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BMW 335 Authenrieth

Nordische Disziplin

Foto: Rune Baashus 19 Bilder

Anderthalb Jahrzehnte hatte dieses BMW 335 Cabriolet im Freien vor sich hingegammelt. Der Norweger Per Viberg wagte dennoch die Rettung.

16.07.2007 Thomas Wirth Powered by

„Als ich jung war, fuhr ein Nachbar diesen alten, offenen Wagen“, erinnert sich der 57-Jährige, den schon damals das „feine, schöne Auto“ fasziniert hatte. Dabei wusste er von BMW wenig, und von einem Typ 335 hatte er nie gehört.

Der erste „Großwagen“ von BMW

Wie nachhaltig den Norweger das viertürige Cabrio beeindruckt hatte, zeigte sich im April 2007. Da errang Per Viberg mit seinem BMW 335 beim Concorso d’Eleganza Villa d’Este zwar keinen Klassensieg, denn dafür ist der Auftritt zu wenig exaltiert. Doch immerhin sicherte er sich die Trophäe für die weiteste Anreise – mit dem Wagen, der einst in einem norwegischen Graben vergammelte.

Per Viberg hatte sich von seinem Heim in Norwegen an den Comer See aufgemacht. Er fuhr die gesamte Strecke, auch viel auf deutschen Autobahnen. „100 km/h Reisetempo sind kein Problem“, sagt er. Das ist kein Wunder: Mit dem 3,5-Liter- Sechszylinder konnte BMW einen ersten „Großwagen“ präsentieren.

Sein Geld verdient Viberg mit Steinen, wie er sagt. Er ist Tunnelbauingenieur, doch mit einer tief verwurzelten Liebe zum Automobil. Sein Vater war in den Mittsechzigern Autoverkäufer, als sich der Sohn mit 15, 16 Jahren schraubend sein erstes Geld in Werkstätten verdiente. Damals hatte sich der Nachbar auf seinen Traktor gesetzt, um den alten BMW abzuschieben.

Fast zur Unkenntlichkeit vergammelt – das Wrack lag jahrelang im Graben

Weil Per Vibergs Erinnerung an das Cabrio nicht verblassen wollte, machte er sich Anfang der achtziger Jahre auf die Suche nach dem Wagen. Er entdeckte das Wrack in einem Graben, und ein Gedanke schoss ihm durch den Kopf: „Wäre eine Restaurierung vielleicht möglich?“ Als sich Viberg 1998 tatsächlich an die Restaurierung seiner Fundsache wagte, konnten selbst Experten kaum mehr erkennen, um welches Objekt es sich handelte.

Verbeult, verbogen, verrostet: „Wahnsinn“, war der Kommentar eines Mitarbeiters der BMW-Traditionsabteilung, den der Norweger mit Fotos von seinem mutigen Plan in Kenntnis setzte.

Doch Viberg startete sein Projekt mit stoischer Geduld. „Ich wusste, dass ich nicht aufgeben werde“, so sein Statement. „Es war mein festes Ziel, dieses Auto zu retten.“

Für das Auto extra noch Deutsch gelernt

Er suchte Kontakte zu Besitzern anderer 335-Modelle. Schließlich fand er Herbert Kasnitz, der in München ein Cabriolet für BMW restaurierte: Rund 600 Fotos konnte er von Details aufnehmen, durfte vermessen und Fragen stellen. „Ich war im Himmel, als ich ihn gefunden hatte. Denn er war mir immer ein Stück voraus.“

Weil Viberg bei seinen Recherchen weder mit Norwegisch noch Englisch weiter kam, belegte er Deutschkurse. „Die Sprache habe ich allein wegen dieses Autos gelernt.“ Sie hat ihm viele Türen geöffnet.

Für die Blecharbeiten konsultierte Viberg einen Oldtimerrestaurierer im norwegischen Minnesund. „Das klappt“, antwortete der knapp, ohne sich weder auf einen Zeit- noch Kostenrahmen festlegen zu wollen. Durchaus ein Risiko, doch Viberg ließ den engen Kontakt zu seiner Werkstatt nie abreißen.

Technische Daten
BMW 335 Cabriolet - Karosserie Autenrieth
Hubraum / Motor3485 cm³ / 6-Zylinder
Höchstgeschwindigkeit150 km/h
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