BMW 120i und 120d: Guter Eins-Stand

Es ist soweit: BMW steigt in die Kompaktklasse ein – mit einer teuren, aber auch technisch höchst eigenständigen Alternative zur Massenware. Fahreindrücke von den leistungsstärksten Benzin- und Dieselversionen.

Das Suchprogramm läuft. Es fahndet in der zum neuen Einser-BMW verabreichten Beschreibung nach Begriffen wie „Platzangebot“ und „Raumausnutzung“. Wird aber nicht fündig. Offenbar haben die BMW-Texter diese Worte vermieden wie der Teufel das Weihwasser. Kein Wunder. Wenn ein Autokäufer in der Kompaktklasse nach einem geräumigen Auto sucht, ist er mit dem BMW-Erstlingswerk in diesem Segment an der falschen Adresse. Die sich von der üblichen Frontantriebs- Bauweise absetzende Konzeption mit längs eingebautem Motor und angetriebenen Hinterrädern fordert ihren Tribut.

Wer vorne sitzt, wird nichts auszusetzen haben. Die Position hinter dem Lenkrad passt wie maßgeschneidert, wenn man nur lange genug an der umständlichen manuellen Verstellung herumgefummelt hat. Sollen erwachsene Passagiere in den Fond gepackt werden, kommen die Privilegierten vorn allerdings nicht um Zugeständnisse herum. Die Folge: Wirklich bequem sitzt dann keiner mehr. Der Einser hat den Charakter eines sportlichen 2+2-Sitzers. Dabei ist der BMW mit einer Länge von 4,23 Metern kein kleines Auto. Den VW Golf, Namensgeber der gesamten Klasse, übertrifft er damit um gut zwei Zentimeter. Im Radstand liegt der Vorsprung des BMW sogar bei acht Zentimetern. Aber die Statur ist anders, trotz der vier Türen fast die eines Coupés. Der Einser wirkt schon im Stand dynamisch. Lange, vom Fahrersitz aus gut einsehbare Motorhaube. Vergleichsweise geringe Gesamthöhe.

Elemente des neuen, von Chris Bangle geprägten BMWDesigns, etwa die geschwungene Linie im unteren Bereich der Türen, übernimmt er zwar, aber seine Linienführung provoziert nicht so stark wie die seiner größeren Brüder. Auch im Innenraum keine unguten Überraschungen. Klar gezeichnete Rundinstrumente und übersichtlich angeordnete Bedienungselemente prägen das Bild. 

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Götz Leyrer

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