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Fahrbericht Audi R8 5.2 FSI Quattro

Erste Fahrt mit dem Zehnzylindermodell

Foto: Audi 15 Bilder

10.000 Einheiten und drei Jahre später ist es so weit: Zu 4.2 kommt 5.2 und somit also die Faszination und das Leistungspotenzial von 525 PS aus zehn Zylindern. Die gesteigerte Längsdynamik ist nur die halbe Wahrheit über den ab Mai debütierenden Audi R8 5.2 FSI Quattro.

18.03.2009 Jochen Übler Powered by

Die Maß ist voll. Genau genommen läuft sie über. Exakt 1.041 Kubikzentimeter, über einen Liter mehr haben sie ihm eingeschenkt. Mitten rein. Verteilt auf zwei Töpfe. Die Durststrecke der Leistungshungrigen ist beendet. O‘Zapft is! Der Audi R8 steigt auf zum Zehnender und bläst damit höchstselbst zum Halali.

Kraftwerk des italienischen Bruders

Als 5.2 FSI Quattro hat der Mittelmotorrecke nun jenes Kraftwerk im Kreuz, das seinem italienischen Kompagnon schon seit geraumer Zeit die Lunte zündet. „Die Innereien des V10-Motors sind mit denen des Gallardo identisch“, relativiert Stephan Reil, technischer Leiter der schnellen Eingreifgruppe Quattro GmbH, die Bruderschaft. Allenfalls die Gase im Ansaug- sowie im Abgastrakt des R8 V10 gehen eigene Wege. Womit die jedenfalls auf dem Papier existierende Abgrenzung bei den Leistungswerten erklärt wäre. In der Praxis dürfte die Differenzierung keine maßgebliche Rolle spielen.

„Jetzt haben wir endlich den richtigen Motor drin“

Ob, wie im Lamborghini 560 PS und 540 Newtonmeter, oder 525 PS und ein maximales Drehmoment von 530 Newtonmeter wie im R8 5.2 FSI der Fall – an motorischer Kompetenz herrscht so oder so kein Mangel. „Jetzt haben wir endlich den richtigen Motor drin“, grinst Stefan Reil beim Blick in die mittschiffs optional mit Kohlefaser ausgeschlagene Triebwerksvitrine. Womit er keineswegs den 4,2 Liter großen Achtzylinder in Frage stellen will. Sondern einen Hinweis darauf gibt, dass die Aluminiumstruktur des R8 seit ihrer Geburtsstunde auf die Empfängnis des 646 Millimeter langen V10 vorbereitet war.

Kleinigkeiten, die den Neue identifizieren

Auch die Visco-Kupplung des übernommenen Allradantriebs sieht sich den gestiegenen Mächten gewappnet und teilt, wie gehabt, im Bedarfsfall maximal 35 Prozent des Leistungskuchens den Vorderrädern zu. Jene 19-Zöller sind es auch, die ob ihres Designs den Zehner als solchen outen. Eine der Kleinigkeiten, mit denen sich der Neue identifiziert. Er macht kein allzu großes Aufhebens um seine Kräfte, setzt seine optischen Akzente eher unterschwellig ein – treffgenau und wirkungsvoll pointiert. Beispielsweise als erstes Auto überhaupt, das mit Voll-LED-Scheinwerfern blinzelt.

Der markantere Frontgrill glänzt nun in Chrom. Bei den Kühllufteinlässen in der Front sowie den Austrittsöffnungen am Heck bedeutet weniger mehr. Weniger Querstreben nämlich für ein Mehr an Aggressivität. Und die schwarz lackierten Anteile der Heckpartie würzen mit etwas martialischem Einfluss ab. Unterstützt von einem größeren Diffusor und flankiert von zwei ovalen Endrohren. Aber es gibt auch durchaus optische Raffinessen, die technischen Tiefgang besitzen. Die deutlich weiter ausgestellten Sideblades beispielsweise.

Der R8 V10 bläst seine Backen auf

Der R8 V10 bläst seine Backen schließlich nicht grundlos auf. 5.204 Kubikzentimeter Hubraum wollen gut gefüttert werden. Und die seitlich in der Taille stehenden, größer konstruierten Kühler verlangen nach dem gleichen Elixier: Luft. Im Innenraum des 142.400 Euro teuren Allradlers geht der Bekanntheitsgrad gegen 100 Prozent. Zwar ist die Ausstattung – beispielsweise mit Navigationssystem – etwas umfangreicher. Doch sonst bleibt alles beim ergonomisch perfekten Alten. Lediglich die zarte rote Umrandung des Schaltknaufs, der Instrumente und das im Drehzahlmesser eingeprägte V10-Emblem geben Aufschluss auf die neue Herrlichkeit im Heck. Diese zeigt sich im Vergleich zum V8 nur 31 Kilogramm schwerer.

Auch akustisch lebt der V10 eine gewisse Leichtigkeit. Obwohl das Timbre der zehn Klangkörper schwer beeindruckt – eine Stimmgewalt mit einprägsamem Tiefgang und frohlockenden Höhen. Ein fesselndes Szenario von der ersten Kompression bis zum Höhepunkt von 8.700/ min. Trotzdem krakeelt der Direkteinspritzer nicht nervend umher. Es ist eine wohl gewählte Dosis, die am Heck um sich schlägt, die Umstehenden härter trifft als die Drinsitzenden.

Auf Stufe Sport geht‘s allerdings derb zur Sache

Die trifft der wahre Biss des mit 12,5:1 hoch verdichteten Vierventilers. Nämlich dieses blitzartige und giftige Zuschnappen des V10, wenn seine Drosselklappen auch nur leicht die Stellung ändern. Einfluss auf das Ansprechverhalten darauf nehmen zwei bekannte Getriebeversionen mit sechs Gängen. Einmal manuell, einmal elektrohydraulisch bedient. Dabei hat die R-Tronic ein Elektronik-Update erfahren, was ihre verschliffene Arbeitsart noch etwas verfeinert. Auf Stufe Sport geht‘s allerdings derb zur Sache. Kernig werden die Gänge nachgeschossen, garstig die Zwischengassalven gesetzt. Feuer frei also für das, was aus dem stimmigen Konstrukt R8 5.2 FSI Quattro rauszuholen ist.

Weg mit der elektronischen, zweistufigen Leine ESP, auch wenn dieses grundsätzlich gnädig eingreift. Rein mit der Nachstraffung der Dämpfer des serienmäßigen Magnetic Ride-Fahrwerks. Was den für einen Sportwagen vorzüglichen Abrollkomfort zwar einschränkt, andererseits die Agilität tatsächlich steigert. Überhaupt schlägt sich die akribische Überarbeitung der Federn, Dämpfer und Stabilisatoren deutlich auf die Fahrdynamik nieder.

Noch präziser, williger und gieriger

Gegenüber des V8 nähert sich der V10 dem – schmaleren – Grenzbereich noch präziser, williger und gieriger. Fast so, als hätte er um 150 Kilo abgespeckt. Und mit der kostenlosen Option „Sportfahrwerk“ lässt sich die fahrdynamische Klasse sogar noch weiter zuspitzen, ohne auf Komfort zu verzichten. Dabei spart das Standardfahrwerk gegenüber der elektronischen Variante auch noch über fünf Kilogramm Gewicht ein. Umgerechnet immerhin fast fünf Maß.

Technische Daten
Audi R8 5.2 FSI Quattro
Grundpreis159.200 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4440 x 1929 x 1252 mm
KofferraumvolumenVDA100 L
Hubraum / Motor5204 cm³ / 10-Zylinder
Leistung386 kW / 525 PS (530 Nm)
Höchstgeschwindigkeit314 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h3,6 s
Verbrauch13,1 L/100 km
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