Das E-Modell stammt aus Entwicklungsgründen noch aus der letzten Generation, aber beim Sprint von Null auf 60 km/h (5,7 Sekunden) summt er seinen neueren Verbrenner-Brüdern tüchtig um die Stummelschnauze. Das perfekte Stadtauto. Bei höherem Tempo klingt er zwar immer noch wie ein größenwahnsinniger Turbolader, aber der Vorwärtsdrang wird zäh. Die versprochenen 112 km/h Maximaltempo zu erreichen, dauert gefühlt so lange wie eine Fahrt vom Tower nach Heathrow. Seine Energie schöpft der Öko-Zwerg aus einer exotischen Batterie: Der Natrium-Nickel-Chlorid-Akku im Heck strotzt mit ähnlich hoher Energiedichte wie ein Lithium-Ionen-Akku, jedoch zu einem spürbar niedrigeren Preis. 15,5 nutzbare Kilowattstunden stecken in ihm - laut Smart genug für 115 Kilometer Reichweite. Aber der 135-Kilo-Block ist ein Hitzkopf; die im Entwickler-Jargon Zebra genannte Batterie funktioniert nur zwischen 270 und 360 Grad Celsius. Darunter muss nachgeheizt werden.
Nicht für den privaten Serieneinsatz gedacht
Dicht eingepackt in Vakuum-Schaum-Isolierung bleibt der Akku auch im Stand einen Tag in seinem Temperaturfenster. Projektleiter Tilo Schweers macht klar: "Für den privaten Serieneinsatz taugt das Zebra nicht." Der Stromer will am liebsten ständig in Fahrt gehalten werden. Für vielbeschäftigte Nutzer wie die Verwaltung des Stadtteils Islington kein Problem. Geht die Ladeanzeige im Cockpit in den roten Bereich, stehen sogar einzelne öffentliche Ladestationen zur Verfügung. "Am Anfang nutzen die Fahrer meist nur 50 Prozent der maximalen Kapazität. Später werden die Fahrer aber mutiger", erzählt Schweers. Manchmal auch zu mutig, wie ein Angestellter des Islington Council, der mit geschätzter Ein-Prozent-Restkapazität in Werkstätten und Haushalten verzweifelt um Strom bat. Er durfte nicht andocken, das Anliegen war den Befragten zu suspekt - noch.
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Autor: Alexander Bloch

