Dabei sollte er vor allem neugierig machen. Was hier noch in aller Vorläufigkeit vor sich hin hämmert, ist nicht viel weniger als ein Stück Diesel- Zukunft des Wolfsburger Hauses. Downsizing ist das Rezept.
Der Eco-Racer entwickelt seine 136 PS aus nur 1,5 Liter Hubraum. Sein Motorblock stammt aus dem Golf GT, das Kurbelgehäuse besteht aus Grauguss – teureres Aluminium hätte kaum Gewichtsersparnis gebracht. Wirklich neu aber ist die Common-Rail-Einspritzung anstelle von Pumpe-Düse, dem System, von dem sich VW ab 2007 sukzessive trennen will.
Die höheren Kosten der Pumpe-Düse-Einspritzung sind der Grund, auch das herzhaftere Laufgeräusch, aber für das akustische Feintuning bleibt ja noch etwas Zeit. Einen Partikelfilter hat der Eco-Racer selbstverständlich an Bord. Weghören, am besten gleich das Targadach herunternehmen und die flache Rennscheibe montieren, damit der Sound des Zukunfts-Diesels im Fahrtwind untergeht. Die VW-Entwickler sprechen allen Ernstes von der „Entkleidung“, und sie dauert keine fünf Minuten.
Die schlechte Nachricht: Im Alltag wäre ein Helm anzuraten. Die gute Nachricht: Auch wenn das Dach draufbleibt, fällt großen Fahrern der Himmel nicht auf den Kopf, weil sie sich erstaunlich großzügig untergebracht fühlen. Und eine Nachricht, die zu erwarten war: Die Abwesenheit einer spürbaren Anfahrschwäche, das fixe Naturell des DSG-Getriebes, 250 Newtonmeter Drehmoment und ein Leistungsgewicht von sechs Kilogramm pro PS machen den Eco-Racer zum Ego-Racer, einem Hedonisten-Spielzeug mit weitgehend neutralem Eigenlenkverhalten und trockenem, aber gerade noch komfortablem Fahrwerk.
Er ist der politisch korrekte Hardrocker, der sich nicht in den Schritt fasst und dessen Deodorant nicht versagt, im Handling milder als etwa ein Elise und noch dazu von ESP gezügelt. Die gefühlte Seriennähe steigt so mit der Stärke des Fahrtwinds und der Kurvengeschwindigkeit.
Und die Hoffnung beschleunigt das Gefühl, dass sich Prototypen normalerweise anders anfühlen. Deutschland verzichtet. Aber vielleicht, so die Botschaft des Eco-Racer, wird irgendwie doch noch alles gut.


