Audi A6 Allroad 2.7 TDI vs. Volvo XC70 D5: Kombi-Ration

Mit SUV-Elementen und Kombi-Karosserien wollen der Audi A6 Allroad 2.7 TDI und der Volvo XC70 D5 das Beste aus beiden Welten vereinen.

Es soll ja Allrad-Fans geben, denen ein Volvo XC90 zu massig auftritt, ein Audi Q7 sowieso. Glücklicherweise gibt es Alternativen aus gleichem Haus, die Kombi und Geländewagen-Attribute erfolgreich mixen: A6 Allroad und XC70. Crossover nennt man solche Autos zu Recht, wobei dieser Begriff völlig offen lässt, wo die Stärken des Konzepts liegen. Sind sie eher SUV oder aufgepäppelte Allrad-Kombis? Um diese Frage zu beantworten, treten der Audi A6 Allroad Quattro 2.7 TDI mit 180 PS und der 185 PS starke Volvo XC70 D5 in der Ausstattungslinie Momentum gegeneinander an.

Rund 4.000 Euro trennen die beiden beim Anschaffungspreis. Der Audi hat zwar serienmäßig eine Sechsstufen-Automatik, die man für den XC70 für 2.050 Euro extra ordern muss, aber sonst weniger Ausstattung. Bei der Allrad-Technik setzen beide auf ein Schmalspurprogramm, was sie zu kompetenten Zugwagen auch auf Schotterpisten macht. Immerhin kann das Luftfederfahrwerk des Allroad die Bodenfreiheit variieren: Maximal sind 17,5 Zentimeter möglich. Das ist eine Handbreit weniger als beim XC70, dessen Unterboden sogar 21 Zentimeter Abstand zur Straße hält, und zwar ohne höhenverstellbares Fahrwerk.

Wie ganz normale Kombis

Aber nicht allein der Allrad-Antrieb kennzeichnet diese Typen, Variabilität gehört ebenso dazu. Auch in diesem Punkt hat der Volvo mehr zu bieten. Bei ihm ist die Rückbank gedrittelt, die Beifahrer-Sitzlehne lässt sich ganz flach umlegen. Beim Allroad ist dagegen ganz konventionell eine asymmetrisch geteilte Rückbank eingebaut, mehr nicht. Immerhin ist das maximale Ladevolumen im Audi etwas größer, und die Zuladung liegt um beachtliche 60 Kilogramm höher. Dafür darf der Volvo schwerere Anhänger ziehen. Ohne Hänger lassen sich die beiden auf der Straße so problemlos bewegen, als seien sie ganz normale Kombis. Wobei der Audi eindeutig mehr Dynamik besitzt.

Personen unterschiedlichster Größe finden einen bequemen Platz im XC70, sportliche Naturen würden sich mehr Seitenhalt wünschen. So wie im A6 Allroad beispielsweise, dessen Sitze belegen, wie gut sich Seitenführung, straffe Polsterung und guter Komfort kombinieren lassen. Auch im Fond übrigens, wo der Audi etwas mehr Beinraum und eine stärker ausgeformte Sitzbank bietet. Die wenig konturierte Volvo-Bank hat allerdings den Vorteil, dass drei Personen auf ihr bequemer sitzen als im Fond des Audi.

Wer hat mehr SUV-Gene?

Bei so viel Federungs- und Sitzkomfort dürfen die Motoren nicht zurückstehen. Dem 2,7-Liter-V6 des Audi kann man kaum etwas vorwerfen, seine Laufkultur ist kaum von der eines Benziners zu unterscheiden. Ganz so geschmeidig geht der 2,4-Liter-Reihen-Fünfzylinder des Volvo nicht zu Werke. Trotz der geringfügig höheren Leistung wirkt er weniger kraftvoll als der Audi-V6, dafür ist er mit 9,8 Liter/100 Kilometer im Testmittel sparsamer. Ein sanfter Gasfuß kann den Verbrauch gar auf schlanke 6,9 Liter/100 Kilometer drücken. Auf der monetären Seite spricht neben den Kraftstoff- und den Anschaffungskosten auch der günstigere Unterhalt für den Volvo, mehr SUV-Gene als der A6 Allroad hat er außerdem. Darum geht er aus diesem Vergleich als Sieger hervor. Für den zierlicheren Audi spricht dagegen vor allem sein dynamischer Auftritt.

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Christian Bangemann

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