Mini Clubman: Mini Clubman: The Doors

Das wäre unter Sir Alec Issigonis sicher nicht passiert. Doch die eigenwillige, kultige Konstruktion passt zum Mini. Nüchtern betrachtet steigen Passagiere aber in viertürige Kleinwagen bequemer ein. Einmal drin im Fond des langen Kleinen, fühlt sich selbst der 1,89 Meter große Autor nicht mehr wie auf einem Ryanair-Flug nach Stansted.

Acht Zentimeter mehr Beinfreiheit lösen endlich die Knie aus den vordersitzgepolsterten Bandscheiben des Fahrers, und durch die gezogenen Seitenscheiben rauscht die Landschaft im 16:9-Format vorbei. Auf Englisch cosy, also gemütlich, geht es im Fond zu. Trotzdem, sorry Mini-Pressetexter: Das ist keine Lounge. Der Rest ist Kennern bekannt.

Das Barbie- und Ken-Armaturenbrett mit dem Giganto-Tacho und der Kuchengrafik-Tankuhr. Wer einen balkenfreien Blick auf die Ampel erhaschen will, muss wie üblich den Kopf querlegen. Fährt sich der Supersize-Mini auch wie gewohnt? Sogar etwas besser. Auf der Autobahn beruhigt der längere Radstand seine nervöse Vorderhand, und auf Kurvenspielplätzen tollt der mit dickeren Stabilisatoren und auf das höhere Gewicht angepasster Feder-Dämpfer-Kennlinie ausgestattete Clubman genauso ausgelassen und beschwingt wie der kleine Bruder herum.

Sensible Piloten spüren, wie seine rund vier Prozent höhere Hecklast seinem Po beim Lastwechsel einen kleinen animierenden Kick versetzt, doch ESP ist hier erstmals serienmäßig zur Stelle. Gleichzeitig schält der Asphalt beim Beschleunigen aber auch einen Tick mehr Gummi von den scharrenden Vorderrädern.

Besonders, wenn unter der Haube der prächtige, zusammen mit Peugeot entwickelte 1,6- Liter-Turbo mit Direkteinspritzung und Twinscroll- Lader schon aus dem Drehzahlkeller heraus kräftig anschiebt – genüsslich pfeifend und rumorend. Für nur 160 Euro sorgt das Sperrdifferenzial für noch mehr Druck, aber auch starken Zug in der Lenkung.

Kein Kreuzchen verdient das optionale Sport-Fahrwerk, das schon bei Fahrbahnmarkierungen übel aufstößt. Günstige Preise und eine gute Ausstattung waren ebenfalls noch nie eine Mini-Stärke. Die Einstiegs- Version Cooper steht ab dem 10. November für 19 900 Euro bei den Händlern – ohne Klimaanlage. Der Preis dafür, dass der kleine Spaßmacher endlich vernünftiger geworden ist.

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