Aston Martin Cygnet Fahrbericht: Japan-Mini im Nobellook

Aston Martin Cygnet, Frontansicht, Stand

Der britische Sportwagenbauer Aston Martin bietet mit dem Aston Martin Cygnet einen verbrauchsgünstigen Kleinwagen an. Als Basis für den 40.000 Euro teuren Spritsparer dient ein Toyota IQ.

Ja, es ist Wahnsinn, für einen umgebauten Toyota IQ an die 40.000 Euro auszugeben. Umso mehr, als die Basis schon für ein Drittel zu haben ist und sich technisch kaum unterscheidet. Das Ganze ist so wahnsinnig, dass vom Aston Martin Cygnet schon 400 Stück verkauft wurden und die Lieferzeit inzwischen fünf Monate beträgt.

Cygnet mit hohem Hinguck-Faktor

Wo sonst haben Kleinwagen-Kunden die Wahl zwischen 25 verschiedenen Lederfarben, können sich Teppiche passend zur heimischen Auslegeware anfertigen oder jede Lackfarbe der Welt anmischen lassen? Den typischen Cygnet-Kunden, der bereits ein oder mehrere Luxusautos besitzt, können die Preise des Bonsai-Aston daher nicht umhauen. Wohl aber seine Außenwirkung. Wo im Präsentationsort London Rolls-Royce oder Ferrari mit demonstrativer Nichtbeachtung bestraft werden, erntet der Cygnet jede Menge Daumen-hoch.

Auf den Toyota IQ fiel die Wahl nicht nur wegen des kleinen Wendekreises. Seine Proportionen mit extrabreiter Schnauze eignen sich ideal zur Adaption der traditionsreichen Kühlermaske. Die geräumigeren Fiat 500, Mini und Ford Ka schieden daher schnell aus. Für Stadt-Trips genügt das Platzangebot der Schmuckschatulle Aston Martin Cygnet allemal. Zwei Personen sitzen auf den üppig gepolsterten Sesseln luftig, rückt der Beifahrer vor, geht es auch zu dritt.

Toyota-Technik bleibt unangetastet

Glücklicherweise widerstanden die Entwickler des Aston Martin Cygnet der Versuchung, den Stadtflitzer mit großen Rädern und Sportfahrwerk auf Westentaschen-DBS zu trimmen. Dank Toyota-Serienfahrwerk und ziviler Serie-60-Bereifung nimmt der Cygnet selbst bösartige Temposchwellen locker. Auch Motor und Getriebe rührten die Aston Martin-Entwickler nicht an. Angesichts der realen Durchschnittsgeschwindigkeiten in vielen Metropolen wurde das Temperament des 98 PS starken Vierzylinders als ausreichend eingestuft. Da sage doch noch einer, der Kleine sei unvernünftig.

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Dirk Gulde

Autor:

auto motor und sport, Heft 13 / 2011

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