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BMW 118d und Volvo V40 D3 im Fahrbericht

Frischer Wind bei den Edel-Kompakten

BMW 118d, Volvo V40 D3, Frontansicht Foto: Karl-Heinz Augustin 41 Bilder

Sportlich abgestimmt und mit viel Sicherheits-Technik an Bord tritt der neue Volvo V40 gegen den etablierten BMW 1er an. Unter der Haube tragen beide ein Diesel-Herz mit rund 150 PS.

21.12.2012 Dirk Gulde Powered by

Das ist doch mal eine anspruchsvolle Aufgabe: Da soll der neue Volvo V40 nicht nur gegen etablierte Konkurrenten wie den BMW 1er bestehen, sondern auch noch drei Modelle aus dem eigenen Haus ersetzen. So tritt der Fronttriebler in Personalunion die Nachfolge von Limousine S40, Kombi-Variante V50 und Kompaktmodell C30 an – was vielleicht seine eigenwillige Karosserie erklärt, die irgendwo zwischen viertürigem Coupé und Kombi angesiedelt ist. Mit der markentypischen Schnauze und den weit bis in die Dachsäulen hinaufgezogenen Rückleuchten ist er dennoch sofort als Volvo erkennbar.

Volvo V40, Autosalon Genf 2012, Messe
Volvo V40 auf dem Genfer Autosalon 1:20 Min.

Viele Assistenzsysteme im Volvo V40, aber wenig Übersicht

Mit markentypischer Gründlichkeit geht Volvo auch das Thema Sicherheit an: So besitzt der Volvo V40 eine Armada an elektronischen Schutzengeln, die vom City-Safety mit automatischer Notbremse über einen Spurhalte- bis zum Spurwechselassistenten reicht.

Darüber hinaus sorgt er sich ganz besonders um die schwächsten Verkehrsteilnehmer: Im Falle eines Fußgänger-Unfalls polstert ein neuartiger Außenairbag Scheibenwischer und Windschutzscheibe ab. Den wollen wir jedoch nicht testen und schauen uns deshalb lieber den Innenraum an, der viel Platz für die Passagiere bietet, die es sich auf großen Vordersesseln und einer gemütlichen Rückbank bequem machen können. Dank umklappbarer Beifahrerlehne schluckt der Volvo V40 zudem langes Transportgut nach bester Minivan-Art.

Den Spieltrieb im überaus solide verarbeiteten Cockpit befriedigen Details wie die optionalen Volldigital-Instrumente, die ihre Anzeige je nach Fahrmodus (Elegance, Eco und Performance) modifizieren. Mit teils schwer erfassbaren Anzeigen verwirren sie jedoch eher, anstatt die Bedienung zu erleichtern. Auch die Multimedia-Einheit des Volvo V40 und das Bordcomputer-Menü erfordern etwas Gewöhnung.

An das unübersichtliche Heck gewöhnt man sich jedoch nie. Dicke Dachpfosten und eine sparsame Verglasung im hinteren Bereich stören sowohl bei Rangier- als auch Spurwechselmanövern und verlangen geradezu die Bestellung der optionalen Assistenzsysteme – eine zweifelhafte Entwicklung.

Mehr Platz im BMW 1er

Für sich betrachtet stellt auch der BMW keinen Ausbund an Übersicht da, im Vergleich zum Volvo V40 lässt er sich jedoch problemlos überblicken. Obwohl etwas schmaler geschnitten, schluckt der 1er mehr Gepäck und bietet jede Menge praxisgerechte Ablagen, die sich durch das Herausnehmen von Einlegeschalen teils zu Cupholdern umbauen lassen. Mit seiner aufpreispflichtigen 40:20:40-Rückbank, die eine besonders breite Durchlade ermöglicht, eignet er sich zudem ideal für Ski-Ausflüge zu viert. Angesichts gehobener Preise enttäuschen jedoch einige billig wirkende Details wie die Kunststoffe von Türtaschen und Lüftungsausströmern oder die unlackierten Bereiche unter der Motorhaube.

In Reihe eins fixieren dafür seitenhaltreiche Sportsitze den Fahrer in perfekter Position zu Lenkrad, Schalthebel und Pedalerie, was ebenso zum typischen BMW-Gefühl beiträgt wie die famosen Handlingeigenschaften. Dank nahezu ausgeglichener Gewichtsverteilung und der Trennung von Antrieb und Lenkung stürzt sich der 1er auf Kurven jedweden Radius, um sie wankarm und kaum untersteuernd zu durchpflügen. Mit seiner direkt übersetzten und gefühlvollen Lenkung vermittelt er zudem ein hohes Maß an Präzision, für die Sportfahrer gern auf das letzte Quäntchen Federungskomfort verzichten. Denn selbst auf Stellung Comfort informieren seine adaptiven Dämpfer präzise über die Fahrbahnoberfläche.

Aber reicht Sportfahrern auch der 143 PS starke Dieselmotor im 118d? Im Prinzip ja. Mehr noch als durch seine absoluten Fahrleistungen überzeugt der Zweiliter-Vierzylinder mit seinem kräftigen Antritt aus dem Drehzahlkeller und der leichtfüßigen Leistungsentfaltung. Darüber hinaus mutiert er selbst bei zügiger Fahrweise nicht zum Spritschlucker und bescheidet sich im Testschnitt mit 6,2 L/100 km.

An den sonoren Klang des Volvo V40-Fünfzylinders kommt der kernig nagelnde 1er -Vierzylinder jedoch nicht heran. Trotz identischen Hubraums klingt das Volvo-Triebwerk wesentlich großvolumiger und souveräner. Dem BMW davonfahren kann er aber nicht, da sein um 30 Nm höheres Drehmoment rund 100 Kilogramm mehr nach vorn zu wuchten hat.

Volvo V40 mit Fahrwerksdefizit, aber Ausstattungsvorteil

Im Kurvengeschlängel muss der kopflastige Volvo V40 sogar ganz abreißen lassen. Vor allem in engen Kehren neigt er sich stärker zur Seite, schiebt früh über die Vorderräder und mahnt über quietschende Reifen einen gemäßigten Fahrstil an. Den gewährt man auch deshalb gern, weil die indirekte und gefühllose Lenkung nur wenig Fahrbahnkontakt vermittelt.

Das holt die Federung nach, die kurze Stöße und Querrippen trocken durchstellt und bei langen Wellen dennoch zum Aufschaukeln neigt. Da auf holperigen Landstraßen Unebenheiten sogar bis in die Lenkung durchschlagen, wünscht man dem Volvo V40 mehr Feinschliff bei der Fahrwerksabstimmung.

So büßt der Volvo V40 gerade bei Komfort und Fahrverhalten wichtige Punkte ein und fällt in der Endabrechnung gegenüber dem BMW zurück. Immerhin kann er sich noch im Kostenkapitel durchsetzen. Und das, obwohl er mehr verbraucht, die höheren Monatskosten verursacht und beim Grundpreis rund 4.500 Euro über dem 118d liegt. Wie kann das sein? Ganz einfach. In der Luxusvariante Summum bringt er serienmäßig Bi-Xenon-Scheinwerfer, 17-Zoll-Aluräder, Lederpolster, Klimaautomatik, Tempomat, ein schlüsselloses Zugangssystem und weitere Annehmlichkeiten mit, die beim BMW den Gegenwert eines fabrikneuen Kleinwagens verschlingen.

Fazit

Mit seinem edlen und individuellen Interieur sowie tollem Fünfzylinder-Sound weiß der V40 zu gefallen. Allerdings fährt er weder besonders dynamisch noch so richtig komfortabel. Der agile BMW zeigt hingegen, was eine perfekte Fahrwerksabstimmung ausmacht, zudem punktet er mit guter Übersicht und leichter Bedienung.

Technische Daten
Volvo V40 D3BMW 118d
Grundpreis31.680 €27.400 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4369 x 1783 x 1420 mm4324 x 1765 x 1440 mm
KofferraumvolumenVDA335 bis 1032 L360 bis 1200 L
Hubraum / Motor1984 cm³ / 5-Zylinder1995 cm³ / 4-Zylinder
Leistung110 kW / 150 PS (350 Nm)105 kW / 143 PS (320 Nm)
Höchstgeschwindigkeit210 km/h212 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h9,6 s8,9 s
Verbrauch4,3 L/100 km4,1 L/100 km
Testverbrauch6,9 L/100 km6,2 L/100 km
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