BMW X6 Active Hybrid: Der Elektro-Kraftprotz mit 485 PS

BMW X6 Active Hybrid

Ein Biturbo-V8, zwei Elektromotoren, drei Planetenradsätze, vier Kupplungen und dazu noch Allradantrieb: BMW geht mit dem X6 bei seiner Vollhybrid-Premiere gleich in die Vollen.

Hybrid - für manche immer noch Synonym für blutarme Sparbüchsen mit schüchternem Benziner samt zartem Elektro-Schubser. Selbst wenn sie damit Vollhybride vom Schlage eines Lexus LS 600h und RX 450h oder Mild-Hybride wie Mercedes S 400 und BMW 7er ignorieren.

Der neue BMW X6 Active Hybrid ist ein Vollhybrid-Kraftprotz

Die beiden Letztgenannten setzen übrigens auf ähnliche Hybridtechnik. Kein Zufall, sondern Strategie: BMW und Mercedes kooperieren beim Thema. Nicht nur bei den Mild-Versionen, sondern auch beim aufwendigen, so genannten Two Mode lagen sich beide in den Armen. Ein Ergebnis dieses Rendezvous: der im April erscheinende BMW Active Hybrid X6. Angesichts der 407 PS und 600 Newtonmeter seines Biturbo-V8 wäre ein Elektro-Nachschlag nicht zwingend nötig, doch rund 20 Prozent Verbrauchsreduktion sind ebenso ein Argument wie das rein elektrische Fahren oder das unauffällige, spritsparende Assistieren der E-Motoren. Weht bei manchem Soft-Hybrid ein sanftes Lüftchen, tobt beim Vollhybrid-X6 ein Orkan, traktionsversichert durch den elektronisch geregelten Allradantrieb.

Der BMW X6 sprintet in 5,6 Sekunden auf 100 km/h

Wenn der V8 bei Kickdown wummert, der Elektro-Booster schiebt, knackt der 2,5-Tonner nach 5,6 Sekunden die 100er-Marke. Was jedoch ein Dilemma offenbart: Das Extra-Gewicht frisst die Extra-Leistung auf, wobei es dennoch für 236 km/h, mit optionalem Sportpaket sogar für 250 km/h reicht. Neben der Armada aus Leistungselektronik und Steuergeräten trägt zu diesen hohen Tempi vor allem das Two-Mode-Getriebe bei.

Ein mechatronisches Festival aus zwei Elektromotoren, drei Planetenradsätzen und vier Lamellenkupplungen, das nicht mehr Platz als ein Automatikgetriebe beansprucht, im Gegensatz zu diesem aber Energie zurückgewinnen und eine Siebengangautomatik simulieren kann. Schließlich besäßen BMW-Fans nur wenig Verständnis für das Konstantdrehzahl-Heulen eines stufenlosen Getriebes, um das es sich hier handelt. Allerdings mit einem Modus für niedrige und einem für hohe Tempi. Damit kann die Leistung der Motoren besser verzweigt werden, was den Wirkungsgrad erhöht.

Der stattliche Preis des BMW X6 rechtfertigt sich durch eine umfangreiche Serienausstattung

Bis 60 km/h kann der BMW X6 Active Hybrid rein elektrisch beschleunigen, kommt damit bis zu 2,5 Kilometer weit - abhängig vom Ladezustand der Nickel-Metallhydrid- Batterie, von deren 2,4 kWh 1,4 kWh nutzbar sind. Die Energie stammt aus der Rekuperation: Bis zu 0,3 g verzögern lediglich die Elektromotoren, dienen dabei als Generatoren, erst dann greift die Hydraulik ein. Sensible spüren die Bremspedalsimulation stärker als die Umstellung auf eine rein elektrische Lenkung, die ebenso wie die Klimaanlage auch im Stand oder bei rein elektrischem Fahren funktionieren muss. 

Das klappt ebenso präzise und unauffällig wie das Zu- und Abschalten des Benziners oder das Assistieren der E-Maschinen. Auf Unebenheiten reagiert der BMW X6 allerdings herb, Folge der wegen des höheren Gewichts strafferen Abstimmung. Zudem muss der Hybrid auf Optionen wie Adaptiv-Dämpfer und radselektive Kraftverteilung an der Hinterachse verzichten. Eine umfangreichere Serienausstattung, aber vor allem die sauber integrierten Hybrid-Funktionen dürften Fans mit dem stattlichen Preis versöhnen.

Kommentare
Bild vergrößern
Jörn Thomas

Autor:

auto motor und sport, Heft 25 / 2009

Was ist Ihre Meinung zum BMW X6 Active Hybrid?
Anzeige
Thema
Geländewagen: Weitere Artikel zu diesem Thema
VW Amarok: Pickup-Produktion startet in Hannover

Volkswagens Pick-up Amarok wird ab Ende Juni nun auch im Stammwerk der Nutzfahrzeugtochter in Hannover gebaut.

VW Amarok 2.0 BiTDI Highline, Seitenansicht
Die 15 billigsten SUV: Offroader für schmale Geldbeutel

Man muss kein Großverdiener sein, um sich einen Offroader zu gönnen. Die günstigsten Versionen gibt es bereits zum Kleinwagenpreis.

Lada Niva 4x4
Top Artikel
BMW X1, 750 Li & X6 Hybrid: Münchner Allrad-Portfolio wächst

Die Akte X ist für BMW nicht komplett. 2009 ergänzen X1, X6 Hybrid sowie 7er mit x-Drive das Münchner Allrad-Portfolio. Es wird eng in der Kompakt-SUV-Nische, aber einer geht noch.


E-Auto, Hybrid und Co.: Das ist der Ökoauto-Kalender bis 2018

Jeder will der Erste sein - zumindest, wenn es um die Ankündigung neuer Umweltautos geht. Doch wer plant wirklich was? Ein Überblick über die Umweltfahrpläne der Hersteller.

Volvo V70 Plug-In-Hybrid, elektroauto
Newsletter
Neuwagen suchen

Neuwagen zu Internet-Preisen

Konfigurieren Sie jetzt Ihr Wunschfahrzeug zu besonders günstigen Konditionen!

Aktuelle Ausgabe
auto motor und sport - Heft 12/2012
Ab jetzt im Handel auto motor und sport - Heft 12/2012
Sportauto
35 Jahre VW Golf GTI im Test: Ultimativer GTI-Generationen-Check

Wir testen 35 Jahre VW Golf GTI auf der Rennstrecke - eine Hommage in Daten, Fakten und subjektiven Eindrücken.

Ultimativer GTI-Generationen-Check
Motor Klassik
Raketenautos: Vom Bat-Mobil zum Jaguar C-X75

Batman fuhr mehr als einen, Daniel Düsentrieb sowieso, Opel erlangte durch sie Weltruhm und Chrysler baute eine Kleinserie.

Vom Bat-Mobil zum Jaguar C-X75
4WheelFun
Superkarpata Trophy 2012: Live-Report – Offroad am Limit

Brutaler Wettbewerb: Eine Woche lang schlagen sich die Teams auf eigene Faust durch die rumänischen Karpaten. Ein Live-Tagebuch.

Live-Report – Offroad am Limit
Alle Autos von A-Z
  • Loading...
  • Loading...