Eine Präsentation wie ein Staatsempfang: Limousinen bevölkern die Dresdner Innenstadt, schwarz livrierte Pagen öffnen Wagenschläge, Hostessen empfangen die Besucher. BMW führt den neuen 7er vor, den künftigen Vorstands- und Präsidialwagen der bayerischen Marke. Ein automobiles Schwergewicht tritt seine Amtszeit an. Blick zurück ins Jahr 2001. Statt Jubel schlägt dem brandneuen 7er Unverständnis entgegen.
Dabei tritt er mit großen Inhalten an und will mit neuem Bedienkonzept revolutionieren. Den Pomp aus den Cockpit-Palästen vertreiben, die Knöpfe-Verwaltung verschlanken. Doch erst vier Jahre später stimmt die Überarbeitung seines Regierungsprogrammes in Form eines Facelifts die Massen versöhnlich.
Front mit Überhol-Prestige
Wieder in der Gegenwart. Zweifelsfrei entstammt der neue Thronfolger dem 7er-Geschlecht. Statt des Willens zur Systemveränderung drücken seine Züge eher das Streben nach Höherem aus: Die riesige BMW-Niere steht für unbedingte Dominanz. Designer nennen es Präsenz, der Volksmund dagegen (Überhol-)Prestige. Unmissverständlich zeigt die Front, wer naht, während sich das gedrungene Heck fürs forsche Auftreten zu entschuldigen scheint - ein enteilender 7er könnte als künftiger Fünfer durchgehen.
Leicht öffnen die Türen, der BMW heißt seinen Gast willkommen und zeigt: Dank langem Radstand ist die kompakt wirkende Karosserie geräumig. Auch das Cockpit dürfte die Stammwählerschaft nicht vor den Kopf stoßen: Es orientiert sich wieder zum Fahrer hin. Die zweite Hutze, die dem Display Unterstand bot, ist verschwunden. Der Bildschirm ist jetzt größer, knapp über zehn Zoll, und gut integriert. Gewichen ist die kühle Klarheit des Vorgängers. BMW hat die Konsole wieder mit Knöpfen bevölkert. Somit bietet sie wieder einen traditionellen Anblick, fast Heimeligkeit.
Historie der BMW 7er-Reihe auf www.motor-klassik.de
- 30 Jahre BMW 7er
- Fotoshow: BMW - seit 1977 Oberklasse mit dem 7er
- BMW 3.0 CSL
- Service-Station: BMW E9-Coupé
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