Der zeigt innerlich wie äußerlich zahlreiche Ruf-Goodies, von der Kurbelwelle über die Kolben bis hin zu den Zylinderköpfen. Aber schon das Konstruktionsprinzip als Sechszylinder-Boxer entlarvt, dass Porsche-Power am Werk ist: 3,8 Liter Hubraum, zwei Turbolader samt Ladeluftkühler, 700 PS, 890 Newtonmeter Drehmoment. Das alles wird losgelassen auf ein Auto, das nicht zuletzt dank aus Kohlefaser gefertigter Karosserie gerade mal 1400 Kilogramm wiegt. Heiliger Strohsack. Aber steigen wir zunächst einmal ein. Erste Überraschung: Man kann den Ruf mit Würde betreten, muss sich nicht mit albernen Verrenkungen ins Cockpit fädeln. Anschließend sitzt man bequem, gänzlich umhüllt von sauber verarbeitetem Leder, und schaut in eine seltsam vertraute Umgebung. Die Mittelkonsole ist Porsche pur. Sogar die Getränkehalter fehlen nicht. Und auch die Instrumente sind echte Porsches. Wenn man einmal davon absieht, dass die Tachometer-Skala bis 420 km/h reicht und die Zahlen ein nostalgisches Grün aufweisen, das den Kenner sofort an den Ur-Porsche 356 denken lässt. Keine exotischen Extravaganzen also, sondern erprobte Ergonomie und eine Ausstattung, bei der auch Navigationssystem und PSM (Porschianisch für ESP) nicht fehlen. Dass der Zündschlüssel links vom Lenkrad sitzt, macht das Panorama komplett. Wer nach hinten blickt, sieht nichts. Hinter den Sitzen zeigt der CTR 3 die endgültige Geschlossenheit eines Kastenwagens. Eine kleine Kamera übernimmt die Rolle des Innenspiegels, und dies ist denn auch eines der wenigen Details, an das man sich erst einmal gewöhnen muss. Das zweite ist das Getriebe. Es sitzt hinter dem Motor, ist aus Platzgründen quer eingebaut und arbeitet sequenziell. Der forsch aus der Mittelkonsole ragende Schaltstock muss also nicht durch eine Kulisse geführt, sondern nur nach vorn (Zurückschalten) oder hinten (Hochschalten) gedrückt werden. Trotzdem hat das Schalten nicht den Mausklick-Charakter ähnlicher Konstruktionen. Es gibt keine Schaltpaddel am Lenkrad, dafür aber ein ganz normales Kupplungspedal.


