BMW 5er, BMW 7er 15 Bilder Zoom

BMW 5er und BMW 7er im Vergleich: Welche Limousine ist die bessere Wahl?

Der BMW 7er stellt sich dem Vergleich mit dem BMW 5er. Muss es immer das Topmodell sein? Ist Luxus eine reine Frage der Größe?. Es geht um Raum, Status, Stil, Technik und das echte Verwöhn-Aroma.

Lastenheft, beliebiges neues Modell, erste Zeile: Der Neue muss größer werden. So wachsen unsere Autos beständig aus ihren Klassen heraus, behalten aber ihren Namen. Ein Phänomen selbst im sowieso schon großen automobilen Oberhaus. Ein BMW 5er des Jahrgangs 2010 ist inzwischen fast exakt so lang wie ein 7er der bis 1994 gefertigten Baureihe E32. Als Oldie galt dieser damals als überaus geräumig. Nun wachsen wir Deutschen zwar ebenfalls beharrlich, aber so riesig sind wir ja nun auch nicht.

BMW Business-Liner wirken wie Zwillinge

Für das - noch - wichtigste Auto-Exportland USA zum Beispiel müssten eher die Sitze breiter als die Karosserie länger werden. Wenn sich die obere Mittelklasse inzwischen auf die Dimensionen der Oberklasse reckt, brauchen wir dann Letztere überhaupt noch? Schließlich gibt es das volle Luxusprogramm auch für die automobilen Juniorpartner. Einen BMW 5er auf über 80.000 Euro und damit teurer als die Einstiegsvarianten seines großen Bruder zu konfigurieren, ist heute leichter als einen Bordcomputer zu nullen. Aber kauft man sich damit auch das erhabene Luxusgefühl? Was kann die automobile Oberklasse noch signifikant besser?

Machen wir ein Experiment: Wir verbinden Ihnen die Augen und setzen Sie zufällig in einen BMW 5er oder 7er. Dann müssen Sie sich nach Abnahme der Augenbinde spontan entscheiden, in welchem der beiden Innenräume Sie gerade weilen. Das ist selbst für Marken-Profis keine leichte Aufgabe. Denn was Stil, Instrumente, Sitze und Bedienung angeht, wirken die BMW Business-Liner wie Zwillinge. Klassenunterschiede müssen mit der Lupe gesucht werden. Nur wer die Tür schließt, spürt, dass bei einem was fehlt: Im BMW 7er greift die Hand in gewohnter Griffposition ins Leere, während beim 5er der Griff gleich in die Hand fällt.

BMW-Interieur gehört zum schönsten und funktionalsten überhaupt

Nun ist diese Ähnlichkeit erst mal kein Nachteil, schließlich gehört das BMW-Interieur dieser Klassen zum schönsten und funktionalsten überhaupt. Und Instrumente nur um der reinen Differenzierung Willen immer wieder neu zu erfinden, kostet auf Dauer nur Geld. Auf der anderen Seite bedeutet es aber auch, dass es um die inneren Werte des BMW 5er ebensogut bestellt ist wie um die seines großen Bruders BMW 7er. Lassen wir den Fond außen vor - der 7er wirkt im Vergleich wie Loft zu Apartment - erscheinen die fast 24.000 Euro Differenz bisher nicht begründet.

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Bei den Motoren zückt der BMW 7er die Image-Karte

Wie nah BMW selbst die beiden Modelle auch imagemäßig sieht, erschließt sich durch ein kleines Detail hinten rechts auf der Kofferraumhaube: Während dort beim BMW 5er 535d steht, klebt beim BMW 7er ein 740d-Schild. Was insofern interessant ist, da es sich quasi um identische Motoren handelt. Sechs PS holt der 7er mehr aus dem Dreiliter-Reihensechszylinder-Diesel mit Registeraufladung. Trotzdem hält es BMW für nötig, das 7er-Aggregat mit Bezeichnungs-Lifting wie den früheren V8-Diesel zu deklarieren. Doch dieser ist bei den Bayerischen Motoren Werken längst passé. Geschenkt. Schub hat der Sechszylinder mit 600 Nm bei beiden Limousinen mehr als genug. Während er im BMW 5er jedoch mit dem feiner schaltenden Achtgangautomaten (mit Start-Stopp) kooperiert, werkelt im BMW 7er noch der alte Sechsgänger.

Beide Modelle bieten die ganze aufpreispflichtige Fahrunterstützungs-Armada

Nun war der BMW 7er früher zumindest der eindeutig komfortablere Wagen. Inzwischen federt er immer noch einen Hauch geschmeidiger, aber kleinere Abrollprobleme kann er ebenso wie der BMW 5er nicht verleugnen. Die ganze aufpreispflichtige Fahrunterstützungs-Armada rund um Dynamic Drive, Hinterrad- und Aktivlenkung gibt es für beide. Zumindest beim Geräuschniveau setzt der Große eine kleine Klassen-Flagge. Um sie bei der Agilität gleich wieder einzuziehen: Der BMW 7er wirkt etwas bemüht, wenn es ums Handling geht. Anstatt seinem 89 Kilogramm leichteren Bruder souverän dieses Gebiet zuzusprechen, versucht er mitzuhalten. Dynamische Fahrer können ihr Naturell aber eindeutig im BMW 5er besser ausleben.

BMW 5er verbindet die Stärken des 7er mit einer zierlicheren Gestalt

So bleibt dem BMW 7er noch eine Chance, seinen immensen Aufpreis zu rechtfertigen: der Status. Der massige Bau schafft Imposanz, die riesige Niere große Augen besonders in fernöstlichen Ländern, doch die feinere Linienführung hat der BMW 5er. Während dieser gekonnt die Stärken des 7er mit der Gnade der zierlicheren Gestalt verbindet, fehlt es dem Flaggschiff einfach an dem Mehr von Technik und Luxus.

Alexander Bloch

Foto

Hans-Dieter Seufert

Datum

9. November 2010
Dieser Artikel stammt aus Heft auto motor und sport 23/2010.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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