Schon paradox: Mit dem HHR gibt es hierzulande erstmals seit Jahren wieder ein waschechtes US-Modell unter dem amerikanischen Traditionsnamen Chevrolet. Seit zwei Jahren tragen den in Europa nur noch Fahrzeuge der Ex-Korea-Marke Daewoo.
Mit hohem Dach, wuchtiger Kühlermaske im Chrom-Look und ausgestellten Kotflügeln nimmt der Fünfsitzer Stilelemente von Ami-Schlitten der frühen Fünfziger auf. Das sieht nicht nur kultig aus, sondern sorgt auch für einen bequemen Einstieg sowie über 1600 Liter Gepäckvolumen bei umgelegter Rücksitzlehne.
Mit 4,48 Meter Außenlänge überragt er einen Opel Zafira um wenige Millimeter, freilich ohne an dessen Variabilitäts-Perfektionismus mit bis zu sieben Sitzplätzen heranzukommen. Dank umklappbarer Beifahrerlehne schluckt er aber fast zweieinhalb Meter lange Gepäckstücke.
Wenig Wahlmöglichkeiten lässt Chevrolet bei Motorisierung und Ausstattung: Den knapp 23 000 Euro teuren HHR gibt es ausschließlich mit einem 170 PS starken Vierzylinder.
Mit Klimaanlage, ESP, Ledersitzen, CD-/MP3-Radio, Lenkradfernbedienung, Tempomat sowie 17- Zoll-Alurädern präsentiert er sich hingegen großzügig ausgestattet. Gegen Aufpreis gibt es lediglich Vierstufen- Automatik, Schiebedach und Metallic- Lackierung.
Die vibrationsarm und bis zu mittleren Drehzahlen leise agierende 2,4- Liter-Maschine hat in der Schaltversion mit dem nur 1455 Kilogramm schweren HHR wenig Mühe. Sein früh eingreifendes ESP erstickt allerdings etwaige Temperamentsausbrüche des Piloten bereits im Keim.
Seitenhaltarme Sitze sowie die nicht sehr gefühlsechte Lenkung fördern aber ohnehin eher den entspannten Highway- Fahrstil. Auch sieben Jahre nach Präsentation des Retro-Vorläufers Chrysler PT Cruiser ist der HHR ein echter Hingucker.
Dank umfangreicher Ausstattung und moderatem Preis scheint das Absatzziel von 3000 bis 4000 Exemplaren für ganz Europa nicht zu hoch gegriffen.




