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Chevrolet SSR

Multi-Talent

Foto: Hans-Dieter Seufert, Mauritius

Wenn schon Crossover, dann gleich richtig. Der SSR ist nicht nur Pickup, sondern mit seinem starken Achtzylindermotor auch Sportwagen. Und auf Knopfdruck wird er zum Cabriolet.

13.04.2004

Der Geheimcode lautet: 1-8-4-3-6- 5-7-2. Er verbirgt das Geheimnis, warum die Amerikaner sich von konventionellen Limousinen abwenden und ihre Dollars in Pickup-Trucks und die mächtigen Sport Utilities (SUV) stecken. Hinter der Zahlenreihe steckt die Zündfolge eines amerikanischen Achtzylinders. Und der gilt US-Bürgern noch immer als die allein selig machende Antriebsquelle. Weder steigende Benzinpreise noch wachsendes Umweltbewusstsein haben daran etwas geändert. Der Klang eines niedertourigen V8 ist so etwas wie der Herzschlag Amerikas.

Nur: Die klassische US-Limousine mit dickem V8, der beim Gasgeben die Hinterräder zum Durchdrehen bringt, gibt es nicht mehr. Das amerikanische Durchschnitts- Automobil besitzt bestenfalls sechs Zylinder, die das Ergebnis ihrer Arbeit auf die Vorderräder übertragen. Allein die Vertreter der Upperclass, die Corvette von Chevrolet, die wieder auferstandenen Ford Thunderbird und Pontiac GTO und die Luxuscruiser von Cadillac und Lincoln bieten weiterhin die Potenz der acht Zylinder. Aus den bürgerlichen Preisklassen haben sich die V8-Maschinen verabschiedet. Der PS-Wettlauf, einst Markenzeichen der US-Industrie, bleibt heute den Europäern überlassen. Doch da sind noch die US-Trucks. Hier herrscht Detroit-Power in Reinkultur. General Motors installiert weiter den legendären Small-Block, der in den Fünfzigern als Chevy- Motor seine beispiellose Karriere begann. Über 100 Millionen Exemplare später gehört er zur GM-Powertrain-Familie und hört auf die Bezeichnung Vortec. Die Powertrain- Division spuckt täglich 43 000 Motoren aus, überwiegend Achtzylinder. Chrysler hat mit dem Hemi-V8 einen Heroen aus den sechziger Jahren in neuer Form belebt, Ford baut eine weitverzweigte Achtzylinder-Sippe mit dem Namen Modular- V8.

Ein Baukausten, der die unterschiedlichsten Ausführungen bis hin zum kompressorgeladenen Vierventiler enthält. All diese Power-Pakete wandern in Trucks, die deshalb als legitime Nachfolger der einstigen Straßenkreuzer gelten dürfen. Wer ein robustes, langlebiges, starkes und bis in die Tiefen seiner Ölwanne amerikanisches Automobil zu einem vernünftigen Preis kaufen möchte, kommt um die Trucks nicht herum. Das erklärt auch den Chevrolet SSR. Er stellt die neuzeitliche Interpretation des Muscle Car dar – jener Auto-Gattung also, die mit überstarken Motoren in den sechziger Jahren Furore machte.

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