Mit dem A6-Derivat lassen sich Wege aller Art bewältigen, auch unbefestigte Trassen, die herkömmliche Autos überfordern würden. Exkursionen in die Wildnis sollte man ihm indessen besser nicht zumuten. Auf zerfurchten Wegen hält sich jedoch der Audi besser, als man es seiner Erscheinung zutraut - wenn es sein muss, vermag er sogar durch 30 Zentimeter tiefes Wasser zu waten. Freilich empfiehlt es sich, die widerstandsfähigeren All-Terrain-Reifen zu ordern, die im Verbund mit verstärktem Unterschutz für Motor und Getriebe angeboten werden.
Auf der Straße bewegt sich das Universaltalent zwar nach wie vor etwas schwerfälliger als ein gewöhnlicher A6, aber leichtfüßiger als sein Vorgänger. Er fühlt sich weniger kopflastig an, lenkt sich präziser und zeigt in Kurven kaum noch Schlagseite. Keine Frage: Von fahrdynamischen Qualitäten, wie sie der Allroad bietet, können SUV-Fahrer nur träumen.
Die Kehrseite der stattlichen Statur zeigt sich auf der Waage: Der Testwagen brachte es auf zwei Tonnen Leergewicht. Da hat auch der Dreiliter-TDI-Dieselmotor kein leichtes Spiel. 233 PS und 450 Nm genügen zwar für ansehnliche Fahrleistungen, aber subjektiv überzeugt die Antriebsquelle mehr durch Laufkultur als durch Temperament. In Anbetracht des Verbrauchs (10,2 Liter / 100 Kilometer) ist sie dennoch die beste Wahl im Allroad-Programm. Das gute Stück kostet dann 50.600 Euro - gemessen an den Qualitäten sicher nicht übertrieben. Gleichwohl mangelt es nicht an verlockenden Alternativen.
Audi A6 Allroad: Wühl-Tat
Rund 20.000 Käufer pro Jahr entschieden sich bisher für den Audi A6 Allroad. Mit der Neuauflage des Multitalents könnten es noch ein paar mehr werden, denn sie hat deutlich mehr zu bieten. Fahrbericht mit dem Allroad 3.0 TDI.
Autor: Wolfgang König



