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BMW X1 xDrive 25d Fahrbericht

Wie fährt das Mini-SUV von BMW?

BMW X1 xDrive 25d Fahrbericht Foto: BMW 23 Bilder

Der X1 ist ein Bestseller von BMW. Generation 2 wechselt den Technikbaukasten von BMW zu Mini, von der Heck- auf die Frontantriebsplattform. Spürt man’s unterwegs in der Allradversion?

17.07.2015 Jens Dralle Powered by

Geräumiger, variabler und wirtschaftlicher will der BMW X1 ab sofort sein, aber mindestens genauso agil fahren wie sein erfolgreicher Vorgänger. Wohl deshalb steht für eine erste Ausfahrt zunächst nur der 231 PS starke Top-Diesel im X1 25d xDrive zur Verfügung.

Ungeachtet des großen Erfolg des BMW X1 – die erste Generation machte mehr als ein Viertel des weltweiten Absatzes der Marke aus – wittern die Bayern offenbar eine noch größere Käuferschicht, die einen erhöhten Platzbedarf hat. Bislang maulten wohl nur diejenigen Passagiere nicht über das Raumangebot, die auch rauschende Feste in Telefonzellen zu feiern in der Lage waren.

BMW X1 nutzt Plattform des 2er Gran Tourer für mehr Platz

Passend dazu wuchs die Kniefreiheit im Fond von Generation 1 auf 2 um 37 Millimeter, mit der optionalen, um 13 Zentimeter verschiebbaren Rückbank sind es sogar bis zu 66 Millimeter. Nicht falsch verstehen: BMW baut nun trotzdem nicht den rollenden Ballsaal in diesem Segment, orientiert sich aber am geräumigsten Vertreter, dem VW Tiguan (einen ersten Vergleich der beiden lesen Sie übrigens in Heft 16, das ab dem 23. Juli am Kiosk liegt).

Der Clou: Außen schrumpfte der X1 dabei sogar um 1,5 Zentimeter in der Länge. Wie das geht? Ganz einfach. Der BMW X1 nutzt nun die Plattform des Zweier Gran Tourer, was also vor allem quer und weiter vorne eingebaute Motoren bedeutet und natürlich Frontantrieb. Das allerdings dürfte bei einem SUV so irrelevant wie sonst bei keinem Fahrzeugtyp sein - zumal BMW ohnehin davon ausgeht, dass der Anteil von Modellen mit Allradantrieb rund 60 Prozent beträgt.

Der Testwagen jedenfalls ist damit ausgerüstet, das bedeutet also, das an der Hinterachse eine elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung sitzt, eine zweiteilige Kardanwelle stellt die Verbindung zur Vorderachse dar. Je nach Bedarf fährt der BMW X1 xDrive 25d also ausschließlich mit angetriebenen Vorderrädern herum oder verteilt seine Kraft an alle vier – eine Technologie, die auch als Prinzip Haldex bekannt ist. Unterwegs spürt man das Hin und Her der Kräfte eigentlich nur dadurch, dass es nie an Traktion fehlt.

Von 0-100 km/h in nur 6,5 Sekunden

Gut so, denn ein maximales Drehmoment von 450 Nm stellt der 2,0-Liter-Diesel nicht nur zum Reifen schinden bereit. Diese Kraft liegt bereits bei 1.500 Umdrehungen an, zwei Turbolader helfen dabei. Das Aggregat läuft überraschend kultiviert, drängt sich akustisch nie in den Vordergrund, wirkt gut gedämmt – und macht ordentlich Druck. Von Beginn an puncht es den SUV vorwärts. Unterstützt von der optimal abgestimmten Achtstufenautomatik soll es den X1 in 6,5 Sekunden von Null auf 100 km/h beschleunigen.

Angst vor Kurven ist dem immerhin 1.650 Kilogramm schweren BMW X1 xDrive 25d nachwievor fremd, er frühstückt sie mit großem Genuss ab, lenkt agil ein, bleibt dann lange neutral – mehr wird ein SUV-Kunde kaum erwarten.

BMW X1 xDrive 25d auch mit Frontantrieb und 3-Zylinder

Wie sich der BMW X! mit Frontantrieb fährt? Keine Ahnung, BMW lässt es derzeit noch niemanden ausprobieren, ebenso wenig die angeblich ultrasparsamen Dreizylinder-Varianten S-Drive 18i und S-Drive 16d. Alle X1 teilen sich aber natürlich die recht sportlich-tiefe Sitzposition, wenngleich die zweite Generation seinen Vorgänger in der Höhe um einige Millimeter überragt.

Die Ergonomie fällt markentypisch nahezu optimal aus, wer möchte, kann sich nun auch ein bestens ablesbares Head-Up-Display bestellen, ebenso einen Abstandsregeltempomat mit Stauassistenten sowie elektronisch geregelte Dämpfer. Sie arbeiten – wie beim Zweier Active und Gran Tourer – nicht adaptiv sondern mit zwei festen Kennlinien. Bereits im Standard-Modus fährt der BMW X1 derart agil um die Ecken und bietet vor allem einen ausreichenden Federungskomfort, dass vermutlich nur Piloten, die arg vom Hafer gestochen werden, die Sport-Einstellung wählen werden.

BMW X1 ab 29.950 Euro

Er schafft also einen ziemlich großen Spagat, der neue BMW X1, was wohl durchaus seinen Käuferkreis vergrößern dürfte, selbst wenn die Preise gewohnt selbstbewusst ausfallen (ab 29.950 Euro geht es los, das gefahrene Topmodell kostet mindestens 42.500 Euro) - es sei denn, weit mehr Kunden als angenommen schätzten das Konzept der ersten Generation mit Längsmotor und Hinterrad-basiertem Allradantrieb.

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