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Aston Martin Rapide - Fahrbericht

Ein großer Aston Martin DB9 für James Bond

Aston Martin Rapide Foto: Nick Dimbleby 27 Bilder

Falls es mit der Familienplanung von Miss Moneypenny und Commander James Bond doch noch klappt: Aston Martin bringt mit dem Rapide einen Viersitzer mit 477 PS und Isofix.

16.05.2010 Sebastian Renz

Morgens den Müll raustragen, dann die Kinder in die Schule bringen und abends rechtzeitig zum Ins-Bett-Bringen wieder daheim sein – da bleibt nicht wirklich viel Zeit dazwischen, um die Welt zu retten. Womöglich ist also doch nicht Commander James Bond, Geheimagent Ihrer Majestät, der bevorzugte Kunde des Rapide - Aston Martins neuem Familienwagen. 

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Vorstellung Aston Martin Rapide
auto motor und sport 04/2010
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Aston Martin Rapide: Der vielleicht eleganteste viertürige Sportwagen der Welt

Den sollten wir eigentlich am Firmensitz von Aston Martin in Gaydon, Grafschaft Warwickshire, kennenlernen. Doch Großbritannien, einst Herrscher über die Weltmeere, Eroberer ganzer Kontinente, beinahe Erstbezwinger des Mount Everest, Erfinder der Barbour-Jacke und des Land Rover kollabiert gerade unter drei Zentimeter Neuschnee. Deswegen treffen wir ihn in Österreich. Aston Martin nennt den Rapide ohne übertriebene Rücksicht auf andere Meinungen den „elegantesten viertürigen Sportwagen der Welt“. Nur um gleich nachzuschieben, der Rapide sei überhaupt der einzige echte viertürige Sportwagen. Oh, das werden sie sicher ungeheuer gern hören in 70435 Stuttgart-Zuffenhausen, wo sie 20.000 Panamera pro Jahr verkaufen wollen – zehn Mal mehr als Aston Martin von seinem Viersitzer. Und vielleicht fragen sie sich bei Porsche bei dessen Anblick nun, ob es richtig war, dem Panamera ein buckeliges Heck aufzupfropfen, auf Geheiß eines einzelnen Herrn, der in der Firma nun nichts mehr zu sagen hat.

Der Aston Martin Rapide ähnelt dem DB9

Der Aston Martin Rapide muss sich nicht vorwerfen lassen, seine Schönheit der Funktionalität zu opfern. Zwar überragt die Serienversion die 2006 in Detroit präsentierte Studie um 2,5 Zentimeter – nicht aus einem solch profanen Grund wie dem, mehr Kopffreiheit im Fond zu schaffen, sondern weil sich das Designteam um Marek Reichman an den niedrigen Seitenfenstern störte. Die vergrößerten Scheiben überdecken die B-Säule, so ähnelt der Aston Martin Rapide schräg von vorn dem Aston Martin DB9. Was sich auch anbietet, schließlich basiert er auf ihm. Mehr als zehn Prozent Gleichteile, betont die beflissene Pressestelle eilig, gebe es zwischen den beiden Wagen aber nicht. Motor und die im Transaxle-Prinzip an der Hinterachse positionierte Sechsgang-Automatik, ja, die schon. Auch das Cockpit, wobei der Rapide eine elektrische Parkbremse habe, wovon man sich gern überzeugen könne. Zudem nutzt der Viertürer dieselbe Grundstruktur wie die Coupés.

Die Aston Martin Rapide-Fondpassagiere sind sicher fixiert

Bremsen sowie das Fahrwerk mit Einzelradaufhängung passten die Techniker beim Aston Martin Rapide dem höheren Gewicht an und streckten den Radstand im Vergleich zum Aston Martin DB9 um 24,9 Zentimeter für die hinteren Türen und das Fondabteil – eine Kombination, die es bei Aston Martin unter dem Namen Lagonda Rapide schon einmal gab, von 1961 bis 1965 in 55 Exemplaren. Der Neue fixiert seine Passagiere hinten verrutschsicher auf fein belederten Sportsitzen, streng getrennt von der unüberwindbaren Mittelkonsole, die aus dem Cockpit entspringt. Das Platzangebot: Ja nun, da darf man nicht vergessen, dass der Aston Martin Rapide keine Limousine sein will. So ist der Raum hinten frei von Opulenz und für Erwachsene körpernah geschnitten, genügt aber für längere Touren.

Optional gibt es einen Römer-Isofix-Kindersitz für den Aston Martin Rapide

Haken wir gleich noch das nächste Thema ab, das bei einem Aston Martin bisher nie interessierte: den Kofferraum. Unter die gar nicht mal so große Heckklappe passen – für alle, die Ladevolumina nicht in Golfbags berechnen – 317, bei umgeklappten Rücksitzlehnen 886 Liter. Da haben wir jetzt also alles zusammen: vier Türen, klappbare Rücksitze, Heckklappe, dazu eine Optionsliste, die auf jede Andeutung von Stingerraketen, schusssicheren Scheiben und Schleudersitzen verzichtet. Statt dessen preist sie einen Römer-Isofix-Kindersitz an. Das soll ein Sportwagen sein? Und was für einer! Tief und eng integriert – eben wie in einem Sportwagen – sitzen Pilot und Co. Druck auf den Startknopf, und die Klangwelle des V12 fegt die letzten Zweifel davon.

Der Aston Martin Rapide fühlt sich wie ein Sportwagen an

Unser Chauffeur schnipst Fahrstufe D ein, sein rechter Fuß stupst das Gaspedal an, die Hinterräder des Aston Martin Rapide wirbeln Schneefontänen auf, bis die Traktionskontrolle resolut eingreift. Aus dem verschneiten Parkplatz pflügt der Rapide mit leichtem Heckschwänzeln auf die Straße. Es dauert drei Kurven, und sie sind vergessen: Rücksitze? Welche Rücksitze? Denn der Rapide fühlt sich wie ein Sportwagen an, ohne jede limousinige Behäbigkeit. Nur die träge Automatik stört beim eiligen Fahren – ein Problem, das der Pilot mittels der belederten Magnesium-Schaltpaddel kurzweilig umgehen kann. Wobei man auch als Mitfahrer spürt: Ganz kann der Aston Martin Rapide seine knapp zwei Tonnen Gewicht – 190 Kilo mehr als beim DB9 – nicht verheimlichen. Doch mit seiner rückmeldungsstarken und präzisen Lenkung wetzt er kaum weniger agil um Kurven als ein DB9. Ist der ein Auto, mit dem man den Beifahrer schwindelig fahren kann, so gelingt das nun im Rapide bei kleinem Mehraufwand endlich mit der ganzen Familie.

Der Aston Martin Rapide wird beim 24-Stunden-Rennen starten

Wobei er die auch behaglich befördern kann. Auf der Autobahn beruhigt der lange Radstand des Aston Martin Rapide den Geradeauslauf. Beim Federungskomfort profitiert er von Reifen mit höherem Querschnitt und adaptiven Dämpfern. Selbst wenn im Sport-Modus die strammste der fünf Kennlinien angewählt wird, bleibt der Komfort langstreckenverträglich. Ein Auto für die große Interkontinentalreise also, ein Sportwagen für die ganze Familie oder eben doch für James Bond – der hätte dann Platz für gleich drei seiner wechselnden Damenbekanntschaften. Dazu aber auch ein Auto für die Rennstrecke, wie Aston Martin-Chef Ulrich Bez verrät: Der Rapide wird beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring starten. Um zu beweisen, dass er ist, was er ist. Ein echter Sportwagen.

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Technische Daten
Aston Martin Rapide
Grundpreis189.995 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe5019 x 1929 x 1360 mm
KofferraumvolumenVDA317 bis 886 L
Hubraum / Motor5935 cm³ / 12-Zylinder
Leistung350 kW / 477 PS (600 Nm)
Höchstgeschwindigkeit296 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h5,2 s
Verbrauch14,9 L/100 km
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