Chevrolet Malibu im Fahrbericht: Ohne bemerkenswerte Talente

Chevrolet Malibu, Frontansicht

In den USA ist der Chevrolet Malibu eines der erfolgreichsten Autos überhaupt. Jetzt möchte die Mittelklasselimousine auf Basis des Opel Insignia auch bei uns durchstarten. Wie stehen die Chancen?

Was Shauni McClain, Lani McKenzi, C.J. Parker und die anderen "Baywatch"-Rettungsschwimmerinnen vom Malibu Beach so treiben, fragen wir uns noch immer eher, als den Begriff Malibu mit einem Auto zu verbinden. In den USA mag er mit 9,6 Millionen verkauften Exemplaren zwischen 1964 und 2012 zu den großen Erfolgen von General Motors zählen, bei uns mussten die Mittelklasselimousinen des Generals nie um ihre Außenseiterrolle fürchten.

Leicht dürfte sich das im Fall des neuen Chevrolet Malibu nicht ändern, schon weil es ihn nur als Stufenheck gibt. Dabei hat die in Amerika, Südkorea und China gebaute Limousine ein europäisches Fundament, basiert sie doch auf dem Opel Insignia, worüber Chevrolet wenig offensiv informiert.

Chevrolet Malibu ist groß, aber nicht geräumig

Ein paar Schalter und Tasten aus dem großen GM-Teilefundus benutzen beide Modelle, dennoch gestaltet Chevy die Bedienung eigenständig. Der große berührsensible Monitor organisiert das Infotainment samt Bildgaleriefunktion bis auf ein paar Wirrnisse in den Untermenüs nachvollziehbar. Weniger nachvollziehbar dagegen, was der Chevrolet Malibu mit den 4,87 Meter Länge macht. Zwar kommen Pilot und Co. auf kuscheligen Sitzen bequem unter, trotz tief montierter Rückbank mangelt es im Fond aber an Kopffreiheit, der Knieraum genügt, ohne zu verwöhnen. Erinnert alles an den ebenfalls knapp geschnittenen Insignia.

Nicht aber, was aus dem Fahrwerk wurde. Zu hart gefedert, rumpelt der Chevrolet Malibu über kurze Unebenheiten, ohne dass die Härte durch Dynamik aufgewogen würde. Schwach gedämpft umkurvt er Biegungen, dabei bietet die Servolenkung wenig Präzision, kaum Rückmeldung.

Besser klappt es auf der Autobahn. Dann brummelt der zuvor noch nagelige Opel-Zweiliter-Turbodiesel gemächlich vor sich hin, immer für energische Zwischenspurts bereit und dabei freundlich unterstützt von der passend abgestuften, ausreichend exakten Sechsgangschaltung. Mit dem 160-PS-Selbstzünder in der reichhaltigen Basislinie LT+ kostet der Chevrolet Malibu mit 29.990 Euro ebenso viel wie mit dem 2,4-Liter-Benziner, den es nur in der Topversion LTZ gibt.

Benziner ohne bemerkenswerte Talente

Für 1.500 Euro Aufpreis verkuppelt Chevrolet das 167 PS starke Triebwerk mit einer Sechsstufenautomatik. Ohne bemerkenswerte Talente treibt der Benziner den Chevrolet Malibu voran. Solange es cruisig vorangeht, passt das schon. Doch bei allem darüber hinaus hektiziert das Getriebe durch die Stufen, schaltet schon bei sachtem Beschleunigen zwei, drei Gänge zurück, was eher Geräusch und Verbrauch als das Temperament steigert.

Man muss schon dringend eine Alternative zu Insignia/Mondeo wollen, um sich für den nicht mal so günstigen Chevrolet Malibu zu erwärmen. Das fiel uns bei Erica Eleniak, Carmen Electra und Pamela Anderson jedenfalls leichter.

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