Leicht enttäuscht steigen wir also in den Tiguan HyMotion 3, für dessen Antrieb eine Ballard-Brennstoffzelle sorgt, wie sie auch Daimler einsetzt. Doch der Brennstoffzellen-SUV entschädigt mit nahezu perfektem Auftritt für entgangene Pionier-Freuden. Der Automatik-Schalthebel bestimmt die Richtungswahl, und der Tritt aufs Fahrpedal setzt den Tiguan zügig in Bewegung, begleitet allerdings vom an- und abschwellenden Geräusch des Kompressors, der den Wasserstoff durch die Kanäle des Brennstoffzellen-Stacks fördert.
Forschungsfahrzeug mit serienähnlichen Standard
Zudem mischt sich mitunter kurzzeitiges Surren oder Klacken in die Geräuschkulisse. Das ist keineswegs unangenehm und fällt nur wegen des besonders dezent agierenden Motors auf. "Die Geräusche konnten wir gegenüber dem Vorgänger stark verringern", erklärt Entwickler Sören Stobbe. Schließlich erwarten Vorstände eines großen Autokonzerns selbst von einem Forschungsfahrzeug serienähnlichen Standard.
Brennstoffzellen-Aggregats wie eine Motoreinheit
Den kann man dem elektrischen Antrieb durchaus bescheinigen. Spontan und zugleich harmonisch reagiert der auf Beschleunigungswünsche, das eher zäh ansprechende Bremspedal hingegen birgt noch Verbesserungspotenzial. Doch sind solche Kleinigkeiten nicht entscheidend. Vielmehr kommt es den Entwicklern auf die Fortschritte an, die man gegenüber dem Touran HyMotion 2 aus dem Jahr 2004 erreichen konnte."Der Stack selbst ist für uns reine Kaufware", erklärt Frank Seyfried. "Wir beschäftigen uns mit der Optimierung der Peripherie, der Steuerungslogik, der Wasserstoff- und Sicherheitstechnik." Ein entscheidender Punkt war auch, das Package des Brennstoffzellen-Aggregats so zu entwickeln, dass es mit einer üblichen Fahrzeugplattform kompatibel ist und wie eine Motoreinheit ein gebaut werden kann.


