Genauso setzt der 500 einen emotionalen Kontrapunkt zu nutzorientierten Kopfgeburten. Er kommt von Herzen, scheint mit Liebe und flüssigem Strich skizziert, beim Blick auf einen vor dem Fenster im Sonnenlicht parkenden Nuova 500. Tatsächlich aber erledigten die Fiat-Ingenieure den größten Teil der Entwicklung am Computer – in nur 18 Monaten.
Davor ging der Fiat einen langen Weg: 2004 als übermotivierte dreiplus- eins-sitzige Studie Trepiùno in Genf vorgestellt, in den Wirrungen der Liaison mit General Motors gekippt. Aber jetzt legt er los: Auf der verbreiterten, modifizierten Plattform des Panda, mit dem er im polnischen Tichy vom Band läuft.
Etwas später kommt der neue Ford Ka hinzu, der technisch weitgehend dem 500 entspricht. Subjektiv hat der mit dem etwa gleich großen Panda ungefähr so viel gemein wie mit seinem luftgekühlt schnarrenden Zweizylinder-Urahn aus den Fünfzigern. Das zeigt er bereits in der Einfach-Ausstattung Pop für rund 10 500 Euro.
Stabile Bügelgriffe in Chrom statt labbriger Klappmechanik, dumpfes Tür- ploppen statt Dünnblech-Scheppern. Der 500 ist kein oberflächlicher Retro- Blender, übersteht Spaltmaß-Kontrollblicke ebenso wie prüfendes Fingerdrücken oder festen Griff.
Auf festen Griff verzichten die schaumstoffgepolsterten, ausreichend groß geschnittenen Standardsitze zwar, dafür nimmt ihr Verstellbereich Kleinwagen- Novizen die Angst vor Kauerstellung oder klaustrophobischer Beklemmung. Zumal es Fiat gelang, viel Luft in den Innenraum zu bekommen. Nur hinten klemmt es ein wenig, trotz Easy-Entry-Zugang haben dort nur kleine Menschen etwas zu lachen.
Die Vordersitzlehnen schubbern, die niedrige Heckklappe droht. Vorn hingegen schlüpft man lässig hinein, der 500 passt wie ein Lieblings-T-Shirt. Während die linke Hand mit dem weichen Leder des Lenkrads schäkert, bändelt die andere wie von selbst mit dem halbhoch postierten Schaltknauf im Mini- Billardkugel-Stil an.


