Veritas RS III: Limitierter Supersportler

Urgewalt des Fünfliter-V8

Erster Eindruck: kleiner Mann im Riesenauto. Der Zuhörer nickt verständnisvoll. Den Weg hinauf in die Berge begleitet eine gewisse Nervosität; bloß keinen beim Spurwechsel übersehen. Für die Augen des Fahrers endet die Karosserie auf Höhe der vorderen Lufthutze. Beim Schulterblick verabschiedet sich die Baseballkappe - wir hätten uns besser hinter den Frontscheiben-Stummel ducken müssen. So aber nimmt sich der Wind, was ihm gefällt.

Dann wird die Straße breiter, und die Urgewalt des Fünfliter-V8 verdichtet sie zu wenigen Schaltvorgängen bis zu den engen Pässen der Rallye Monte Carlo. Hier wird der zwei Meter breite Veritas eingekeilt zwischen dem Gegenverkehr und der Felswand. So animierend das V8-Bollern auch zurückhallt: Jeder Versuch, die 400 PS springen zu lassen, setzt die Unversehrtheit der ausufernden Kohlefaser-Karosserie aufs Spiel. Ausweichen - wohin? Klingt nach Stress, ist aber vor allem mentale und körperliche Schufterei.

Der tosende Wind, die sengende Sonne, der Kampf mit den Dimensionen, die Konzentration beim späten Bremsen und frühen Gasgeben - der Veritas verlangt nach Einübungszeit und breiter Bahn, auf der Fahrer und Auto ihre Grenzen kennenlernen dürfen. Etwa einer Rennstrecke, dort sähen ihn seine Macher auch am liebsten. Weshalb im voraussichtlichen Preis ab 335.000 Euro ein Fahrerlehrgang enthalten ist. Wann er auf den Markt kommt?

Der erste Kunde soll seinen Veritas frühestens nächsten Mai erhalten, mehr als 30 Fahrzeuge werden nicht gebaut. Dann könnte eine Art zweisitziges Coupé folgen, wieder limitiert. Mittlerweile ist es Mittagszeit, und der Veritas hat noch eine Verabredung, was nur die Tagesausflügler bedauern. Der Ferrari-Verleiher dagegen blickt erstmals zufrieden - er ist seinen hartnäckigen Konkurrenten los.

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Marcus Peters

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