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Neuer Audi Q5 3.0 TDI Quattro (2017) im Fahrbericht

Neuer SUV-Bestseller noch besser?

Audi Q5 Foto: Audi 40 Bilder

Der Audi Q5 II tritt das schwere Erbe eines erfolgreichen Vorgängers an. Drum hat Audi an seinem Erfolgs-SUV optisch wenig geändert. Und sonst? Wir konnten den Q5 Modelljahrgang 2017 schon kurz nach Debüt auf dem Pariser Salon Probe fahren.

06.10.2016 Jörn Thomas 7 Kommentare Powered by

Im VW-Konzern ist ja in letzter Zeit schwer was los, auch bei Audi kommen die Einschläge näher. Personell und politisch. Die Autos, um die es bei einem Autobauer ja eigentlich geht, strahlen im Vergleich dazu eine fast schon ignorante Konstanz aus. Nehmen wir nur mal den neuen Q5: Im Vergleich zum erfolgreichen Vorgänger haben sie den nunmehr in San José Chiapas (Mexico) produzierten Quotenbringer lieber behutsam evolutioniert, als ihm mit einer Riesenkelle Design eins überzubraten.

Q5-Kenner registrieren: Er kommt definierter rüber, die Kanten schärfer, wie gehabt mit einem zarten Coupé-Bogen im Dach. Hochfrequentes Fan-Geschrei steht nicht zu erwarten, doch der Vorgänger war ja nun auch kein Popstar und stand in den Verkaufs-Charts dennoch ganz oben. 1,6 Millionen Stück konnte Audi unter die Leute bringen. Und die meisten von ihnen wünschen sich beim Neuen keine Revolution, sagt Audi.

Audi Q5Foto: Audi
An den Außenmaßen hat sich nicht viel verändert. Doch der neue Audi Q5 soll vieles besser können.

Neuer Audi Q5 (2017): Abmessungen fast unverändert

Fakt ist: Q5 Nummer zwei ist kaum größer, sortiert sich mit 4,66 Meter Außenlänge exakt auf dem Niveau seiner Konkurrenten BMW X3 und Mercedes GLC ein. Etwas schmaler, dafür einen Tick höher als bisher bietet er innen ein luftiges Raumgefühl. Vorn sitzt es sich bequem auf angenehm gepolsterten (Options-) Sitzen, hinten genießt man ebenfalls gutes Platzangebot und ordentliche Polsterung auf der Bank, die sich wie beim Vorgänger gegen Aufpreis verschieben lässt. Und da sage noch mal jemand, SUV sein unpraktisch. Oder klein: zwischen 550 und 610 Liter je nach Bankposition packt der Q5 standardmäßig, bei umgeklappten Fondlehnen sind es 1.550 Liter, die durch die große, umgreifende Heckklappe einschweben.

Im Cockpit ist alles typisch Audi: kennst Du einen, kennst Du alle. Innige Ähnlichkeit pflegt der Q5 zum A4, trägt im Prinzip dessen Armaturenträger. Markentypisch ist der Q5 ultrasolide verarbeitet, mit hochwertigen Oberflächen und Schaltern sowie zeitgemäßen Features. Beginnend beim konfigurierbaren Digital-Cockpit über den freistehenden 12,3-Zoll-Bildschirm in der Mitte bis zur MMI-Bedienung mit Drehdrück-Steller, Tasten und einem Touchpad. Gegen Aufpreis gibt es im Q5 die volle Technik-Keule von Head-up-Display über die B&O-Anlage mit 3D-Sound (16 Kanäle, 19 Lautsprecher, 755 Watt), ein LTE-Modul bis zur Kopplung von bis zu acht Mobiltelefonen an den internen WLAN-Hotspot.

Audi Q5Foto: Audi
Der erste Eindruck vom Neuen: Wohlproportioniert.

Dutzende Assistenzsysteme im neuen Audi Q5 (2017)

Hinzu kommen bis zu 30 elektronische Aufpasser. Serienmäßig dabei: Der Kollisionswarner Pre Sense. Er beobachtet bis zu Tempo 85 km/h per Kamera die Straße, erkennt Fahrzeuge und Fußgänger. Droht ein Crash, warnt es den Fahrer und leitet im Notfall sogar eine Vollbremsung ein. Bis 40 km/h kann der Q5 damit in vielen Fällen einen Crash vermeiden, bis 85 km/h zumindest die Unfallschwere verringern. Gegen Aufpreis gibt es den Stau-Assistenten als Teil des Abstandsregeltempomaten, der bis 65 km/h mit sanften Lenkeingriffen Vorausfahrenden folgt. Eine weitere Option ist der persönliche Routenassistent, der die Fahrervorlieben lernt und kennt, daraufhin individuelle Routentipps bereithält. Oder ein Ausweichassistent, der per Lenkeingriff hilft, Hindernisse zu umfahren, sowie Assistenzen für Spurwechsel, bei Querverkehr oder beim Aussteigen, um nicht versehentlich Radfahrer aus dem Sattel zu holen.

Wir bleiben aber erstmal im Sattel unseres Q5 3.0 TDI Quattro und erfahren auf einer ausgedehnten Tour im Süden der Baja California in Mexico, was die beim Q5 erstmals verwendete Luftfederung mit Adaptivdämpfern draufhat. Zum Beispiel ein Goodie für alle, die höher hinaus wollen. Für sie gibt es nämlich die Extra-Fahrmodi Allroad und Offroad/Lift. Damit passiert der Q5 Hindernisse, bei denen Limousinen schwere Abschürfungen davontrügen – bei Allroad (bis 80 km/h) liegt die Karosserie 25 Millimeter höher, bei Lift stakst der Q5 bis zu Tempo 40 um 45 Millimeter angehoben durch die Pampa.

Neue Luftfederung bringt dem Q5 mehr Komfort

Neben den vermutlich nur rudimentär genutzten Offroad-Talenten inhaliert der Audi-SUV vor allem aber kurze wie lange Bodenwellen sowohl im beladenen wie unbeladenen Zustand gelassen und liefert überdies noch gediegene Fahrdynamik. Zu Beginn der Karriere von Typ eins lag der Schwerpunkt sogar auf diesem Gebiet, der Neue soll nun beides können. Dazu gaben sie ihm zum einen eine steife Basis in Form der neuen Karosserie aus hochfesten Stählen und Aluminium mit, zum anderen eine Fünflenker-Hinterachse. Diese ermöglicht einen besonders guten Kompromiss aus Komfort und Handling. Was wir spontan unterschreiben würden.

Unser Testwagen, ausgerüstet mit Dreiliter-TDI samt serienmäßigem Allradantrieb sowie Sportdifferenzial plus Luftfederung düst ohne Umschweife über die teils ungepflegten Pisten Mexicos.

Ganz gleich ob Bodenwellen oder sonstige Verwerfungen, der Q5 filtert sie gekonnt weg, ohne dass die Rückmeldung darunter leidet. Er hat ja auch einen Ruf zu verteidigen, zirkelt akkurat durch Kurven, zieht sauber den Scheitel nach, bleibt auf der gewünschten Linie, ohne mit Hibbeligkeit zu nerven.

Audi Q5Foto: Audi/Tobias Sagmeister
Ein paar Saguaro-Kakteen, ein neuer Audi Q5 und ein Redakteur: "Schon gut, wir haben verstanden: der Q5 kann nicht nur kompetent fahren, er ist insgesamt ein hervorragender Kümmerer. Was nicht schaden kann, in bewegten Zeiten wie diesen.", so Jörn Thomas in Mexiko zum in Mexiko gebauten SUV.

Ausgefeilte Lenkung im neuen Audi Q5 (2017)

Die elektromechanische Servolenkung liefert die passende Unterstützung, wird auch auf schlechten Straßen nicht stößig. Neben der normalen Servolenkung, die nur die Unterstützung variiert, bietet Audi noch eine Überlagerungslenkung an, die auch die Lenkübersetzung an die Fahrsituation anpasst. Das Ganze lässt sich über die Fahrprogramme einschließlich Individual-Modus anwählen. Bei Bedarf dürfte es dann in Kombination mit dem Sportdifferenzial richtig dynamisch werden an Bord des 1,8-Tonners.

Sogar der Allradantrieb arbeitet vorausschauend

Und das, obwohl der Dreiliter-TDI noch mit dem mechanischen Quattro-Antrieb samt selbstsperrendem Mittendifferenzial auskommen muss (Grundverteilung von 40 zu 60). Die übrigen Modelle erhalten gegen Aufpreis den neuen, elektronisch geregelten Allradantrieb, der wenn möglich nur die Vorderräder antreibt, um situationsgerecht auch Kraft nach hinten zu schicken. Dank elektronischer Vorausschau geht das sogar, bevor ein Traktionsproblem eintritt.

Und das könnte schon passieren, wenn der 3.0 TDI alles gibt. Der von einem VTG-Lader beatmete 286 PS-V6 läuft seidig, klingt gediegen und schiebt wuchtig mit 620 Newtonmetern Drehmoment an, während die Achtgang-Automatik (exklusiv beim großen TDI, die anderen bekommen optional Siebengang-Doppelkuppler) sanft und passend gekonnt die nächste Stufe einlegt.

Schon gut, wir haben verstanden: der Q5 kann nicht nur kompetent fahren, er ist insgesamt ein hervorragender Kümmerer. Was nicht schaden kann, in bewegten Zeiten wie diesen.

Mitfahrt im 2,0-TFSI-Benziner

Zu einer ersten Ausfahrt mit Ulrich Widmann, Chef der Technischen Projektleitung Serienfahrzeuge bei Audi, trat der Q5 mit dem aufgeladenen Zweiliter-Benziner an. Der laufruhige Motor arbeitet im ausgezeichnet gedämmten Q5 sehr leise. Mit 252 PS leistet er 22 PS mehr als im Vorgänger. Das maximale Drehmoment beträgt 370 Nm. Der 2.0 TFSI soll den Q5 in 6,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen und im Normzyklus mit nur 6,8 Litern auskommen (cw-Wert: für SUV niedrige 0,30).

Der Beschleunigungswert erscheint vom Beifahrersitz aus glaubhaft, so wie Widmann den Q5 über die Teststrecke scheucht. Dabei wankt der Q5 trotz seines SUV-typisch höheren Karosserieaufbaus wenig.

Fazit

Der Audi Q5 wurde überzeugend weiterentwickelt

Am Grundkonzept des erfolgreichen Q5 hat sich nichts geändert. Doch vieles hat Audi verbessert. Der Neue verbindet das moderne, stimmige Bedien- und Infotainment-System aus dem A4 mit dem geschmeidigen Komfort des Q7. Die Luftfederung ist ein Kauftipp. Audi gebührt zudem ein Ex-tralob, weil sie dem Trend der Industrie, Autos immer größer und breiter zu machen, beim Q5 nicht gefolgt sind. Die Neuauflage ist schmaler und nur unwesentlich länger als der Vorgänger. Obwohl Mercedes mit dem GLC nun einen ernsthaften Gegner hat, wird der neue Q5 viele Käufer finden. Der Qualitätseindruck ist – wie immer bei Audi – beeindruckend.

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Neuester Kommentar

Wir - einige Audi-Enthusiasten - sind den neuen Q5 2.0TDI am vergangenen Wochenende zum ersten Mal gefahren.
In Summe war es die größte Audi-Enttäuschung der letzten zehn Jahre:
Aussendesign:
Zwar wenig verändert, aber man kann es moderner finden und mögen. Ob es dieselbe unglaubliche Langlebigkeit des ersten Q5 erreichen wird, bleibt abzuwarten, erscheint aber zweifelhaft, weil es sehr sehr "gewollt" wirkt, in allen Einzelheiten von Kühlergrill bis Sicke...der alte verkaufte sich im achten Jahr immer noch besser als GLC und X3, der neue wird dies nicht schaffen, weil...:

Der Innenraum ist von der Wertigkeit her eine einzige Enttäuschung, fast schon eine absurder Fehlgriff in die Minderwertigkeit: 72.000,- Euro testwagenpreis für einen Vierzylinder, und billigstes Hartplastik überall, nicht einmal die Option auf belederte Tachohutze, geschweige denn das ganze Armaturenbrett...Hartplastik billigster Art an den Türen, Sitzen...überall...ein Macan für etwas mehr spielt drei Ligen höher, ein Seat Ateca (!) wirkt innen wertiger, vom Kodiaq zu schweigen...
Nicht nur die Wertigkeit, auch jeglicher Anklang von Designinnovationen fehlt im Innenraum.

Das klingt sehr drastisch, und ist es auch....und genau das gaben wir dem Verkäufer im Audizentrum als Eindruck wieder, sehr detailreich....und dann die positive Überraschung: statt alles in üblicher Verkäuferweise wegzuwischen oder zu relativieren, entpuppte sich der Verkäufer als Mitglied in einer Produktkommission...und gab die Innenraumkatastrophe ganz unumwunden zu: es gäbe bereits "grünes Licht", so wie beim Q2 auch, innerhalb von 6-9 Monaten (!) eine deutliche Innenraumaufwertung vorzunehmen....im Moment sei Mercedes der Maßstab im Innenraum.

....noch eine Auskunft aus Ingoldstadt, per Email:
Ja, das Audi Active Lane sei für den Q5 noch nicht verfügbar (!), erster später, Ende zweites Quartal....wie kann man einen neuen q5 einführen, ohne dieses System ??
Das B&O-System für über 1.000,- Euro ? Kein Vergleich mit dem gleichteuren Burmestersystem bei Mercedes ...
Schließlich: die Preise für die Sichersysteme? Absurd im Vergleich zu den identischen Systemen beim Kodiaq ...


Fazit:
Eine Riesenenttäuschung, man bekommt einen höherwertigen Kodiaq mit gleicher Motorisierung für rund 15- bis 20.000,- Euro weniger...
Der alte Q5 ist wesentlich besser....wertiger...oder für zusätzliche 7-10.000 einen hochwertigen Macan...

Armer VW-Konzern...vier Chefs/Entwicklungsvorstände bei Audi in vier Jahren waren zu viel....

UJS 23. Januar 2017, 21:56 Uhr
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