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Audi A2 1.4 Fahrbericht

Wegweisendes Leichtbau-Konzept

Mit wegweisendem Leichtbau-Konzept und hoher, strömungsgünstiger Form sorgt der neue Audi A2 für Aufsehen. Er ist das erste in großen Stückzahlen gefertigte Automobil, das ganz aus Aluminium besteht. Erste Eindrücke von dem technologischen Trendsetter unter den elitären Kompaktwagen.

02.04.2000

Setzen Sie auf Aluminium“, empfahl Börsen-Altmeister André Kostolany einst in einem TV-Werbespot zum Audi A8. Diesen Hinweis beherzigten nicht nur Geldanleger, wie die Kurssprünge einiger Alu-Aktien an den folgenden Tagen zeigten, sondern auch die Ingenieure bei der Entwicklung des neuen Audi-Kleinwagens.

Denn technologisch wandelt der A2 in den Fußstapfen seines großen Bruders. Auch er besitzt einen filigran anmutenden Rahmen aus Aluminium, über den sich eine Karosserie aus dem gleichen Leichtbaumaterial stülpt. Rund 150 kg oder 40 % beträgt die Gewichtsersparnis im Vergleich zu konventioneller Stahlbauweise. Das verhilft dem A2 zu einem in seiner Klasse konkurrenzlos günstigen Leergewicht von 895 kg (Basisversion mit Benzinmotor).

Um den Alurahmen kostengünstig und in hohen Stückzahlen (Jahreskapazität 60.000 gegenüber 15.000 beim A8) produzieren zu können, musste seine Teilezahl drastisch reduziert und der Automatisierungsgrad auf über 80 Prozent (A8: 25 Prozent) erhöht werden.

Dieses Kunststück gelang durch den Einsatz unter Innenhochdruck gezielt verformter Aluprofile, deren Querschnitte mehrfach variieren. Zum anderen übernehmen große Hochdruckgussteile mit wechselnden Wandstärken und vielen Versteifungen eine tragende Funktion in dem Gerippe.

Dass es trotz seiner Zierlichkeit eine solide Basis für den etwas schmalbrüstigen (1,67 m) und hoch gewachsenen (1,55 m) Kleinwagen ist, wurde bei den ersten Probefahrten eindrücklich unter Beweis gestellt. Knarzgeräusche von der Karosserie oder dem Interieur waren selbst auf schlechten Straßen nicht zu vernehmen. Vielmehr vermittelte der A2 den Eindruck hoher Struktursteifigkeit.

Ein festes Rückgrat ist grundsätzlich auch eine güns-tige Voraussetzung für gute Fahreigenschaften, was der kleine Audi durch sein agiles Handling und das bis zu hohen Kurvengeschwindigkeiten unproblematische, leicht untersteuernde Fahrverhalten weitgehend bestätigt.

Im Kurvengrenzbereich allerdings, wenn er bereits kräftig über die Vorderräder zum äußeren Kurvenrand schiebt, überrascht der Proband bei der ersten Ausfahrt mit deutlich spürbaren Lastwechselreaktionen.

Damit es in kritischen Fahrsituationen nicht zu dick kommt, hat Audi dieses Mal vorgesorgt und den A2 serienmäßig mit dem elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP) ausgerüstet. Zudem sind ABS und eine bis Tempo 50 abschaltbare Antriebsschlupfregelung im Preis inbegriffen.

Seine gute Handlichkeit verdankt der Audi nicht nur dem kleinen Wendekreis, sondern auch der elektrohydraulischen Servolenkung. Sie gestattet problemlose Rangiermanöver, arbeitet bei zügiger Fahrt zielgenau und bietet guten Fahrbahnkontakt.

Die Bremsen (vorne Scheiben, hinten Trommeln) mit elektronischer Kraftverteilung erweisen sich bei verhaltenem Pedaldruck als gut dosierbar und bei kräftigem Zutreten als ziemlich giftig. Harmonischer ist der Komforteindruck.

Die Federung bietet gutes Schluckvermögen und absorbiert auch kleine Unebenheiten, über welche die größeren Brüder des A2 gerne betont trocken hinwegrollen, in überraschend angenehmer Weise.

Zur Markteinführung im Juni rollt der A2 mit dem 1,4-Liter-Benziner, der 75 PS leis-tet und die Abgasnorm EU4 erfüllt. Laut Werksangabe beschleunigt er das Leichtgewicht in zwölf Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und soll für eine Höchstgeschwindigkeit von 173 km/h gut sein. Maßgeblichen Anteil an der respektablen Spitzengeschwindigkeit und dem Durchschnittsverbrauch von 6,0 Liter pro 100 km hat angeblich auch der in dieser Klasse vorbildliche Luftwiderstandsbeiwert (0,28).

Im Fahrbetrieb gefällt der Vierventiler durch ansprechendes Temperament, das von spontanem Antritt ab 2.500 Touren und guter Drehfreudigkeit bis zum frühen Einsetzen des Abreglers bei 5.800/Min. geprägt ist. Seine Leistungsbereitschaft untermalt er mit kernigem Unterton, zu dem sich im oberen Bereich eine leichte Brummfrequenz gesellt.

Die Kraftübertragung obliegt einem in der höchsten Stufe lang übersetzten Fünfganggetriebe. Die Schaltung arbeitet präzise, verursacht aber bei den Gangwechseln teilweise geräuschvolles Klacken, als würde der Hebel in einer Metallkulisse geführt.

Als alternative Antriebsquelle steht zunächst nur der Dreizylinder-Diesel mit Direkteinspritzung, gleichem Hubraum und identischer Leistung zur Verfügung, der auch im VW Lupo zum Einsatz kommt. In der Beschleunigung ist der rund 100 kg schwerere A2 TDI dem Benzin-Pendant auf dem Papier nahezu ebenbürtig.

Im Durchzugsvermögen wird er ihm wegen des um gut 50 % höheren Drehmoments (195 zu 126 Nm) ebenso deutlich überlegen sein wie im Verbrauch (4,3 L/100 km). Der nochmals sparsamere Drei-Liter-A2 soll im Herbst folgen.

Allen Versionen gemeinsam ist das überzeugende Raumkonzept auf einer Gesamtlänge von 3,82 Metern (11 cm mehr als der VW Polo). Davon profitieren nicht nur die Front-, sondern auch die Fondpassagiere, die trotz abfallender Dachlinie reichlich Kopffreiheit vorfinden.

Dank des abgesenkten Wagenbodens können sie ihre Beine bequem abwinkeln. In der Breite reicht der Platz gut für zwei Erwachsene. Ohnehin gibt es den A2 hinten nur mit Einzelsitzen; eine ungeteilte, klappbare Rückbank folgt als Option.

Das Volumen des tiefen Kofferraums ist mit 390 Litern unter der aufpreispflichtigen Abdeckung (156 DM) exakt so groß wie bei der von den Marketingleuten zum Hauptkonkurrenten erkorenen, knapp 30 cm kürzeren Mercedes A-Klasse. Den Zugang erschwert eine hohe Ladekante, die Heckklappe schwingt aber sehr weit hoch.

Durch Umlegen der Sitzlehnen und der geklappten Sitze sowie deren kompletten Ausbau (je 16 kg) steigt die Ladekapazität bis auf maximal 1.140 Liter (dachhoch gemessen). Für 235 DM gibt es einen mobilen Zwischenboden, unter dem das wahlweise zum Tire Mobility System lieferbare Not-Ersatzrad und Kleinkram Platz finden.

Weil auf billig wirkende Kunststoffe weitgehend verzichtet wurde, macht das Interieur einen durchaus gediegenen Eindruck, den die ansprechende Detailverarbeitung und bequeme Sitze (auf Wunsch mit neigungsverstellbarer Fläche) unterstreichen. Mit serienmäßigen Front- und Sidebags (Kopfairbags vorn und hinten 753 DM) lässt die Sicherheitsausstattung keine Wünsche offen. Die Preisliste hält zahlreiche Extras bis hin zur Klimaautomatik (2.543 DM) parat. Ein Navigationssystem soll demnächst ins Angebot rücken.

Die Stärke des A2 liegt in der Art, wie er trotz seiner Kürze stets das Gefühl vermittelt, in einem erwachsenen Auto unterwegs zu sein. Dazu passt auch der Kostenrahmen: Die nach oben offene Skala beginnt bei knapp 32.000 DM. Es hat eben seinen Preis, auf Aluminium zu setzen.

Technische Daten
Audi A2 1.4Audi A2 1.4 TDI
Grundpreis16.550 €18.000 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe3826 x 1673 x 1553 mm3826 x 1673 x 1553 mm
KofferraumvolumenVDA390 bis 1085 L390 bis 1085 L
Hubraum / Motor1390 cm³ / 4-Zylinder1422 cm³ / 3-Zylinder
Leistung55 kW / 75 PS (126 Nm)55 kW / 75 PS (195 Nm)
Höchstgeschwindigkeit173 km/h173 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h12,0 s12,3 s
Verbrauch6,0 L/100 km4,3 L/100 km
Testverbrauch7,8 L/100 km5,5 L/100 km
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