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Chevrolet SSR

Wenn Chevrolet ein Spaßauto baut, dann richtig: Der Pick-up SSR hat einen Sechsliter-V8 mit über 350 PS und ein Klappdach wie der Mercedes SLK.

15.09.2001

Der Donner dringt durch den ganzen Körper. Er kitzelt die Nackenhaare, lässt das Bauchfell vibrieren und die Haut der Arme kribbeln: So klingt in der weiten Welt der Motoren allein ein großer V8. Der Chevrolet SSR ist mit dem modifizierten Alu-Motor aus der Corvette das Raubtier unter den Pickups: 6,0 Liter Hubraum, über 350 PS und mehr als 500 Nm.

Imposante Erscheinung

Dabei steht der Super Sport Roadster mit seinem Querstreben-Grill, den eckigen Kotflügeln und der buckligen Motorhaube nicht überdimensioniert, aber imposant auf der Straße. Er misst 4,73 Meter in der Länge bei 2,96 Meter Radstand. Und hinter dem zweisitzigen Fahrerhaus liegt eine 1,50 Meter lange Pritsche, die unter dem vorn angeschlagenen, schräg öffnenden Blechdeckel nur 45 Zentimeter hoch ist - das genügt für hunderte Sixpacks Budweiser, aber nicht für den Kühlschrank.

Klappbares Blechdach wie beim Mercedes SLK

Doch der Knaller am SSR ist sein elektrohydraulisch angetriebenes Blechdach. In der Idee ähnelt es dem Vorbild beim Mercedes SLK, nur dass die zusammengefalteten Hälften hinter der Schottwand aufrecht in die Grube fahren. Als offener Hot-Rod ist der Chevy dann so frei, wie ein Auto nur sein kann, der Wind reißt mit aller Gewalt an den Haaren. Man sitzt in der schmalen Kabine eng wie in einem Oldtimer und aufrecht zwischen hohen Bordkanten. Die Scheibe und das große, höheneinstellbare Lenkrad stehen steil.

Das Cockpit empfängt uns mit zwei großen Uhren, vier Luftdüsen, zwei Lenkstockhebeln und einer Hand voll Knöpfe. Die Audio- und die Klimaanlage, der Multimedia-Bildschirm und der unvermeidliche Cupholder verstecken sich hinter Abdeckklappen. Zudem vermitteln dicke Alu-Planken und -Pedale einen noblen Qualitätseindruck. Und über zwei Knöpfe in den Speichen des Lederlenkrads gibt der Fahrer die Befehle zum Gangwechsel, die von der hauseigenen Vierstufen-Automatik ausgeführt werden.

Wie der Tiger springt, wie sich seine breiten Tatzen - vorn 19, hinten 20 Zoll, Reifenbreite 255 und 345 Millimeter - in den Asphalt krallen, das können wir hier nicht sagen. Die SSR-Studie ist ein unersetzliches, handgefertigtes Einzelstück, wir haben vor Fahrtantritt die Samthandschuhe übergestreift.

Leicht verändert geht der SSR in Serie

Aber der SSR wird ab Ende nächsten Jahres in Serie gehen - allerdings mit leichten Veränderungen: Er wird dann normale Außenspiegel bekommen, die vorderen Kotflügel werden etwas runder, die Schnauze länger, und ganz ohne Stoßfänger wird’s auch nicht gehen. Außerdem verliert die Windschutzscheibe ihre blaue Tönung und den teilenden Steg in der Mitte. Auch die Räder fallen eine oder zwei Nummern kleiner aus. Im Cockpit müssen dann zwei Airbags Platz finden, und der Innenraum wächst minimal. Auch unter der Motorhaube wird es dann eine Veränderung geben: Der Stoßstangen-V8 schrumpft ins klassische Small-block-Format von 5,7 Litern und wird etwas weniger leisten als in der Corvette (344 PS).

Eine schlechte Nachricht gibt es auch: Der Pickup-Roadster wird ein teures Auto. In den USA dürfte er um 35.000 Dollar liegen. Wer den Chevrolet SSR in Deutschland sein Eigen nennen möchte (Preis um 100.000 Mark), muss ihn beim GM-Händler bestellen. Denn Chevrolet wird ihn von sich aus nicht exportieren.

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