Im Gegensatz zum Menschen funktioniert beim Automobil die Schöpfungsgeschichte auch in Gegenrichtung. Noch nie haben Versuche mit weiblichen Rippen tatsächlich zur Entstehung männlichen Lebens geführt. BMW dagegen gelang der Beweis, daß die Konstruktionskette Coupé/Cabriolet im Zeitalter schlanker Produktionsmethoden sehr wohl umgekehrt laufen kann. Das Z3 Coupé, wahlweise mit dem 193 PS starken 2,8 Liter- Reihensechszylinder oder dem 3,2 Liter-M3-Motor mit 321 PS lieferbar, ist mit festem Dachhimmel, festem Dach und Heckklappe die Vier-Jahreszeiten- Version des Z3-Roadsters. Selbstverständlich zitiert BMW zum Dachrichtfest des Z3 Beispiele aus der diesbezüglich reichhaltigen Geschichte des Automobils und verweist auf artverwandte Klassiker wie Triumph GT 6 und MG C GT.
Allerdings gilt für Häuser wie BMW, daß auch mit der kleinsten Nische Geld verdient werden sollte. Deshalb ist das Z3 Coupé hauptsächlich eine profitablere Auslastung der Produktionsbänder im amerikanischen Werk Spartanburg. Aber es beweist auch nachhaltig, daß Lastenhefte nicht immer von der Vernunft des Durchschnitts und den Auflagen großer Käufergruppen diktiert werden müssen. Das Z3 Coupé ist ein enggeschnittener Zweisitzer, in dessen Kofferraum einige Zweireiher Platz haben, aber niemals eine ausgewachsene Staff Bag-Golftasche oder ein Golden Retriever und ein Berner Sennenhund zusammen.
Dazu drücken die angebotenen Motoren die Preise aus den Niederungen des Simpel-Roadsters auf die Höhen kleiner Sportwagen. Rund 64 000 Mark soll der 2,8-Liter kosten, etwa 95 000 Mark die M-Version, wenn die Coupés im September auf den deutschen Markt kommen. Ausstattungsbereinigt, so versichert BMW, wären die mit Klimaanlage und als Option im 2.8 mit Vierstufen-Automatik lieferbaren Coupés den Roadstern preislich nicht überlegen. Der Weg zum Herzen des kleinen Juwels beginnt mit der Geschmacksfrage. Schon vor Markteinführung polarisiert der Heckaufsatz zwei Lager.






