KTM X-Bow: KTM X-Bow: Ultimative Kart-Show

Der X-Bow dürfte den Wunsch nach der reinen Leere befriedigen - alles fokussiert sich rund ums Monocoque aus Kohlefaser. Daran angeschraubt die vorderen doppelten Dreiecksquerlenker, dahinter ein Hilfsrahmen für Motor samt hinterer Radaufhängung. Und kein Gramm Alltagskomfort. Keine Klimaanlage, kein Radio, kein Kofferraum. Nicht einmal eine Sitzverstellung; die Recaros sind fest installiert. Stattdessen lassen sich Pedale und Lenkrad justieren.

Sämtliche Fahrhilfen des 21. Jahrhunderts fehlen

Weiter auf der Verzichtsliste stehen ESP, ABS, Servolenkung, ja sogar der Bremskraftverstärker, kurz: Sämtliche Fahrhilfen des 21. Jahrhunderts fehlen. Sicherheitsausstattung? Gibt es in Form von Kohlefaser-Monocoque, Crashbox und Vierpunktgurten. Als manuelle Wegfahrsperre und Einstiegshilfe zugleich dient das abnehmbare Lenkrad.

Einziger Vertrauter in dieser Welt des maximierten Minimalismus ist der Zweiliter-Turbo-Direkteinspritzer. Er stammt von Audi und steckt sonst unter den Fronthauben von TTS sowie S3. Im X-Bow grummelt der Vierzylinder quer vor der Hinterachse und leistet 240 PS; eine Tuningstufe ist in Vorbereitung.

Doch schon bei 310 Nm haben 846 Kilogramm wenig Chance zur Lethargie. Unheilvolles Wastegate-Zischen kündet eine Drehmomentwelle an, die kurz darauf die Massenträgheit wegschwemmt. Die Leistungsgischt spritzt, und nur die Kotflügel verhindern umherfliegende Partikel rund um die angetriebenen Hinterräder. In den unteren der sechs Gänge kassiert der Fahrer bei Vollgas einen tierischen Turbo-Tritt, lässt der KTM Überholte wie schockgefrostet stehen, bevor sie die Abwärme seines Zweiliters wieder auftaut. In Zahlen ausgedrückt: null bis 100 km/h in 4,7 Sekunden, was sich ergreifend anfühlt und trotzdem enttäuscht. Das Werk verspricht sensationelle 3,9 Sekunden.

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Marcus Peters

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