Der Rückfall in die seeligen Zeiten der Straßenkreuzer wird durch anderes Gewichten der Proportionen vermieden. Zugunsten eines familientauglichen, viersitzigen Innenraums und eines entsprechenden Kofferraums ist die Motorhaube zur kürzesten Verbindung zwischen Stoßstange und Windschutzscheibe geschrumpft.
Der Weg zu Luft und Licht ist kurz und schmerzlos. Zwei Spannhaken werden in der üblichen Manier manuell entriegelt. Ein Knopfdruck öffnet alle vier Seitenscheiben und faltet das gefütterte Verdeck elektrohydraulisch in einen flachen Kasten. Darüber wird die erste Persenning gelegt, die wirklich mit vier einfachen Handgriffen fixiert werden kann. „Wir haben bewußt auf den Klapp-Mechanismus à la BMW verzichtet“, erklärt Produktplaner Ralph A. Sarotte, „weil eine derartige Konstruktion nur Kofferraumvolumen und Geld kostet.“
Die bruchfeste und heizbare Heckscheibe aus Glas, die wie beim Mercedes SL in die Vordersitze integrierten Dreipunkt- Automatikgurte und eine nicht allzu verspielte Innenraum- Landschaft verhindern, daß das Stratus-Cabrio ebenso billig wirkt wie der LeBaron- Vorgänger. Auf der nach oben offenen Skala das Cabrio-Fahrgefühls eröffnet der Chrysler einen eigenwilligen Balkon. Die Bullterrier- Schnauze, die riesige und mit 63 Grad extrem flach geneigte Windschutzscheibe, die nach vorn gerückte Position des Fahrers und dieser Expeditionsrucksack von einem Heck müßten eigentlich zur exotischen, ja barbarischen Verformung unseres abendländischen Empfindens von den Winden führen. Aber die Motorhaube ist ebensowenig zu sehen und zu fühlen wie in einer Mercedes- E-Klasse.
Fahrbericht Chrysler Stratus LX 2.5 V6 Cabrio
Autor: Eckhard Eybl

