Im Innenraum fallen die stärker konturierten Leder-Alcantara-Sitze sowie das Fehlen des Wählhebels für die Wandler-Automatik auf, die beim Grundmodell weiterhin obligatorisch ist. An dessen Stelle finden sich hier zwei Tasten für Rückwärts- und ersten Gang in der Mittelkonsole, dazu vergrößerte Wippen am Lenkrad, mit denen rauf- und runtergeschaltet wird. Ein Déjà-vu-Erlebnis aus dem Vorgänger, wo das sequenzielle Sechsgang-Getriebe von Graziano (Cambiocorsa) wegen seiner Trägheit und Ruppigkeit wenig überzeugte. Dabei entspricht die Software nun der im Ferrari 599 GTB und arbeitet im Sportmodus deutlich schneller: Durch Überlappung der drei Phasen (Auskuppeln, Gangwechsel, Einkuppeln) wird der Kraftfluss nur für 100 Millisekunden unterbrochen - jedoch allein bei manueller Betätigung und jenseits von 5.500/min, wenn das an die Hinterachse verpflanzte Getriebe in das schärfste, geradezu brachiale Programm MC-Shift wechselt.
Druck auf die Sport-Taste und los
Mit dem Druck auf die Sport-Taste beginnt auch beim Motor der Wechsel ins Dramatische, Aufreizende - selbst im Automatik-Programm. Schlagartig scheint der eben noch gelangweilt vor sich hinbrabbelnde Achtzylinder aufzuschrecken, spannt kurz die Muskeln und bläst mit brünftigem Röhren zum großen Halali. Gefühlsmäßig stoßen jetzt mindestens doppelt so viele Bläser ins Horn, weil die Schallwellen ungehindert ins Freie treten, während sie sonst mit pneumatischen Ventilen im zweiflutigen Sportauspuff umgeleitet und stark gedämpft werden.
Maserati Gran Turismo S
Maserati Gran Turismo S: Schärfer und schneller
Autor: Bernd Stegemann

