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Brabus SL 6.3 SV 12

Der Brabus SL 6.3 SV12 ist das erste 1000-Newtonmeter-Auto. Ein offener Zweisitzer auf 20-Zoll-Rädern, 640 PS stark und bis zu 310 km/h schnell. Preis: 250.000 Euro.

13.08.2003

Die Zeiten sind vorbei, als die Hersteller 1000 Nm Drehmoment zur Utopie erklärten. Bei Mercedes-Tuner Brabus redet man nicht nur davon - nein, ab sofort gibt es den V12-Biturbo mit unverblümten 1026 Nm, 6233 Kubikzentimeter Hubraum (Basis: 5513 ccm) sowie 640 PS im trendigen SL.

Ganz billig ist der Spaß alerdings nicht: Im vollen Tuning-Ornat, das Extras wie die kraftvoll tönende Sportauspuffanlage nebst vier Endrohren für rund 2500 Euro und eine mit sage und schreibe zwölf Kolben an der Vorderachse bestückte Hochleistungsbremsanlage für beachtliche 17.900 Euro netto umfasst, bringt es das schwarze Prachtstück - weitere Extras ab Werk vorausgesetzt - unter dem Strich auf 251.035 Euro.



Brabus-SL: Für enge Kurven zu groß, zu schwer und zu stark

So gerüstet steht das teure Stück auf 20 Zoll mächtigen Rädern, die zwar der Optik helfen, nicht aber dem Komfort: Ob Bodenwellen oder Schlaglöcher - wer die Maximalbereifung wählt, ist über den jeweiligen Straßenzustand stets aufs Beste informiert. Dabei zerren die großen, schweren Räder auf schlechten Pisten so vehement an den Achsen, dass die gesamte Struktur des Fahrzeugs nachdrücklich erschüttert und sicher auch über Gebühr belastet wird. Was ebenfalls gegen die Riesenräder spricht: Die Messwerte fallen auf Grund des geringeren Abrollumfangs mit dem 19-Zoll-Radsatz besser aus.

Am Ende waren 4,3 Sekunden für den Sprint von null auf Tempo 100 und 12,9 Sekunden für den Spurt von null auf 200 km/h zu notieren. Dass es bis dahin ein vergleichsweise hartes Stück Arbeit ist, dürfte sich für Insider angesichts der technischen Daten von selbst verstehen: Derart viel Leistung und Drehmoment mit nur zwei angetriebenen Rädern bestmöglich auf die Straße zu bringen, ist schon wegen des hartnäckig hineinfummelnden ESP kein leichtes Unterfangen.

Der Brabus-Mercedes SL 6.3 SV 12 ist für die schnelle Fahrt auf ebenen Pisten gemacht. Für die engen Kurven des Hockenheimrings ist er zu groß, zu schwer und zu stark. Auf der Autobahn hat er hingegen nur wenige Gegner.

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