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Audi A3 Sportback E-tron im Fahrbericht

Teilelektrisch unterwegs in die Zukunft

Audi A3 Sportback E-Tron Foto: Hersteller 28 Bilder

Ja, stimmt, Audi hat sich bei der Hybridisierung die Zeit für eine möglichst perfekte Lösung genommen. Doch jetzt kommt sie. Etwa in Gestalt des A3 Sportback E-Tron, der Fahrspaß mit Sparspaß verbindet.

24.10.2013 Jörn Thomas

Manche nennen Audi ja etwas neidisch eine Strebermarke. Angesichts des Audi A3 Sportback E-Tron dürfen sie sich darin bestätigt sehen. Zumindest wenn man unter Streber jemanden versteht, der Präzision und den Drang nach Perfektion unaufdringlich verpackt. Im ersten Plug-in-Hybrid von Audi verbirgt sich die aufwendige Technik nämlich so dezent, dass der optische Unterschied zu den konventionellen Geschwistern nur Markenkennern auffällt.

Doch müssen Revolutionäre auch immer danach aussehen? Audi meint – in völliger Übereinstimmung mit dem Mutterkonzern – nein und verkneift sich konsequent die Installation irgendwelchen Schnickschnacks. Höchstens die Gestaltung der vier Ringe im typischen Kühlergrill könnte einem seltsam vorkommen. Zu Recht, denn dahinter wartet der Anschluss für das Ladekabel, mit dem sich die unter der Rücksitzbank untergebrachte Lithium-Ionen-Batterie (inklusive Controller 125 Kilogramm schwer) füllen lässt.

Audi A3 E-Tron mit zweitem Klimakreislauf für die Batterie

Mittels austauschbarer Anschlussstecker kann der Audi A3 Sportback E-Tron sowohl an konventionellen Haushalts- als auch an Industriesteckdosen laden. Das dauert zwischen gut zwei und knapp vier Stunden. Gespeichert wird die Energie in acht Modulen à zwölf Zellen mit einer Maximalkapazität von 8,8 kWh.

Für einen optimalen Wirkungsgrad sollten die in einem robusten Gehäuse untergebrachten Zellen in einem Temperaturmilieu zwischen 20 und 40 Grad Celsius arbeiten. Diesen garantiert im Audi A3 Sportback E-Tron ein separater Klimakreislauf inklusive Kühlplatten samt Extra-Kühler im Motorraum. Bei Bedarf lässt sich das Ganze sogar an die Klimaanlage koppeln.

Doch genug der Kühlung – Zeit zum Starten. Das geht im Audi A3 Sportback E-Tron wie bei konventionellen Verbrennern ganz profan per Knopf, der den Hybridantrieb in Bereitschaft versetzt. Beim Audi A3 E-Tron, der für rund 37.000 Euro angeboten wird, arbeitet ein 150 PS starker 1,4-Liter-TFSI Hand in Hand mit einem Elektromotor. Genauer: einer permanent erregten Synchronmaschine mit 330 Newtonmeter Drehmoment sowie einer Leistung von 75 kW.

Bis 130 km/h sind rein elektrisch möglich

Der erste forsche Tapser aufs Fahrpedal des Audi A3 Sportback E-Tron zeigt: Es gibt sofort volles Drehmoment – und Elektromobilität kommt still und leise. Nur ein leichtes Surren dringt aus dem vollgepackten Motorraum, während die E-Maschine den knapp 1,6 Tonnen schweren Viertürer beschleunigt. Je nach Pedalstellung und Fahrprogramm ginge es jetzt bis 130 km/h rein elektrisch weiter, bei gefüllter Batterie und sanfter Fahrt hingegen bis zu 50 Kilometer. Um den Innenraum des Audi A3 Sportback E-Tron auch im E-Modus wie gewohnt zu erwärmen, stehen ein thermoelektrisches Heizelement und eine Benzin-Standheizung parat. Reicht der Punch des E-Motors oder der Stromvorrat nicht aus, klinkt sich der Verbrenner ein.

Anders als etwa bei den Hybridmodellen von Toyota erfolgt die Kraftübertragung im Audi A3 Sportback E-Tron nicht über ein stufenloses Getriebe mit Planetenradsatz. Audi setzt stattdessen auf ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe mit einer zwischen E-Motor und dem Zweimassenschwungrad des TFSI platzierten Trennkupplung. Ist der Verbrenner gefragt, wird er nach dem Start vom Elektromotor über die Kupplung auf die passende Drehzahl gebracht, bevor die Kupplung schließt. Das dauert rund eine halbe Sekunde und ist vom Fahrer kaum zu spüren. Er registriert höchstens das leise Brummen des Vierzylinders, der es prinzipiell natürlich nicht mit der perfekten Laufkultur des E-Motors aufnehmen kann.

Systemleistung von 204 PS

Um die Effizienz des TFSI zu verbessern, verringert man unter anderem die innere Reibung und intensiviert das Temperaturmanagement. So bringt der in den Zylinderkopf integrierte Abgaskrümmer das Kühlwasser nach dem Kaltstart schnell auf Temperatur – besonders sinnvoll, wenn der Verbrennungsmotor nur selten in Aktion tritt. Um ihm vor allem das Teilzeitleben weiter zu erleichtern, besitzt er überdies modifizierte Zylinderlaufbahnen und Kolbenringe sowie einen Sensor zur Messung der Ölqualität.

Nun, wir fahren den Audi A3 E-Tron gerade kräftig warm, lassen uns von Kraft und Geschmeidigkeit des Antriebs überzeugen. Die Systemleistung von 204 PS steht nicht nur im Datenblatt, sondern wird von den Passagieren auch so wahrgenommen. Angesichts von 222 km/h Höchstgeschwindigkeit kann der Audi A3 Sportback E-Tron schon mit den Großen spielen. Im Gegensatz zu Hybridmodellen mit CVT bleibt die Motordrehzahl dank dem Doppelkupplungsgetriebe dabei im akustisch bekömmlichen Bereich.

Audi A3 E-Tron bietet volle Alltagstauglichkeit

Wir erinnern uns: Die technische Revolution soll den Kunden ja nicht erschrecken. So dürfen Federn und Dämpfer im Audi A3 Sportback E-Tron komfortabel arbeiten, Audi verzichtet auf eine Karosserietieferlegung mit straffer Abstimmung. Lediglich der Kofferraum fällt kleiner aus (280 statt 380 Liter), denn unterm Ladeboden müssen der auf 40 Liter reduzierte Sprittank und die Zwölf-Volt-Batterie kuscheln sowie – falls geordert – der Subwoofer des Soundsystems.

Weitere Einschränkungen gibt es im Audi A3 Sportback E-Tron keine. Im Gegenteil: Mittels der Leistungsanzeige im Instrumentenbord informiert der E-Tron über den aktuellen Fahrzustand zwischen Rekuperation (Energierückgewinnung beim Bremsen bis etwa 0,4 g) und Boosten (bei Kickdown und dann maximaler Systemleistung). Dazwischen versucht der Hybrid, so sparsam wie möglich zu operieren. Außer der Pilot wünscht per Menübefehl eine besonders sportliche Fahrweise oder will am Reiseziel mit vollgeladener Batterie ankommen, etwa zum Einfahren in emissionsbeschränkte Zonen. In diesem Fall lädt der Verbrennungsmotor die Batterie des Audi A3 Sportback E-Tron während der Fahrt einfach parallel mit auf. Wenn möglich geschieht das über eine so genannte Lastpunktverschiebung, mit der man sonst brachliegendes Motorpotenzial nutzt, indem man den TFSI im jeweils effizientesten Drehzahlbereich laufen lässt.

Wer das Sparpotenzial rigoros nutzt, kommt ohne Nachladen oder Tanken mit dem Audi A3 Sportback E-Tron bis zu 940 Kilometer weit. Berechnet nach der für Plug-in-Hybride freundlichen ECE-Norm (R 101) reichen E-Tron-Piloten 1,5 Liter Sprit für 100 Kilometer Fahrt. Der A3 ist eben nicht nur streb-, sondern auch sparsam.

Fazit

Fahr- und Sparspaß Der A3 Sportback E-Tron ist ein ebenso entspannender wie sportiver Kompaktwagen mit hohem Sparpotenzial. Vor allem in der Stadt und bei Überlandfahrt kann er mit reinem Elektrobetrieb überzeugen, bei Bedarf kommt der kräftige Turbobenziner dazu.

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