Die Liebe zum Detail erklärt sich aus Mullers Missfallen über den vielfach üblichen Einsatz von billigen Materialien in teuren Autos. Sein Credo: "Unsere Kunden fragen nicht nach dem Preis, sie wollen sich mit Hochwertigkeit umgeben."
Und die ist auch unter der von Hand gedengelten Aluminiumhaut sichtbar. Beim Fahrwerk: Die Einzelradaufhängung aus Edelstahl ist oben und unten dreifach angelenkt.
Nach dem Vorbild der Formel 1 liegen die Federbeine quer. Die Dämpferhärte ist einstellbar, ebenso wie Spur und Sturz der Räder.
Doch nicht alles am Spyker wird individuell handgefertigt: Der Motor ist ein Spenderherz – dem Audi S8 entnommen, um weitere gut zehn Prozent in der Leistung gesteigert und dem zweisitzigen Sportler vor der Hinterachse eingepflanzt. Hier lässt der 4,2 Liter große Achtzylinder 405 PS auf die Hinterräder los.
Der Starterknopf erweckt den V8 zu dumpfem Grollen. Erstaunlich leicht lässt sich das Kupplungspedal treten und der erste Gang des ebenfalls aus dem S8 stammenden Sechsganggetriebes einlegen.
Kurz oberhalb der Leerlaufdrehzahl schließt die Kupplung, und der C8 Spyder rollt zur Testfahrt auf dem ehemaligen Grand Prix-Kurs in Paul Ricard. Mit tiefem Auspuffsound schiebt der Motor kraftvoll an. Zwischen 3.000 und 4.500 Umdrehungen lässt er den dank Alu-Bauweise nur eine Tonne schweren Sportwagen so vehement nach vorn stürmen, dass die Nackenmuskeln der Passagiere intensiv trainiert werden.
Bei höheren Drehzahlen wird der angeblich auf TÜV-kompatible Lautstärke gedämpfte Auspuffton höher, und der Achtzylinder feuert sein Verbrennungs-Stakkato durch die dicken Endrohre.
Spyker C8 Spyder: Spyker C8 Spyder: Der Mantel des Geigens
Autor: Marcus Peters

