Natürlich nicht. Aber es erhöht den Genuss. Obwohl sich auch beim Lamborghini die alte Weisheit bestätigt, dass der Gasfuß hoch kommt, wenn das Verdeck unten ist. Die volle Leistung, die den Roadster auf rund 320 km/h zu beschleunigen imstande ist, wird man nur höchst selten nutzen. Die Riesen-Maschine erzeugt allein schon deshalb freudige Gefühle, weil sie in jedem Drehzahlbereich losstürmt wie der Stier, den Lamborghini im Wappen trägt. Bummeln im sechsten Gang bei Drehzahlen zwischen 1000 und 2000/min, kein Problem. Zum blitzschnellen Überholen genügen maximal 4000 Umdrehungen.
Neben der fulminanten Leistungscharakteristik macht der Ton die Musik. Er reicht vom tiefen, vibrierenden Donnergrollen bis zum Potenzgebrüll, wenn der Zwölfzylinder bis über 7000/min dreht. Im Roadster kommt die Musica italiana noch besser zur Geltung als im Coupé. Das Arbeiten der hochkarätigen Mechanik geht direkt unter die Haut. Das ist eine Maschine, von der wir unseren Enkeln erzählen werden, wenn sie mit ihren surrenden Brennstoffzellen- Autos zu Besuch kommen.
Trotz der infernalischen Kraft gestaltet sich der Umgang mit dem Lambo so problemlos wie mit jedem Brot-und-Butter- Vehikel. Die Kupplung erfordert überraschend wenig Druck und stellt geschmeidig den Kraftfluss her. Der aus dem Vollen gefräste Schalthebel, der aus einer offenen Kulisse ragt, gleitet leicht von einer Gasse in die andere.
Eigentlich unverständlich, warum die Mehrzahl der Lambo- Kunden 9280 Euro in eine sequenzielle Schaltung mit Paddeln am Lenkrad investiert. Die Abmessungen des offenen Murciélago – nur ein Meter hoch, aber zwei Meter breit – sorgen nicht nur für eindrucksvolle Proportionen.


