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Aston Martin V12 Vantage S im Fahrbericht

Unterwegs im Über-Vantage

Aston Martin V12 Vantage S, Seitenansicht Foto: Aston Martin 10 Bilder

Der Klassiker: Man nehme einen etablierten Sportwagen und packe einen extrastarken Motor hinein. Resultat: der bislang schnellste noch erhältliche Aston Martin überhaupt. Wir waren im 573 PS starken V12 Vantage S unterwegs.

06.01.2014 Michael von Maydell Powered by

Etwas Geduld bitte. Es lohnt sich. Bevor wir den Motor anwerfen, eben die obligatorischen Infos. Also: Dass der 1,6 Tonnen schwere Aston Martin V12 Vantage S auch mit einem 517 PS starken Sechsliter-V12 erhältlich ist, dürfte dem kundigen Aston-Freund ja bekannt sein. Neu ist nun eine extrascharfe S-Version mit einer Leistung von 573 PS, die den „schwachen“ Zwölfender ablöst. Kostenpunkt: 179.950 Euro. So ganz nebenbei steigt damit auch das verfügbare Drehmoment von 570 auf 620 Nm (5750/min).

Aston Martin V12 Vantage S: Mit Bärenkraft auf Touren

Wobei der Hubraumriese auf Drehzahlen übrigens ganz locker verzichten kann. Schon ab 1.000 Touren stehen über 400 Nm an. Damit diese Bärenkräfte an der Hinterachse auch ankommen, spendiert Aston dem Aston Martin V12 Vantage S eine feiste Kardanwelle aus Karbon sowie ein automatisiertes 7-Gang-Schaltgetriebe (Sportshift III) inklusive Schaltpaddel, das in seiner Grundfassung bereits im aktuellen V8 Vantage S zum Einsatz kommt. So gerüstet soll der Über-Vantage den Sprint auf 100 km/h in nur 3,9 Sekunden erledigen. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Aston mit 328 km/h an, und weil der über 350 km/h schnelle One-77 längst ausverkauft ist, feiert Gaydon den Aston Martin V12 Vantage S als sein derzeit schnellste Serienmodell.

Vorstellung Aston Martin V12 Vantage S 1:06 Min.

Sport-Modus aktivieren und Spaß haben

Ob Aston mit seiner Vmax-Angabe richtig liegt, konnten wir im Hinterland von Kalifornien natürlich nicht checken. Dafür saßen zu viele mürrisch dreinblickende Cops hinter den Büschen. Umso launiger gerieten hingegen die zahlreichen Zwischensprints an den vielen Stoppschildern: Sport-Modus aktivieren, voll aufs Gas und die brachial reingeknallten Gänge sowie den orgiastischen Sound des V12 genießen. Traktion? Immer. Schwänzeln? Null. Dank einer nahezu neutralen Gewichtsverteilung (52 : 48) bringt den Aston Martin V12 Vantage S so schnell wohl nichts aus der Spur.

Kommt dann ein paar Kilometer weiter die nächste Ampel, goutiert der Aston Martin V12 Vantage S manuelles Runterschalten mit heißerem Zwischengas – was für ein Spaß. Peinlich hingegen wirkt der Automatik-Modus, der seine bis dato so glücklichen Insassen bei jedem Schaltvorgang zum unvermeidlichen Kopfnicken zwingt. In der City also besser die Gänge ohne Last auf der Welle reinfluppen lassen – oder noch besser: einfach im hohen Gang dumpf brabbelnd das Drehmoment abgreifen. Ebenfalls für den Alltag zu empfehlen ist der Normal-Modus der neuen Adaptivdämpfer. Die Modi Sport und Track sind hingegen nur etwas für harte Jungs, die über jede Schuppung einer Bodenwelle exakt informiert sein wollen.

Viel Grip, hohe Neutralität

Auf den Kehren hinauf in die zerkarsteten Berge Kaliforniens offenbart der Aston Martin V12 Vantage S schließlich, wo er besonders gern zu Hause ist, nämlich in Kurven aller Art und Radien. Dank einer neuen Lenkung (ZF Servotronic) lässt sich der Aston jetzt hinreichend schnell und präzise dirigieren. Kleine Drifts lässt das kompromissbereite ESP gerne zu. Und sollte der prinzipiell der Neutralität verpflichtete Vantage doch einmal ins Untersteuern geraten, genügt ein kurzer Gasstoß – und der Zweisitzer läuft ganz schnell wieder auf dem richtigen Kurs.

Für das hohe Gripniveau sind auch die Pirelli-Reifen der Spezifikation P Zero Corsa verantwortlich, die – sofern ordentlich angewärmt – dem Fahrer im Grenzbereich viel Vertrauen einflößen. Was der Aston Martin V12 Vantage S auf der Rennstrecke wirklich kann, wird der Supertest klären.

Fazit

Was für ein Auto. Brutal schnell, laut, hart und am Limit so feinfühlig zu dirigieren, dass man mit jeder Kurve seine eigenen Grenzen erneut nach oben verschieben muss. Ein wunderbares Spiel – doch es funktioniert nur, so lange die Reifen schmatzend warm gefahren sind. Ein Auto für den Alltag kann und will der Aston Martin V12 Vantage S aber nicht sein. Das überlässt er dem kleinen V8.

Technische Daten
Aston Martin V12 Vantage S
Grundpreis179.950 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4385 x 1865 x 1250 mm
KofferraumvolumenVDA239 L
Hubraum / Motor5935 cm³ / 12-Zylinder
Leistung421 kW / 573 PS (620 Nm)
Höchstgeschwindigkeit330 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h3,9 s
Verbrauch14,7 L/100 km
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