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Aston Martin V12 Vantage im Fahrbericht

Der Über-Aston-Martin

Aston Martin V12 Vantage Foto: David Shepherd 16 Bilder

In der kompakten Karosserie des Aston Martin V12 Vantage steckt der riesige und 517 PS starke Zwölfzylinder des DBS. Macht ihn diese Kombination zum neuen Über-Aston Martin?

10.07.2009 Marcus Peters

Gerne inszeniert sich Aston Martin dramatisch, jagt seine edlen Modelle für Werbefotos bei fahlem Licht durch Blitz und Donner. Doch an diesem Tag bemüht England alles, was einen Bilderbuch-Frühlingstag ausmacht: Der Himmel ist weiß-blau, die Landschaft im Blütenrausch, die Straße griffig. Einzig in Sicht: ein Sturm der Begeisterung über den Aston Martin V12 Vantage.

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Fahrbericht Aston Martin V12 Vantage
auto motor und sport 14/2009
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Der Aston Martin V12 Vantage ist Mini-Ausgabe des DBS

Und natürlich der kleine Aston Martin selbst. Der fegt zwischen den Hecken und Zäunen durch, bis die Herbstlaub-Überbleibsel zu Staub zerfallen. Der V12 Vantage wird zur Kehrmaschine des Königreichs. Und sie arbeitet effektiv: Was die Lufteinlässe der beiden Zylinderbänke vorne nicht gurgelnd einsaugen, wird hinten vom Schalldruck der Endrohr-Posaunen zerstäubt. Der V12 Vantage ist die Mini-Ausgabe des Aston Martin DBS. Dessen dicker Zwölfzylinder macht sich in der zierlicheren Karosserie der kleinen Baureihe breit – und droht den Motorraum fast zu sprengen. Dieser wurde schließlich für einen Achtzylinder ausgelegt. Und der sitzt schon alles andere als schmächtig unter der Fronthaube des Aston Martin V8 Vantage. Doch der Sechsliter-V12 ist noch einmal 20 Zentimeter länger.

Der Vorderbau des Aston Martin V12 ähnelt dem DBS

Irgendwo im Werk in Gaydon muss der gigantische Schuhlöffel liegen. Damit haben sie den nach wie vor in Köln gefertigten Block zwischen die Dome und unter das Armaturenbrett gehebelt, wobei die Trockensumpfschmierung auf der Strecke blieb. Oder wurde die Aluminiumkarosserie Stück für Stück um den Motor herum zusammengefügt? Jedenfalls schafft eine neue Struktur des Rahmens hinter der Frontschürze gerade so viel zusätzlichen Raum nach vorn, dass sich der V12-Block hineinzwängen lässt. Technisch ähnelt der Vorderbau nun dem des DBS.

Der V12 Vantage wiegt nur 50 Kilogramm mehr

Und im Charakter? Der Aston Martin V12 Vantage ist wilder, hungriger, athletischer. Und agiler. Faktisch liegt er als Thronfolger auf der Lauer – aber King DBS macht keinen Platz und hockt auf seiner unerreichbaren Image-Schwere. Zum King wird der Aston Martin V12 Vantage nur für Kenner. Allen anderen muss er seinen Anspruch erklären. Obwohl der Zwölfender um 100 Kilogramm schwerer ist als der Achtzylinder, wiegt der Aston Martin V12 Vantage nur 50 Kilogramm mehr als sein V8-Pendant. Die Keramikbremsen reduzieren das Gewicht um 15, die Sitze aus kohlefaserverstärktem Kunststoff um 20 und die Felgen um fünf Kilo. Macht 1.680 Kilogramm Leergewicht. Und schon wird gerechnet: Wie wäre es, wenn man die leichten Bauteile ins V8-Modell packen würde?

Aston Martin V12 Vantage mit Handschaltung

Man könnte also den Reiz des Zwölfzylinders kaputt sinnieren. Oder man könnte wissend lächelnd auf den Ansaugtrakt mit zwölf statt acht Venen blicken. Und sich darauf freuen, dass ein fetter Aston Martin V12 Vantage mehr anschiebt als ein dicker V8. Nicht zu vergessen das akustische Alleinstellungsmerkmal, der animalisch-wilde Klang bei gleichzeitig samtig-ausgeglichenem Lauf. Das alles gab es bislang nur in Kombination mit einer ausufernden Karosserie, doch jetzt haben wir in einer kompakten Platz genommen, drücken den gläsernen Startknopf und legen den ersten von sechs Gängen per Hand ein. Automatisch oder sequenziell ist das beim Aston Martin V12 Vantage nicht vorgesehen. Wie beim Aston Martin DBS folgt auch hier Kritik: Der Schalthebel sitzt zu weit Richtung Hinterachse, also Richtung Getriebe (Transaxle-Bauweise).

Starker Motor beim Aston Martin V12 Vantage

Da trifft es sich gut, dass man nur ungern das hautschmeichelnde Lenkrad loslässt. Es ist auch nicht wirklich häufig nötig, weil der Sechsliter einen ebenso gleichmäßigen wie hohen und breiten Drehmoment-Berg auftürmt; das Zurückschalten ist eine Möglichkeit, aber keine Pflicht. Aston Martin gibt die 517 PS des DBS an; diese scheinen im kaum 50 Kilogramm leichteren Aston Martin V12 Vantage wie von einer Last befreit – der Schubeinsatz bei 4.500/min ist neu und noch dramatischer, wenn man den Sport-Knopf drückt: Er beflügelt die Gasannahme, die Auspuffklappen stehen auf Durchzug, und der Motor stemmt 70 Nm mehr (insgesamt 570 Nm). Thronfolge hin oder her: Das ist der Über-Aston.

Stilsicheres Luxusumfeld im Aston Martin V12 Vantage

Der Aston Martin V12 Vantage bereitet allen Freude, dem Fahrer wie dem Zuschauer. Letzterer berauscht sich an der äußeren Schönheit, Ersterer auch an der inneren mit ihrem Kontrast aus strikter Klarheit und lustvollen Details wie etwa den groben Nähten neben Klavierlack. In diesem stilsicheren Luxus-Umfeld bleibt man selbst dann relaxt, wenn Lenk- und Schwimmwinkel im Track-Modus des ESP zunehmen – bei warmen Reifen ist der Aston Martin V12 Vantage vertrauensselig. Schade, dass Aston Martin die wetterfühligen Pirelli P Zero Corsa montiert. Auf kühle Temperaturen reagieren sie britisch-steif, wischen ungelenk durch die Kurve und müssen sich erst für den Asphalt erwärmen. Doch dann verrutscht bei den erzielbaren Fliehkräften nur noch der sonst so korrekt sitzende Anzug des Weltmannes.

Der Sportwagen bietet einen ausgewogenen Reisekomfort

Dass ein riesiges Triebwerk die Vorderachse belastet, merkt man dank den Modifikationen am Fahrwerk kaum: Aston Martin legte den vorderen Stabilisator um 15 und den hinteren um 75 Prozent steifer aus. Die Federn sind nun um 45 Prozent härter und die Karosserie um 15 Millimeter abgesenkt. Damit reagiert der Aston Martin V12 Vantage exakt, dennoch nicht nervös, ist schnell, aber nicht so fiebrig wie etwa ein Lamborghini Gallardo LP560 und hat auch einen deutlich höheren Reisekomfort. Angedeutete Überrollbügel im Fond unterstreichen den Sport-Anspruch. Doch der daran angebrachte Kleiderhaken relativiert den Racer dann wieder aufs markentypische GT-Niveau. Der Vantage will sich weniger mit dem Porsche GT3 (Test Porsche 911 GT3) als vielmehr mit dem Porsche 911 Turbo (Test Porsche 911 Turbo) messen – und dessen Klientel mit seinen Rundungen verführen.

Der Aston Martin V12 Vantage ist limitiert

Man sollte auch Turbo-Fahrer sein, um jetzt nicht zu erschrecken: Der Aston Martin V12 Vantage kostet 169.500 Euro und damit den Gegenwert eines Porsche Cayman weniger als ein Aston Martin DBS, aber etwa den gleichen Betrag mehr als ein V8 Vantage. Ist der Aufschlag für den Über-Aston gerechtfertigt? Nein, er ist überzogen, wie bei Gourmet-Versionen üblich. Mit diesem Brauch hat sich die Luxus-Gesellschaft arrangiert. Verlocken lässt sie sich gerne mit limitierten Exemplaren, weshalb Aston Martin die Stückzahl auf 1.000 begrenzt. Doch selbst bei Bilderbuch-Wetter wie am Tag der Testfahrt betrachtet: Das dürfte ziemlich genau der ohnehin erzielbaren Nachfrage entsprechen. 

Technische Daten
Aston Martin V12 Vantage
Grundpreis172.890 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4380 x 1865 x 1241 mm
KofferraumvolumenVDA239 L
Hubraum / Motor5935 cm³ / 12-Zylinder
Leistung380 kW / 517 PS (570 Nm)
Höchstgeschwindigkeit305 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h4,2 s
Verbrauch16,4 L/100 km
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