Wer nun aber glaubt, im Straßenverkehr einfach untertauchen zu können, der irrt gewaltig, denn schon das Ausgangsprodukt ist – vor allem als Touring – ein martialisch anmutender Hingucker. Spätestens dann, wenn sich beim Anfahren das dezente V8-Leerlaufgrummeln zu einem beinahe körperlich spürbaren Grollen entwickelt, richtet sich auch der Blick des letzten Passanten auf den über fünf Meter langen Zweitonner.
Der Fahrer wird indessen von dem gewaltigen Schub in den bequemen Sportsitz gedrückt und beobachtet auf der bis 300 reichenden Tachoskala, wie die Nadel in nur 5,4 Sekunden auf 100 km/h schnellt. Bei 265 km/h wird der Vortrieb elektronisch begrenzt. Verzögert wird der SR T8 von Brembo- Bremsen, deren Druckpunkt präziser sein könnte. Befehle der für europäischen Geschmack etwas zu leichtgängigen Lenkung setzen die Breitreifen spontan um. Übersteuern verhindert das sensibel agierende ESP zuverlässig. In schnell angegangenen engen Kehren schiebt der Koloss jedoch über die Vorderräder. Überraschend ausgewogen ist der Fahr- und Abrollkomfort.
Trotz straffer Abstimmung spricht die Federung auf kurze und lange Wellen feinfühlig an. Das unterstreicht, dass es beim Chrysler 300C SRT8 doch mehr um „Street“ als um „Racing“ geht.


