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Auto-Archetypen

17 Autos, die man fahren muss!

17 Autos, die man einmal fahren muss 35 Bilder

Diese 17 Klassiker - von Ente bis Rolls-Royce - besitzen einen ausgeprägten Charakter oder stehen für einen wichtigen Automobil-Typ. Wie sie wirklich ticken, erlebt man nur durch eine Probefahrt.

15.04.2013 Michael Schröder, Alf Cremers, Franz-Peter Hudek, Dirk Johae, Hans-Jörg Götzl Powered by

Die Ente oder "Fahren für eine bessere Welt"

Die Ente hat Karriere gemacht. Vorbei mit APO, Hippies und SDS. Der Citroën 2 CV ist wie die Grünen, längst im Bürgertum angekommen. Sie ist begehrt wegen ihrer Nachhaltigkeit und wegen des guten Investments. Gepflegte 2 CV 6 kosten inzwischen 8000 Euro. Sechs Liter auf 100 km schonen die Ressourcen, und wenn erst ein neuer verzinkter Plattformrahmen drin ist, dann hält sie – rolldachgerecht bei Schönwetter gefahren – ewig. Wartung und Reparatur sind einfach, wenn man ein paar Kniffe beherrscht. Ente wie Schaukeln als Erwachsener, was kaum an ihren langen Federwegen liegt. Auf einsamen Landstraßen kann man nicht nur die Längsschwingen, sondern auch die Seele herrlich baumeln lassen – ich rolle, also bin ich. Diogenes wäre sicher 2 CV gefahren, wahrscheinlich hätte auch Martin Luther eine besessen, Heinrich Böll sowieso. Die elementare Art der Fortbewegung im geräumigen Dünnblechgehäuse will jedoch gelernt sein.

Alles fühlt sich anders an in diesem seltsamen Kleinwagen, der ein Hubraumzwerg, aber ein Komfortriese ist. Vorne zieht leidlich der drehzahlgierige tosende Motorradboxer, wenn er zu laut trompetet, muss man hochschalten. Dann gilt es, beherzt den mittigen Krückstock rauszuziehen oder reinzuschieben, um das nächste Zahnradpaar zu vermählen. Schnell, damit das Tempo nicht abfällt, 28 PS und 39 Nm kennen keine Toleranz, sie verzeihen kein zu spätes Runterschalten, schon gar nicht, wenn es bergauf geht. Die Ente scheut die Autobahn, weil sie für archaischen Machtkampf steht. Sie liebt die sanfte Form der Mobilität, die unterwegs Wiesenduft und Vogelgezwitscher einfängt, Ommm.

Da können sie 2 CV fahren: www.oldie-garage.com ; www.dieschraubervitrine.de ; www.traumautomieten.de ; www.citromania.de.

Ferrari 328: Weil ein Ferrari ein Ferrari ist. Alles klar?

Okay, der Ferrari 328 rangiert am unteren Ende der Preisskala, galt Mitte der Achtziger quasi als Einstiegsdroge in den grandiosen Ferrari-Kosmos. Aber ein Billigheimer? Niemals. Dafür ist ein 328 zu flach, zu breit und oft auch zu rot. Also, Platz nehmen (Achtung: Sitzhöhe nur knapp über dem Asphalt) und es geschehen lassen. Viel besser wird es nicht, wetten?

Da können sie einen Ferrari 328 fahren: Hubraum-Cars, Im Meilenwerk, Graf-Zeppelin-Platz, 71034 Böblingen, Tel. +49 (0)7031 306900, www.hubraum-cars.de.

Ami-V8: Die helle Freude an Kraft und Luxus im Überfluss

Vom V8-Motor aus den USA gibt es viele Spielarten: Als 530 km/h schneller Dragster, als kompakter Sportler im Ford Mustang, als schmalbrüstiger Emigrant im Triumph TR 8 oder als Siebenliter-Kraftwerk im Lincoln Continental Mark V mit 319 SAE-PS.  Besonders dann, wenn eine rund 2,4 Tonnen schwere, innen wie außen mit viel Chrom  verzierte Fahrsuite mühelos zum Gleiten gebracht werden muss, ist der Ami-V8 in seinem eigentlichen Element.

Da können sie ihn fahren: Nachfrage bei US-Treffen und CCTF - Classic Car Team Franken, Herboldshofer Straße 46a, 90765 Fürth, www.cctf.de.

NSU Ro 80: In Zukunft bleibt alles anders

Der kreisende Kolben verspricht seit 1967 die Weltrevolution der Wärmekraftmaschinen. Rotieren statt Stampfen ist angesagt. „Der Schüttelhuber hat bald ausgedient”, prophezeit  Felix Wankel. Der Urknall der Erfindung im NSU-Wankelspider verhallte ungehört. Erst die Oberklasse-Limousine Ro 80 bot eine adäquate Bühne für den neuen Motor, der nun  als optimierter Zweischeiber dem Sechszylinder-Schüttler ebenbürtig sei. Tatsächlich ist Ro 80-Fahren ein komplett anderes, faszinierendes Erlebnis. Bremsen, Lenkung und Fahrwerk des Fronttrieblers waren damals auf höchstem Niveau. Er fährt sich deshalb immer noch modern und mühelos.

Da können sie ihn fahren: Ro 80 Club International, www.ro80club.org, Fa. Buchholz, 89165 Dietenheim, www.nsu-ro.de ; Fa. RoTech, 65812 Bad Soden, www.wankel-engine.de www.wankel-engine.de.

BMW Isetta: Die Sehnsucht nach dem Süden

Ein Zylinder, 13 PS und eine Tür, die nach vorne öffnet und aussieht, als stamme sie von einem Kühlschrank (was sie genau genommen auch tut) – BMW war mutig genug, dieses Mini-Vehikel in Lizenz zu bauen. Verkaufstechnisch gesehen ist die Isetta ein Renner, trägt ab Mitte der fünfziger Jahre die halbe Nation (im Schritttempo) über die Alpen und bis in ihr Sehnsuchtsziel Italien. Allein dafür verdient sie ein Denkmal.

Da können sie ihn fahren: BMW Classic, www.bmwclassic.de , Moto-Klassik, Tel. +49 (0)7453 910472; Enjoy the Classics GmbH, www.enjoy-the-classics.de , Tel. +49 (0)89 96056798.

Rolls-Royce: Die mühelose Leichtigkeit des Seins

My Car is my Castle. Das Auto fürs Leben soll Behaglichkeit bieten. Mit den traditionsreichen britischen Luxuslinern erschließt sich eine höhere Dimension des Fahrens, das gilt vor allem für die Achtzylinder-Modelle seit dem pompösen Silver Cloud II von 1959. Das lautlose Gleiten in einem edel ausstaffierten Wagen von herrschaftlicher Größe schafft vor allem im Fond Distanz zur Umwelt und regt zu kontemplativer Muße an. Berühmte Schriftsteller wie Françoise Sagan, Tom Wolfe oder Truman Capote machten sich auf den Picknick-Tischen im heimeligen Fond Notizen für ihre Romane.

Auch am selbsttragenden Silver Shadow, nur äußerlich getarnt als Rolls-Royce fürs Volk, zieht die Landschaft vorbei wie ein Film. Er federt dank hydropneumatischer Unterstützung und zweier isolierender Hilfsrahmen für Vorder- und Hinterachse noch souveräner. Die spätere GM 400 Automatik unterdrückt aber auch vollkommen jede Unpässlichkeit des Antriebsstrangs, die das vorherige Rolls-Royce-Hydrogewächs noch ab und an durchließ.

Die neue Schräglenkerachse macht den Rolls-Royce auch in schnell
gefahrenen Kurven unerhört fahrsicher. Großer Fahrgenuss stellt sich nun auch im vorderen Zweiter-Klasse-Abteil des Chauffeurs ein. Er kann das Auto mariniert wie ein rollendes Denkmal mit spitzen Fingern steuern oder beherzt die etwa 180 DIN-PS fliegen lassen, um pünktlich zur Trauung zu erscheinen. Dennoch schindet der Silver Shadow bei Hochzeitsfahrten längst nicht so viel Eindruck wie sein im majestätischen Vorkriegslook geformter Vorgänger Silver Cloud.

Beim Shadow Fahren muss man sich an ein paar Eigenarten gewöhnen. Der Zündschlüssel
steckt im Kombi-Instrument, ein beherzter Dreh setzt das säuselnde Triebwerk unhörbar in Gang. Der Getriebewählhebel wohnt am Lenkrad, er reagiert dank pneumatischer Unterstützung sensibel auf jede Berührung, die aber nur zum Wechsel der Fahrtrichtung erfolgen muss. Der Fahrer sitzt hoch, die Übersicht ist bestens, selbst Rechtslenker sind leicht beherrschbar. Es ist schon ein erhabenes Gefühl, wenn der Geist der Ekstase den Weg weist.

Da können sie ihn fahren: Auto Nostalgie, Frank E. Sommerer, 75233 Tiefenbronn,
www.auto-nostalgie.de. Rolls-Royce Enthusiast Club, 96486 Lautertal, www.rrec.de.

S-Klasse: Das Gefühl des schweren Wagens

Solidität und Sicherheit beruhigen, da wird Leistung zur Nebensache. Wo liegen die Wurzeln der Mercedes S-Klasse? Eine selbst für Mercedes-Chronisten nicht leicht zu beantwortende Frage. Der 170 S von 1949 könnte in aller Nachkriegs-Bescheidenheit der erste S gewesen sein. Formschöne Ganzstahlkarosserie, Tiefbettrahmen, lange Motorhaube mit stolzem Stern. Türen, die satt schließen, aber Vorkriegs-Design und Vorkriegs-Technik.

Der 220 S-Ponton von 1956 setzt mit Sechszylinder und Eingelenk-Pendelachse in Sachen Fahrkultur schon eher S-Klasse-Standard. Die 300er-Adenauer lagen stets eine Klasse über S, aus ihnen wurde der leider kinderlose Solitär 600. Sein innovativer, moderner Herausforderer, der 450 SEL 6.9 von 1975, entstammt nicht zufällig der S-Klasse-Baureihe schlechthin. Der W 116 wurde in der Werbung erstmals offiziell so genannt, er verkörpert das Gefühl des schweren Wagens par excellence. Seine hohe passive Sicherheit schafft Geborgenheit.

Es muss wahrlich kein Sechsneuner sein, der kleinste Achtzylinder genügt. Schon ein 350 SE Automatik verströmt die autoritäre Aura des einst besten Autos der Welt. Lässt seinen Fahrer dieses einmalige Gefühl von souveräner Kraft und außergewöhnlichem Komfort spüren. "Wer viel fährt, braucht mehr Auto", hieß es in der Werbung. Kein Luxuswagen aus den 70ern lässt lange Autobahnetappen so mühelos hinter sich. Dabei will man gar nicht schnell fahren, sondern nur zügig, um länger hinter dem Sicherheits-Lenkrad mit der typischen Rindengravur zu sitzen, den Stern stets im Visier. Der grazilere W 126 kann das auch, aber er wirkt in Haptik und Qualitätseindruck nicht ganz so vollwertig wie sein  Vorgänger. Erst der W 140 toppt als V12 sogar das Alphatier 6.9, aber genug ist besser als zu viel.

Da können sie ihn fahren: Leseberg Automobile, 22549 Hamburg, Young & Classic Cars, 09127 Chemnitz; Mercedes-Benz S-Klasse-Club, www.s-klasse-club.de .

Citroën DS: Das Raumschiff vom anderen Stern

Der große Citroën stellte einst die Autotechnik völlig auf den Kopf und wurde dennoch mit 1,5 Millionen Exemplaren in 20 Jahren zum Riesenerfolg. Gaspolster und Hydraulik-Flüssigkeit ersetzen die Stahlfederung. Hochdruckbremse, eine Halbautomatik ohne Kupplung und Servolenkung machen die DS zur frontgetriebenen Fluid-Flunder, doch der OHV-Motor ist von gestern.

Da können sie ihn fahren: Riscom, Mathias Landau, 53130 Mainz, www.traumautos-mieten.de . DS Club, 35085 Erbsdordergrund, www.dsclub.de .

Trabant P 601: Auto fahren wie in den fünfziger Jahren

Die minimale Modellpflege des Trabant wird zur Tugend. Nur so kommt es, dass sich ein 84er P 601 wie ein typischer deutscher Kleinwagen aus den 50er Jahren fährt. Zweitakt-Parallel-Twin, hakelige Schaltung, karge Leistung. Nur 26 PS bei 4.200/min sind nicht die Welt. Das frugale Minimalauto-Flair des Duroplast-Trabi überträgt sich auf den Fahrer. Mit heiterem Grinsen fuhrwerkt er am Schiebestock und jubelt ausgelassen den dritten  Gang bis Tempo 60.

Da können sie ihn fahren: Trabant-Club Sputnik, 59387 Ascheberg, www.trabantclub-sputnik.de ; Trabant-Club Zwickau, www.trabant-club-zwickau.de.

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