Chevrolet Trail Blazer: Den Tiger im Tank

Mit neuem Reihen-Sechszylinder kommt ab Herbst der Chevy Trail Blazer nach Europa. Seine Maße überragen die europäischer Konkurrenten deutlich.

Der neue Trail Blazer ist ein appetitlicherer Happen als der kantige Vorgänger. Mit einer Länge von 4,87 Metern bei einem Radstand von 2,87 m hat der Trail Blazer um 15 Zentimeter zugelegt. Das Wachstum wird sowohl beim Einstieg durch die hinteren Türen als auch beim Platznehmen auf der Rückbank deutlich – Knieraum satt.

Mehr Leistung - weniger Verbrauch

Die eigentliche Neuheit des Trail Blazer ist jedoch sein komplett neu entwickelter Aluminium-Reihensechszylinder, der den gusseisernen 4,3-Liter-V6 des alten Blazer ersetzt. Die Leistung des "In-Liners“ stieg im Vergleich zum Vorgänger von 193 auf 270 PS, das maximale Drehmoment wuchs von 338 auf 373 Newtonmeter, wobei 90 Prozent zwischen 1600 und 5600 Umdrehungen zugange sind. Der Verbrauch sank nach Werksangaben von 15,5 auf 13,0 Liter im Euro-Mix.

Trotz seiner gut zwei Tonnen Lebendgewicht reagiert der Trail Blazer auf Gaspedalbefehle erstaunlich behende. Die Laufkultur kann jedoch nicht ganz mithalten. Zwar dringen keine Vibrationen ins Lenkrad, doch ist die gebotene Klangqualität weit vom samtweichen Lauf etwa eines BMW-Reihensechsers entfernt.

Die Geländetauglichkeit überzeugt, der Komfort nicht

Dafür gehört unser Proband zur Kaste der ehrlichen Offroader. Seine Visitenkarte: per Drehschalter während der Fahrt zuschaltbarer Allradantrieb samt Geländereduktion, an je fünf Lenkern geführte hintere Starrachse und klassisches Kastenrahmenchassis. Enttäuschend nur der Federungskomfort: Querfugen dringen durch, Schlaglöcher überfordern Federn und Dämpfer immer wieder. Erst bei höheren Geschwindigkeiten bügelt das Fahrwerk die Unebenheiten besser weg. Dafür gelangen dann Windgeräusche ans Ohr.

Die Zahnstangenlenkung reagiert erfreulich verzögerungsfrei auf Lenkbefehle, sodass der Chevy handlicher wirkt als mancher Klassenkonkurrent. Dazu tragen auch die vergleichsweise geringe Seitenneigung und der Wendekreis von lediglich 11,7 Metern bei.

Die Ausstattung ist komplett

Auch wenn der Instrumententräger europäische Geschmacksnerven durch seine Gestaltung reizt, wirkt er im Detail wohldurchdacht. Es fehlt nicht an Ablagen und Getränkehaltern, der Innenspiegel verfügt über Tasten für das Info- und Notrufsystem "On Star“ sowie über eine LED-Kompassanzeige. Mit zwei der acht Lenkradtasten lassen sich sogar Innenraumtemperatur und Lüftergeschwindigkeit der für Fahrer- und Beifahrer getrennt regelbaren Klimaautomatik steuern. Des weiteren finden sich Leselampen für alle Außenplätze und zwei Buchsen für Kopfhörer, ein 12 V-Anschluss und ein Klimamodul speziell für den Fond.

Zur Sicherheitsausstattung zählen zweistufig auslösende Front-Airbags, Kopf-/Brust-Bags sowie drei Dreipunktgurte auf der Rückbank. Ein cleveres Detail: Beim Umklappen der Rücksitzlehnen können die Kopfstützen stecken bleiben. Sie schwenken automatisch in eine senkrechte Position und kommen so hinter den Vordersitzen zum Stehen. Die einteilige Hecktür öffnet weit und gibt den Zugang zu einem 1162 Liter großen Kofferraum frei. Zum Einladen leichter Teile lässt sich die Heckscheibe separat öffnen.

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