BMW 520d Touring im Fahrbericht: Der 5er-Business-Kombi von BMW

BMW 520d Touring

Der BMW 5er mit großer Luke war schon immer eine gute Nummer. Auch bei der vierten Auflage des traditionell Touring getauften Kombis sind die 2.650 Euro Aufpreis zur Limousine erstklassig angelegt. Der BMW 520d Touring im Fahrbericht.

Es soll ja Leute geben, die sich für ihn aufgespart haben. Sich keine BMW 5er Limousine, den GT oder gar ein Mercedes T-Modell ins Haus geholt haben. Nein, sie wollen den 5er Touring, sind bereit, dafür bis zum 18. September zu warten, dann kommt der Kombi zum Händler. Durchaus nachvollziehbar, schließlich bringt der Kombi nicht nur die gespanntere Seitenlinie und das spannendere Heck, sondern noch ein paar weitere interessante Fähigkeiten mit. So öffnet das Heckfenster unseres Fahrberichtskandidaten nunmehr sogar per Schlüsseldruck, parallel dazu fährt das Gepäckraum-Rollo hoch. Und beim Schließen wieder runter.

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BMW 5er Touring mit optimiertem Gepäckraum 

Praktisch, oder? Beim Vorgänger aber nicht selbstverständlich. Tausende BMW 5er Touring-Fahrer haben ihn schon ausgestoßen, den Rollo-Wutschrei. Immer dann, wenn sich das Ding beim Losfahren im Rückspiegel als Wand auftürmte. Also aussteigen, Klappe auf, Rollo runterfummeln und wieder einsteigen. Aus, vorbei - beim Neuen fährt das Ding nach dem Schließen von Fenster oder Klappe selbstständig runter. Fast von selbst legen sich im Fahrbericht auch die Rückenlehnen flach. Hier genügt ein Zug am Hebel im Kofferraum. Neu: Die Lehnen sind im Verhältnis 40:20:40 geteilt, das ermöglicht größere Variation und leichteres Verstauen sperriger Güter zwischen zwei Fondpassagieren.

Mit einem Tick mehr Ladevolumen als beim Vorgänger

Diese sind klassenüblich bequem untergebracht, gegen Aufpreis lassen sich ihre Rückenlehnen neigen, und BMW verlegt Zurrschienen samt -ösen im Gepäckraum. Letzterer fällt mit einem Volumen zwischen 560 und 1.670 Liter zwar einen Tick größer aus als beim Vorgänger, hält aber nach wie vor Abstand zum T-Modell von Mercedes (695 bis 1.950). Aber das wissen die BMW 5er Touring-Aufsparer ja vermutlich sowieso. Sie gieren statt nach Volumen-Rekorden ohnehin eher nach dem elegant gemachten Innenraum mit den glänzenden Holzdekors, den Metallrähmchen und dem inzwischen ausgereiften, intuitiven Bedienkonzept des i-Drive. Vor allem aber nach dem BMW-typischen Fahrverhalten.

Luftfederung an der Hinterachse inklusive Niveauregulierung

Sie werden es bekommen. Spätestens zum Marktstart, wenn alle für die Limousine erhältlichen Motoren vom BMW 520d bis zum 550i verfügbar sind. Die Allradversionen mit x-Drive folgen 2011, der Vollhybrid bleibt der Limousine vorbehalten. Dafür bringt der BMW 5er Touring serienmäßig Luftfederung an der Hinterachse inklusive Niveauregulierung mit. Gegen Aufpreis wertet die geballte BMW 5er-Fahrdynamikladung von Aktivlenkung (inklusive Hinterachslenkung) über Adaptiv-Dämpfer und Wankstabilisierung (modellabhängig) das aufwendige Aluminiumfahrwerk mit seinen Doppelquerlenkern vorn und Fünflenkerhinterachse zusätzlich auf. Ein Aufwand, den man auch im Fahrbericht spürt. Wie die Limousine folgt der 4,91 Meter lange Touring akkurat den über die elektromechanische Servolenkung erteilten Befehlen. Bei der Fahrwerksabstimmung ließen die Ingenieure ein bekömmliches Auswiegen langer Wellen zu, ohne störendes Aufschwingen zu tolerieren. Kurze Unebenheiten verschwinden ebenfalls im Nirwana von Federn und Dämpferöl.

184 PS starker Knauser-Diesel mit Start-Stopp-Funktion

Stichwort Öl: Kaum zu glauben, wie weit BMW den Vierzylinder-Diesel im 520d gebracht hat. Sparsam im Verbrauch (Normzyklus 5,1 L/100 km) und ausreichend dynamisch, weiß er die 1.800 bar Einspritzdruck seines Common-Rail-Systems effektiv zu nutzen. Kurz vor 2.000 Touren beginnt der süße Ritt auf einer Drehmomentwoge, die gefühlsmäßig locker bis 4.000/min anhält. Nur beim Losfahren verlangt der 184 PS starke BMW 520d Touring im Fahrbericht Konzentration, sonst gibt es eine unfreiwillige Stopp-Start-Phase. Die absichtliche, energiesparende Start-Stopp-Funktion ist beim 184 PS starken Knauser-Diesel ebenso serienmäßig wie die Sechsgang-Handschaltung und Sparmerkmale wie Luftklappensteuerung und rollwiderstandsarme Reifen.

Unter Last machen knurriger Klang und leichte Vibrationen kurz mal Propaganda für die mehrzylindrigen Geschwister, bei mittlerer Drehzahl und wenig Last dominiert weitgehende Stille - und die Frage, ob vier Zylinder genügen. Die Antwort darf ruhig "ja" lauten, doch das muss am Ende jeder für sich beantworten. Ein glückliches bekommen Touring-Wähler in jedem Fall dazu.

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Jörn Thomas

Autor:

auto motor und sport, Heft 14 / 2010

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