die linke Spur.
Wann immer er will, ist der Bullit auf der Fahrt zum Hockenheim- ring sein eigener Lichtkegel. Sein V12-Reaktor ruht und glüht gleichzeitig. Die innere Hitze des schnellen Stoffwechsels: Alleine die Abwärme im Leerlauf könnte ein Einfamilienhaus heizen. Selbst die leistungserfahrene Rennstrecke sucht der Bullit wie eine Erscheinung heim.
Nachts fällt die Macht über die Zielgerade her, wenn die Schubwelle von Eingang bis Ende unvermindert anhält und erst in den 15 Zoll großen Bremsscheiben mit Zwölfkolben-Sattel brandet. Anders als der Rocket schlägt sich der Bullit sogar in den Kurven achtbar.
Zehnfach in Zug- und Druckstufe verstellbare Bilstein- Dämpfer, mit Eibach-Federn und dicken Stabilisatoren sowie Sperrdifferenzial kombiniert – da muss man vor dem Einlenken nicht nahezu auf Stillstand abbremsen. Der kopflastige Brabus ist in ungeahnter Querdynamik unterwegs.
Lieblingskurve Parabolica, die Vollgas-Links, der schnellste Part: mit weit jenseits der 200 km/h ins schwarze Loch des unbeleuchteten Streckenabschnitts. Und die Beschleunigung scheint eher zu- als abzunehmen. Gerne hätte auto motor und sport die Eindrücke mit Zahlen untermauert.
Doch die Motorsteuerung ist noch nicht fertig appliziert; eigenwillige Einspritz-Gepflogenheiten verhinderten das Messprogramm. Anhaltspunkt: Der Rocket schob sich in 11,9 Sekunden auf Tempo 200. In diesem Fall könnte die Kugel die Rakete noch überholen.
Brabus Bullit: Brabus Bullit: In der Hitze der Macht
Autor: Marcus Peters

