Also auskuppeln, Schalthebel drücken, einkuppeln. Auf Wunsch auch Zwischengas geben. Hier ist keine Automatik-Funktion im Spiel, der Fahrer bleibt der Herrscher über die Mechanik. Die Kupplung greift überraschend weich, der Motor zieht brummelnd schon im unteren Drehzahlbereich. Den CTR 3 in Bewegung zu setzen ist so harmlos wie Golf-Fahren. Und wer befürchtet hat, dass ein 375-km/h-Sportwagen in etwa so viel Komfort bietet wie das Bett eines indischen Fakirs, erlebt die zweite Überraschung. Im CTR 3 spürt man genau die Beschaffenheit der Straße, aber man bekommt auf Bodenwellen keinen Tritt ins Kreuz verpasst. Der stellt sich erst bei beherzter Betätigung des Gaspedals ein. Weil 700 PS auf 1400 Kilogramm treffen, können Sie sich das Leistungsgewicht (kg/PS) leicht im Kopf ausrechnen. Das Resultat fühlt sich dann etwa so an, als sei im Aufzug das Seil gerissen. Wie schön, dass es moderne Errungenschaften wie eine Antriebsschlupfregelung gibt. Schön auch, dass der Biturbo-Motor nicht so sanft vor sich hinnuscheln muss wie sein Onkel aus der Serie, sondern dank einer Ruf-eigenen Auspuffanlage seine Stimme erheben darf. Je höher die Drehzahl steigt, desto mehr entfaltet sich der klassische Porsche- Sound, untermalt bisweilen vom schweren Schnaufen der Wastegates, wenn überschüssiger Ladedruck abgelassen wird. Der Countdown läuft für den CTR 3. Schon im April 2008 soll die Weltpremiere sein – beim Formel 1-Grand Prix in Bahrain. Denn dort wird der CTR in einer neuen Ruf-Manufaktur gebaut, was zollrechtliche und Fördergelder- Gründe hat. Die Bestellungen nimmt ein stolzer Alois Ruf im heimischen Pfaffenhausen entgegen. 19 hat er schon. Alle, wen wundert’s, von Männern.


