BMW 335i Cabrio: Luft-Marke

BMW schwenkt beim 3er Cabrio vom Stoff- zum Blechdach um. Wer das nicht als gute Nachricht betrachtet, sei beruhigt. Die Neuauflage ist ein in der Wolle gefärbtes BMW Cabrio geblieben.

Cabrios sind cool. Ihre Besitzer nicht immer. Wenn das Gefährt offen in der Sonne gestanden hat, nähert sich der Allerwerteste beim Platznehmen der Garstufe „well done“. Das Problem ist uralt, aber BMW verspricht erst jetzt die Lösung. Verfügt das neue Cabrio über die aufpreisige Lederausstattung, zeichnet sich das tierische Material durch spezielle Pigmente aus, die in der Lage sind, Infrarot-Strahlung zu reflektieren. Dadurch soll sich die Oberflächentemperatur des Leders um bis zu 20 Grad reduzieren. Klingt gut, die Chance zum Ausprobieren muss aber einem späteren Test vorbehalten bleiben.

BMW hat zwar zur Vorstellung das Sun Valley in Arizona gewählt, und dort ist es sonnig, aber so kalt, dass sich selbst alte Apachen nur mühsam an ähnlich grausiges Wetter erinnern können. Vorerst also nur dies: Die Sitzheizung funktioniert prima. Das Dach auch. Es ist (siehe Heft 3/2007) erstmals aus Blech.

Kaum mehr als 20 Sekunden reichen zum Öffnen oder Schließen. Geschlossen gibt es keine nennenswerten Windgeräusche, außerdem konnten die Glasflächen größer gehalten werden als bei einer Stoffkonstruktion. Das sorgt für eine auffallend lichte Atmosphäre im Innenraum und bessere Sicht nach hinten. Die Frage „Blech oder Stoff“ bleibt eine des Geschmacks.

Der Autor hält sich deshalb raus – nicht ohne auch den wichtigsten Nachteil des beim BMW dreiteiligen Falt-Hardtops zu erwähnen. Beim Öffnen des Daches schmilzt der Kofferraum um ein rundes Drittel. Allerdings verfügt der neue Dreier über eine Durchlade. Wer nicht zu viert unterwegs ist, was für die Fond-Sitzer ohnehin dem Aufenthalt im Sturmtief gleichkommt, kann Gepäck auf der umgeklappten Lehne stapeln. Dann muss man aber beim Parken das Verdeck schließen, um Mitmenschen nicht in Versuchung zu führen.

Ein gravierendes Handikap viersitziger Blechdach-Cabrios ist die Stilistik. Dicke Hintern und bis über die Köpfe gezogene Windschutzscheibe haben bisher in den meisten Fällen zu Figuren geführt, die der klassischen Autoschönheit krass widersprechen.

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Götz Leyrer

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