Die muss keine Serienperfektion repräsentieren, sie darf ruhig klappern, das sieht Borck ganz entspannt. Und Oscar klappert reichlich, die gewöhnungsbedürftigen Bremsen fordern energischen Nachdruck, und im Innern versprüht das nackte Blech den Charme eines Baucontainers. Verstellbare Außenspiegel, bewegliche Fensterscheiben oder eine Heizung - das ist überflüssiger Luxus, ebenso wie eine feinfühlige Lenkung oder eine komfortable Federung. Darauf kommt es den Akasol-Leuten gar nicht an. Worauf aber dann?
Risiko für die deutsche Autoindustrie
Allem voran ist es das Antriebskonzept, die Entwicklung eines effizienten Elektroautos, seiner Komponenten und deren Abstimmung in einem Produkt. "Man muss es eben tun und daraus lernen", ist Borcks Credo, und er verweist auf Toyotas Pioniergeist beim Hybridauto. "Wir glauben, es ist ein großes Risiko für die deutsche Autoindustrie, mit den ersten Elektroautos zu warten, bis Batterien mit dem gewünschten Energie-Inhalt verfügbar sind."
Und so entwickelten die Darmstädter Forscher ihr Konzept vor allem mitgut vier Dutzend Zulieferern: eine Alu-Spaceframe-Leichtbaukarosserie, 2,50 Meter lang, mit zwei hintereinander liegenden Sitzen, dazu ein aus einer Lithium-Ionen-Batterie gespeister E-Motor plus Getriebe für Drehzahlen bis 25.000/min - das eigentliche Herz der Innovation. "Doppelte Drehzahl, halbes Gewicht, halbe Kosten", fasst der Wissenschaftler zusammen. Die höheren mechanischen Verluste sowie die Geräusche dabei möglichst zu reduzieren, war Teil der großen Aufgabe, die die Entwicklungsmannschaft des Getriebespezialisten Getrag löste.


