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BMW 730i (E32) Fahrbericht

Dicke BMW für unter 1.000 Euro

BMW 730i (E32) Foto: PIXELrace.de 20 Bilder

Ein BMW 730i wird zum gesuchten Gebrauchtwagen. Ein neues Auto musste her, die Vorgaben für Youngtimer-Mitarbeiter Markus Rutz waren eindeutig – möglichst groß, mit viel Style und auf keinen Fall teurer als 1.000 Euro. Irgendwann kam dann ein Siebener-BMW ins Spiel.

16.02.2013 Markus Rutz Powered by

Billig und zweckmässig mussten meine Autos sein, und entsprechend sah mein Fuhrpark in den vergangenen zehn Jahren aus: Mitleid erregende Hütten auf vier Rädern mit Minimalmotorisierung und bestenfalls zwei Jahren TÜV. Reine Nutzfahrzeuge, nicht mehr und nicht weniger. Beim BMW 730i war es anders.

Aus Ford Granada wurde BMW 7er

Menschen, die regelmäßig ihr Auto putzen und eine geradezu emotionale Beziehung zu ihrem Boliden pflegen, waren mir ein Mysterium. Doch jetzt sollte Schluss damit sein, ich sehnte mich nach einem Fahrzeug mit Style und großem Motor und war bereit, dafür 1.000 Euro springen zu lassen. Meine neue Devise: herrschaftlich fahren, bis das Geld für den Sprit ausgeht. Oder das Finanzamt die letzten Kröten vom Konto gesaugt hat. Über Umwege landete ich schließlich beim BMW 730i.

Meine Wahl fiel auf Ford. Drei Monate lang durchstöberte ich das Netz nach einem Taunus oder einem Granada. Alles umsonst. Den Taunus gab es nur mit kleinen Vierzylindern, und wenn sie nicht schon völlig am Verfaulen waren, verlangten die Besitzer deftige Preise. Der Granada wartete immerhin mit einer 2,8-Liter-Maschine auf. Doch auch hier befanden sich die Autos, die für mich in Frage kamen, durchweg in elenden Zuständen.

Inzwischen drängte die Zeit - in zwei Tagen würde der TÜV meines Renault Rapide unwiderruflich abgelaufen sein. Hastig durchstöberte ich die regionalen Kfz-Anzeigen nach den üblichen Verdächtigen in meinem Preissegment. Irgendetwas musste nun geschehen. Plötzlich blieb mein Blick bei einem BMW hängen, obwohl ich für die Fahr- zeuge aus Bayern nicht viel übrig hatte. Doch das Angebot war zu interessant, um nicht zumindest einmal darüber nachzudenken: ein BMW 730i in Nerzbraunmetallic mit 290.000 Kilometern auf der Uhr und frischem TÜV für 1.000 Euro. Das Auto befand sich zudem in unmittelbarer Nachbarschaft - man kann ja mal schauen gehen.

Viel Auto für wenig Geld - nur fünf Euro pro PS

Auf dem Weg zu dem Verkäufer ratterte mein Hirn. 188 PS und kein Kat - das könnte teuer werden. Noch ganz in die Zahlen vertieft, stand ich plötzlich vor dem BMW 730i. Kein schlechtes Auto, schoss es mir bei der Sitzprobe durch den Kopf. Platz ohne Ende und eine lange Motorhaube im Blick.

Nach dem Drehen des Zündschlüssels war es dann um mich geschehen. Was für ein Gedicht, dieser Sechszylinder! Ich musste diesen BMW 730i  haben, unbedingt. Die Probefahrt fand eigentlich nur der Form halber statt. Nach kurzer Verhandlung wechselte der Bayer für 950 Euro den Besitzer. 

So viel Auto für so wenig Geld - ich konnte mein Glück kaum fassen und hätte im Rausch fast die Tanknadel übersehen, die bereits in den tiefroten Bereich gesackt war. Der Tankvorgang holte mich Minuten später wieder zurück in die reale Welt: Ich hatte soeben Benzin für 144 Euro in den BMW fließen lassen. Mein lieber Herr Gesangverein, da hast du dich ja auf was eingelassen. Naja, mit 90 Litern im Bauch wird der BMW 730i schon ein Stück weit kommen. Also ab nach Hause. Den Siebener gestartet, schon war die Tankrechnung wieder vergessen. Dieser Sound, einfach der Hammer. Ich war verliebt.

Zuhause angekommen, bewaffnete ich mich mit Staubsauger und Waschzeug. Jetzt wurde das Schmuckstück erstmal auf Vordermann gebracht. Nach einer gründlichen Wäsche ertappte ich mich auf den Knien neben meinem BMW 730i, die Politur in den Fingern. 

Braucht nie mehr als elf Liter auf 100 km

Was war nur passiert? Bin ich innerhalb weniger Stunden zu einem dieser Freaks mutiert, die am Samstag nichts Besseres zu tun haben, als ihr heiliges Fahrzeug -jetzt also den BMW 730i - zu polieren? Was ist aus dem Typen geworden, der seine Autos nach Ablauf des TÜV als völlig zugemüllte Wracks beim Schrotthändler abgab, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken?

Mittlerweile fahre ich den Hecktriebler seit eineinhalb Jahren. Rund 40.000 Kilometer hat der BMW 730i dabei anstandslos abgespult und selbst bei zorniger Fahrweise im Schnitt nie mehr als elf Liter verbraucht. Selbst ein Steuerbescheid von über 700 Euro kann meine Zuneigung nicht schmälern. Im Gegenteil: Jeder, der eine Runde mitgefahren ist und von dem Kaufpreis gehört hat, kommt arg ins Grübeln. Wie beispielsweise mein Kollege Christian, der seit Kurzem einen BMW 735i bewegt und sich fragt, warum er nicht schon vor Jahren auf diese Idee gekommen ist.

So wie‘s aussieht, hat der Siebener in uns Freunde fürs Leben gefunden. Zwei, denen beim Einsteigen jedesmal ein Grinsen übers Gesicht huscht und die man samstags beobachten kann, wenn sie mit Lappen in den Händen ihre Autos liebkosen.  Den BMW 730i will ich auf jeden Fall noch länger fahren.

Technische Daten
BMW 730iBMW 730i
Grundpreis39.318 €37.324 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4910 x 1845 x 1411 mm4910 x 1845 x 1411 mm
KofferraumvolumenVDA500 L500 L
Hubraum / Motor2986 cm³ / 6-Zylinder2986 cm³ / 6-Zylinder
Leistung138 kW / 188 PS (260 Nm)138 kW / 188 PS (260 Nm)
Höchstgeschwindigkeit222 km/h222 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h10,6 s9,3 s
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