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BMW M235i im Fahrbericht

Fahrspaß mit 326 PS

BMW M235i, Seitenansicht Foto: Hans-Dieter Seufert 30 Bilder

Das Coupé auf 1er-Basis heißt jetzt BMW 2er. Und sonst ändert sich nichts? Von wegen. BMW grenzt seine neue Baureihe deutlich vom Plattformspender ab und überrascht mit einer weiteren Nachricht.

21.02.2014 Dirk Gulde

Weiß-blaue Trauergemeinde aufgepasst, vielleicht hat das Totenglöckchen etwas voreilig gebimmelt: Dass der neue BMW 2er erster und letzter mit Heckantrieb sein wird, ist bei BMW nämlich alles andere als beschlossene Sache. Während sich der 1er zukünftig definitiv die Frontantriebs-Basis mit dem Mini teilt, könnte sich sein Stufenheck-Bruder in der kommenden Generation den Antriebsstrang des 3er unter den Nagel reißen. Auch wenn noch nichts entschieden ist – keine Nachricht ist in diesem Fall eine gute Nachricht.

BMW 2er Coupé mit neu abgestimmtem Fahrwerk

Die nächsten 2er-Jahre sind ohnehin gesichert, was nicht nur am Heckantrieb liegt: Im Vergleich zum 1er verdient sich das Coupé seine neue Modellziffer mit elf Extra-Zentimetern in der Länge, wohltuend gestreckten Proportionen und deutlich entschlossenerem Blick. Passend dazu wurden Fahrwerk und Lenkung des BMW 2er Coupé nicht bloß an die geänderte Umgebung angepasst, sondern für mehr Agilität komplett neu abgestimmt.

Obwohl sich vermutlich bisher noch niemand beim M135i über ein unsensibles Lenkgefühl beschwert haben dürfte, verbessert eine reduzierte Servo-Unterstützung den Fahrbahnkontakt des Topmodells BMW M235i spürbar. Ebenfalls deutlich bemerkbar macht sich das modifizierte Fahrwerk. Auf dem engen Handling-Kurs des Las Vegas Motor Speedways sorgen straffere Federn zusammen mit einer härteren Elastokinematik an der Vorderachse für geringe Seitenneigung sowie ultrapräzise Richtungswechsel.

Hat der BMW M235i Witterung mit der Ideallinie aufgenommen, bringt ihn so schnell nichts ins Untersteuern. Per Gaspedalstoß lässt sich sein Heck dafür wunderbar zum Mitlenken überreden. Dennoch verblüfft der Sportler selbst bei deaktiviertem ESP mit seiner problemlosen Beherrschbarkeit ohne zickige Lastwechsel.

BMW M235i mit speziellem Trick

Dass dabei kein knallharter Klopper entstanden ist, der die Insassen auf schlechten Strecken mürbe rüttelt, verdankt das jüngste Mitglied der M-Performance-Reihe unter anderem einem Trick: Um die nutzbaren Federwege zu verlängern, geht sein Fahrwerk einfach einen Tick später und dafür härter auf Block. Zudem kümmern sich die 760 Euro teuren Adaptivdämpfer des BMW M235i mit zwei statt einem Regelventil um noch akkurateres Austarieren von Fahrbahnunebenheiten.

Wenig tricksen mussten die Ingenieure hingegen beim Sechszylinder-Turbo. Leichte Modifikationen an Kühlsystem und Elektronik genügten, um dem Dreiliter 326 und damit sechs PS mehr als im 1er abzuknöpfen. Geübte Fahrer mit sensiblem Kupplungsfuß wuchten das Kompakt-Coupé so in fünf Sekunden auf Tempo 100. Weniger geübte greifen zur Achtgangautomatik (2.250 Euro), überlassen die Prozedur der Launch-Control und sind mit dem BMW M235i zwei Zehntel schneller am Ziel.

Unabhängig von der Getriebewahl sorgt eine Klappe im Auspuff des BMW M235i für die passende Akustik, indem sie beim Beschleunigen einen Teil des Schalldämpfers abkoppelt. Den spontan ansprechenden und drehfreudigen Sechszylinder bis an die 7.000er-Marke zu treiben, macht daher auf Anhieb süchtig.

BMW M235i optional mit mechanischem Sperrdifferential

Mit der Markteinführung im März bietet BMW zudem ein mechanisches Sperrdifferenzial an. Die mit zwei elektronisch geregelten Lamellenkupplungen ausgestattete Traktionshilfe (maximal 30 Prozent Sperrwirkung) lässt sich jedoch nicht ab Werk einbauen. Vielmehr wird sie über BMW-Händler als Zubehörteil für happige 2.800 Euro verkauft und muss gegen das Serien-Differenzial getauscht werden.

Auch der Aufpreis zum M135i fällt mit 3.900 Euro nicht gerade bescheiden aus. Schließlich gibt es nüchtern betrachtet neben der geänderten Abstimmung und den Extra-Zentimetern gerade einmal einen um 30 Liter vergrößerten Kofferraum, jedoch nicht mehr Platz im engen Fond. Andererseits: Für 43.750 Euro kommt der Sport-2er einem M3 der vorletzten Generation (E46) bei Leistung, Fahrspaß und Abmessungen bereits verdächtig nahe.

Weniger Investitionsfreudige greifen zu den BMW 220er-Varianten, die als Benziner oder Diesel mit je 184 PS um die 30.000 Euro liegen. Kurz nach Marktstart treten noch BMW 218d und 225d für mindestens sieben Baujahre ihren Dynamik-Dienst an der Heckantriebsfront an. Und für die Zeit danach gilt das bayerische Lebensmotto: Schau’n mer mal.

Fazit

Wer über die Preispolitik von BMW meckern möchte, findet problemlos Futter: Im Vergleich zum kaum kleineren oder weniger aufwendigen 1er ist das BMW 2er Coupé teuer. Andererseits begeistert das Coupé mit seiner eigenständig zackigen Abstimmung und schicker Karosserie. Wenn es deshalb seinem großen Bruder 4er Coupé Käufer abjagt, könnte die Rechnung für BMW nicht aufgehen.

Technische Daten
BMW M235i Coupé
Grundpreis47.150 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4454 x 1774 x 1408 mm
KofferraumvolumenVDA390 L
Hubraum / Motor2979 cm³ / 6-Zylinder
Leistung240 kW / 326 PS (450 Nm)
Höchstgeschwindigkeit250 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h4,8 s
Verbrauch7,6 L/100 km
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