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Aston Martin DB9

Bodycheck eines Gentleman

Foto: Hans-Dieter Seufert

Der attraktive Aston Martin DB9 steht für eine neue Ära der britischen Traditionsmarke. Ein mit 456 PS bärenstarker V12-Motor im Alu-Chassis kündigt von königlichem Fahrvergnügen.

23.04.2004

Der neue Aston Martin DB9 besitzt einen Digitaltacho und vier schwarze Wähltasten, mit denen sich das Automatikgetriebe ganz im Stil eines Wäschetrockners bedienen lässt. Oh, my dear! Natürlich hat sich in den letzen 90 Jahren seit Gründung der britischen Sportwagenfirma so einiges getan: Der Papst fährt Ski, der Mond ist erobert, der Welt-Kommunimus gebannt, und Porsche baut den Cayenne. Doch rechtfertigt dies einen solchen Bruch mit der Tradition? Aston Martin-Chef Ulrich Bez sagt eindeutig ja: „Die Tasten stehen für die hohe Glaubwürdigkeit von Aston Martin. Jeder weiß doch, dass moderne Automatikgetriebe elektronisch gesteuert werden. Sportliche Mittelschalthebel sind überflüssig.“ Er wird im neuen Aston Martin-Coupé, das laut Bez für den „Relaunch der Marke Aston Martin“ steht, nicht vermisst. Die entstandene Lücke füllt eine quadratische Vertiefung für das Handy und der unter einem Schiebedeckel verborgene Aschenbecher aus mattem Glas, an dem sich selbst Nichtraucher wie Bez delektieren dürfen.

Traditionalisten kommen im DB9 auch ohne Mittelschalthebel auf ihre Kosten. Aufwendig verarbeitetes Walnuss-, Mahagoni- oder Bambus-Holz, das erstmals einem Automobil Glanz verleiht, würden jedem Schreinergesellen zum Meisterstück gereichen. Sie ersetzen komplette Bereiche des ansonsten in Leder, Alcantara, Aluminium und Magnesium gestalteten Interieurs: die oberen Türabschlüsse und die sich zur Windschutzscheibe hin wölbende Mittelkonsole. Dort verbirgt sich unter einem per Laserstrahl ausgesägten Holzdeckel der Navigations-Bildschirm, der nur zum Navigieren in Erscheinung tritt, weil ein separates, diskret platziertes Display über Heizung und Audio-Anlage informiert.

Aston Martin-Designer Henrik Fisker: „Das Holz im DB9-Innenraum sollte nicht nur Zierrat sein und irgendwelche ebenen Flächen abdecken, sondern seine eigene Form erhalten.“ Außerdem sei es nicht lackiert und würde daher je nach Pflegegrad durch den Besitzer mehr oder weniger schnell altern. Im stärksten Kontrast zur Holzbeplankung stehen die digital eingespielten, hellgrün leuchtenden Ziffern des Tachometers, maximal 300 km/h. Natürlich besitzt der sportliche Brite auch eine kreisrunde, analoge Tempoanzeige, die ebenso wie der benachbarte Drehzahlmesser in Aluminium ausgeführt ist. Da sich jedoch die Ziffern auf den glänzenden, laut Fisker „dreidimensional in mehrere Ebenen gestalteten Uhren“ etwas mühsam ablesen lassen, käme dem DB9-Piloten die Digitalanzeige zu Hilfe. Eines jedoch werden Aston-Traditionalisten im DB9 wirklich nicht vermissen: den Sechszylinder-Reihenmotor. 

Technische Daten
Aston Martin DB9
Grundpreis168.000 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4710 x 1875 x 1271 mm
KofferraumvolumenVDA155 L
Hubraum / Motor5935 cm³ / 12-Zylinder
Leistung336 kW / 457 PS (570 Nm)
Höchstgeschwindigkeit300 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h5,1 s
Verbrauch16,6 L/100 km
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