Erst bei genauerem Hinsehen fällt der Heckdiffusor auf, der aerodynamisch Abtrieb erzeugt, ohne den Luftwiderstand zu erhöhen. Eigene Seitenschweller, GT-Blenden und ein Spoiler aus dem Aero-Programm runden das Aerodynamik-Paket ab. Die Faszination des Ruf-Fahrens setzt sich jedoch nicht nur zusammen aus technischen Goodies, handwerklicher Gediegenheit und der hochexakten Dirigierbarkeit eines raren Sportgeräts. Sie liegt auch im Fest für die Ohren. Das Dahinscheiden der Luftkühlung und immer rigidere Lärmverordnungen haben ja den Porsche-Sound der frühen Jahre fast zu Grabe getragen. Im Ruf 3600 S gibt es jedoch wieder etwas auf die Ohren, und zwar etwas unnachahmlich Sinnliches. Unter dem heiseren Schnorcheln aus dem Ansaugtrakt marschiert das trocken-markante Stakkato der Zündungen, und über allem pfeift fröhlich der Sopran des Fahrtwinds am Rahmen der Frontscheibe. Die Gänge scheinen sich fast wie von selbst in der Kulisse einzusortieren, die Bremse erfreut mit einem sehr exakten Druckpunkt, und der Carrera-Motor zieht den 3600 S nachdrücklich aus dem Erlebnis Kurve hinaus auf das Abenteuer Gerade. Die höchste Stufe der Pfaffenhausener Freude am offenen Fahren ist der 3600 S allerdings noch nicht. Dieses Prädikat kommt dem 911 Turbo-Cabrio aus gleichem Hause zu. Das bietet dann bis zu 520 PS, die per Allradantrieb auf die Straße gelangen. Denn der Ruf nach mehr hat im Allgäu noch immer eine Antwort gefunden.


