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Neuer BMW M5 (F90) jetzt mit Allradantrieb

Sportlimousine als Spaßkanone trotz Automatik

BMW M5 Predrive Miramas 2017 Foto: BMW 31 Bilder

Die BMW M GmbH hat beschlossen, dass mehr als 600 PS zu viel Leistung für nur zwei angetriebene Räder sind. Deshalb kommt der M5 auf Basis der neuen 5er Limousine (G30) jetzt mit Allradantrieb und Schwindelgefühlen – für den Fahrer.

11.05.2017 Jens Dralle 4 Kommentare

Kaum vergehen fünf Modellgenerationen, schon findet die BMW M GmbH, dass es an der Zeit wäre, dem sechsten M5 einen Allradantrieb zu spendieren. Weil ja die Leistung (608 PS) und die Kraft (750 Nm) für zwei Räder alleine doch etwas zu viel sein könnten. Aber man verspricht uns nicht irgendeinen Allradantrieb, sondern den ersten, der dem fahrdynamischen Anspruch der Sport-Truppe aus Garching gerecht wird. Zehn Punkte sind uns aufgefallen.

Zehn Fakten rund um die neue Power-Limo

1. Na klar, der Allradantrieb. Die Hardware entspricht im Prinzip jener aus anderen X-Drive-Modellen. Als eine elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung als Mittendifferenzial. Neu ist die Kombination mit der vollvariablen Hinterachssperre der M-Modelle.

2. …und die Software: „Erstmals ist es möglich, eine Schätzung des Reibwertes in Längs- und Querrichtung abzugeben. Daher sprechen wir auch nicht von einer Regelung, sondern von einer Vorsteuerung“, erklärt Dirk Häcker Entwicklungsleiter der BMW M GmbH.

BMW M5 Predrive Miramas 2017Foto: BMW
Fünf Modi sind verfügbar: Standard, MDM und mit deaktivierter Stabilitätskontrolle noch einmal 4WD, 4WD Sport und 2WD.

3. Die daraus resultierenden fünf Modi: Standard, MDM und mit deaktivierter Stabilitätskontrolle noch einmal 4WD, 4WD Sport und 2WD. Die meisten Fahrer dürften aber mit MDM glücklich werden, ja, sich vielleicht sogar dabei ein wenig erschrecken. Warum? Weil die Elektronik erstaunliche Schwimmwinkel zulässt, bevor sie eingreift. Macht das Fahrverhalten aber lebendig, ebenso die spürbare Kraftverteilung in Richtung der Hinterräder.

Neuer BMW M xDriveAllrad kann auch nur Heckantrieb

4. Der Hinterradantrieb: Er lebt. Tatsächlich lässt sich die Kraftübertragung an die Vorderräder kappen. Dann müssen die 285 Millimeter breiten Hinterräder zusammen mit dem von null bis 100 Prozent sperrbaren Hinterachsdifferenzial die Traktion sichern. Gelingt erstaunlich gut, solange du mit viel Gefühl am Gas agierst. Übertreibst du es doch, keilt der M5 nicht mehr gar so giftig aus wie sein Vorgänger. Dennoch: Vorsicht. Selbst wenn dir jetzt eines hilft, nämlich…

5. …die Lenkung: Ja, da jammern sie schon wieder, die Bewohner der Glitzerwelt namens "Früher". Jetzt löst auch im M5 eine elektromechanische Lenkung die elektrohydraulische ab. Ja und? So lange du in den Handflächen spürst, wie es um den Grip und den Winkel der Vorderräder bestellt ist, passt doch alles, oder?

BMW M5 Predrive Miramas 2017
Sportlimousine mit abschaltbarem Allradantrieb 1:33 Min.

6. Das Getriebe: Apropos Paradigmenwechsel. Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe flog raus, ein Achtgang-Wandlerautomat übernimmt. Und lädt die Gänge mit irrer Geschwindigkeit durch, reagiert verzögerungsfrei auf manuelle Eingriffe über die Lenkradpaddel. Ganz nebenbei profitiert der Langsamfahrkomfort von harmonischeren Gangwechseln.

7. Der Motor: Das 4,4-Liter-Triebwerk ließ sich schon bislang weder Leistungsmangel noch fehlende Drehfreude vorwerfen. Bleibt auch weiterhin so. Allerdings auch der etwas sterile Klang. Dafür basst der mit neuen Turboladern, modifizierter Luftführung und optimierter Kühlung gepimpte V8 nun etwas voluminöser.

8. Der Einsatz von Carbon: Nun trägt auch der M5 serienmäßig ein Carbondach, um den Schwerpunkt etwas abzusenken. Und dann steckt das edle Material noch woanders. Die Kupplungsscheiben im Hinterachsdifferenzial bestehen nun daraus, nicht mehr aus Chrommolybdänstahl. Soll die Arbeitsweise harmonisieren. Stimmt sogar.

9. Die Fahrleistungen: Das 600 PS starke Jubiläumsmodell des Vorgängers ging in 4,1 Sekunden von null auf 100 km/h. Das soll der neue in weniger als 3,5 Sekunden schaffen. Auf 200 km/h tobt er vermutlich sogar in unter zehn Sekunden.

10. Der Verzicht: Wie bitte? Ja nun, der M5 kommt ohne Hinterachslenkung und Wankstabilisierung aus. Weil M-Kunden durchaus etwas härter im Nehmen sind, und daher die Agilität über die klassischen Stellhebel erreicht werden kann. Und man dadurch Gewicht sparen will.

BMW M550i xDriveSchneller als der M5

Fazit

Der Schritt, den BMW M5 (F90) mit Allradantrieb auszurüsten, war überfällig. Schon beim Vorgänger könntest du auf trockener Fahrbahn selbst im oberen Geschwindigkeitsbereich die Traktionskontrolle in Hektik versetzen. Jetzt wird die Limousine allwettertauglich – und fährt zugleich nochmals agiler als bislang. Korrigiere: Sie fährt dich schwindelig. Richtig schwindelig.

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Neuester Kommentar

Allrad bei dieser Leistung ist unerläßlich. Beim letzten Test in GRIP scharrte der M6 nur mit den Hufen, während Panamera uns A7 längst über alle Berge waren. Leider machen ein paar Lidschatten und Spoiler das langweilige
Design auch nicht spannender.

alexanderhaydn 18. Mai 2017, 21:44 Uhr
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